Die Blase in China

November 30, 2009

Warum heißt reales Wirtschaftswachstum eigentlich reales Wirtschaftswachstum? Ist doch klar: Weil anderes Wirtschaftswachstum nicht real ist. Es ist nur scheinbares Wachstum. Daher liegt der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao auch falsch, wenn er behauptet ein steigender Yuan würde das chinesische Wachstum bedrohen. Ein höherer Yuan bedroht nur das scheinbare (nominale) Wachstum in China. Real wächst China schon längst nicht mehr stark. Die Preissteigerungen der Immobilien von 10% pro Monat sind kein Wachstum, sondern schlichte Inflation. Ein Zugewinn an Lebensstandard ergibt sich dadurch nicht für die Chinesen. Im Gegenteil, es wird massiv Kapital fehlallokiert in den Neubau von Immobilien. Davon gibt es aber jetzt schon viel zu viele.

Daher ist die gängige Behauptung „China verschafft sich mit seiner Wechselkurspolitik einen Wettbewerbsvorteil“ zwar sehr eingängig, aber trotzdem nicht richtig. Wenn China abwertet, so steigt die Inflation im Inland und die Produktionskosten in Yuan steigen halt, wenn der Yuan nicht steigen darf. Oder die Kaufkraft und damit Lebensqualität der Chinesen sinkt. Das ist nicht ausgeschlossen, hat Italien ja auch jahrelang gemacht. Aber immer kann ein Land das nicht machen, denn irgendwann wehrt sich das Volk gegen die Enteignung. Ich sehe die Lage in China sehr pessimistisch.

Siehe auch SPON: Wechselkurs-Streit: China ignoriert EU-Bitten

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Internetsperren: Köhler unterzeichnet nicht – vorerst

November 28, 2009

SPON schreibt:

„Ergänzende Informationen“ hat Bundespräsident Horst Köhler von der Bundesregierung zum umstrittenen „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ erbeten. Nach Informationen des SPIEGEL will Köhler erst nach Auswertung der Reaktion der Regierung entscheiden, ob er das von der bisherigen Familienministerin Ursula von der Leyen initiierte Gesetz unterschreibt oder nicht.

Das ist noch kein kategorisches „Nein“, wie ich es gerne sehen würde, aber immerhin ist es ein Hoffnungsschimmer.


US soll Vollzugriff auf SWIFT-Daten erhalten

November 28, 2009

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion will die EU schnell noch den USA Zugriff auf die Daten von internationalen Banküberweisungen geben. Schnell vor dem 30. November, denn am 1. Dezember tritt der Lissabon-Vertrag in Kraft und dann müssten lästige Institutionen wie das EU-Parlament in die Frage mit einbezogen werden. Warum die USA alle europäischen Kontobewegungen und Kundenstammdaten einsehen darf, aber die EU die der USA nicht, bleibt ein Geheimnis der europäischen Kommission. Kein Geheimnis ist hingegen, warum das Parlament nicht befragt werden soll: Es wäre wohl dagegen – wie auch die Mehrheit der EU-Bürger dagegen sein dürfte. (Quelle)


Top 10 der Staatsbankrott-Risiken: Update 26.11.2009

November 26, 2009

Dubai schockte die Finanzwelt mit dem Eingeständnis massiver Zahlungsschwierigkeiten. Sorgen haben nun auch die anderen Emirate: Sie fürchten die Schwierigkeiten Dubais könnten sie auch in Bredouille bringen. Kein Wunder, denn bisher ist Abu Dhabi immer eingesprungen, wenn Dubai kein Geld hatte. Tun sie es nun auch, so könnten dies die eigene Zahlungsfähigkeit gefährden. Tun sie es nicht, so könnten die Investoren denken, dass Abu Dhabi dazu nicht mehr in der Lage ist. Beides schlecht.

Stammleser dieses Blogs kann das nicht wirklich überraschen. Schließlich hatte ich schon im Februar über das Platzen der Blase in Dubai berichtet. Entsprechend wurde Dubai schon lange in unserer Top-10 geführt. Beim letzten Update lag Dubai auf dem wenig schmeichelhaften 9. Platz mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 46% in den kommenden 10 Jahren. Das war freilich vor den aktuellen Berichten. Daher jetzt mal ein Update.
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11. September: Textnachrichten veröffentlicht

November 26, 2009

WikiLeaks hat eine Liste aller Textnachrichten verschiedener Provider vom 11. September 2001 veröffentlicht. Sicher ein gefundenes Fressen für Historiker und alle, die die Ereignisse mit neuen Details nachzeichnen wollen.
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Bundeswehr-Bericht bringt Jung in Erklärungsnot

November 26, 2009

Spon schreibt:

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hätte offenbar bereits viel früher über mögliche zivile Opfer des Luftangriffs auf zwei Tanklastwagen informiert sein müssen als bislang bekannt.

Wenig überraschend, da die Öffentlichkeit schon informiert war, als Jung noch leugnete.


Übersichtskarte der Atomkraftwerke in Europa

November 25, 2009

Diese Karte der Atomkraftwerke und der Zustimmung in der jeweiligen Bevölkerung finde ich anschaulich.


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