Zwangswandelanleihen: Die Einschläge kommen näher

Mai 31, 2010

Seit eh und je predige ich die Debt-Equity-Swaps als Mittel gegen die Erpressung des Steuerzahlers durch überschuldete Banken. Nachdem der Kreis der Unterstützer der Idee in letzter Zeit stieg und zuletzt sogar eine Kommission der Schweizer Regierung dies empfahl, gibt es nun einen neuen mächtigen Unterstützer: die EZB.
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Der größte Spekulant: Der Staat

Mai 19, 2010

Spekulantenbashing ist gerade mal wieder Volks- vor allem aber Politikersport. Es drischt sich ja auch so einfach auf eine nicht näher definierte Gruppe anonymer ein, die alles andere zu tun hat, als sich zu wehren. Nach Brecht sieht man die im Dunkeln ja nicht und wer stellt sich schon hin und bekennt: Ich bin Spekulant. Der größte Spekulant von allen ist aber zur Zeit vor allem einer: der Staat. Den Rest des Beitrags lesen »


Fundstück: historische Spekulation und Vertrauen

Mai 16, 2010

„Als darauf in einem weiteren Gesetz das eingerichtete Kommando [gegen die Piraten] an Pompeius gegeben wurde, erhöhte man die Zahl der Legaten auf 24 und beschloss zusätzliche Aushebungen. Sofort begann Pompeius mit den Rüstungen, und schlagartig stürzten die Getreidepreise, der Markt füllte sich mit Gütern. Man hatte wieder Vertrauen in die Ordnung und in Roms Macht. Alle Spekulation auf seine Schwäche fiel in sich zusammen.“ Christian Meier: Caesar


Wie die Politik den Euro „rettet“

Mai 15, 2010

Eine sehr schöne Grafik vom Blog „Wirtschaftsquerschuss“ zum Thema Euro-Rettung:

Wie die Politik den Euro "rettet"

Wie die Politik den Euro "rettet"


Wer solche „Retter“ hat braucht keine Feinde mehr und auch keine Verschwörungen irgendwelcher Spekulaneten oder Hedge-Fonds.


Euro-Währungskrise: Trichet und Merkel versuchen den Spin

Mai 15, 2010

Nachdem die EZB jede Menge Kritik dafür einstecken musste im Rahmen des „Euro-Rettungspaket“ Staatsanleihen der Euroländer zu kaufen, versucht EZB-Präsident Trichet in die wenigstens medial in die Offensive zu gehen:

Trichet verteidigte die Unabhängigkeit seiner Institution vehement. Zu der umstrittenen Entscheidung der EZB, erstmals Anleihen bedrängter EU-Staaten aufzukaufen, sagte er, nicht die EZB sei schwach gewesen, sondern die Regierungen mit ihren hohen Schulden: „Mitnichten haben wir den Staats- und Regierungschefs nachgegeben. Bei unserer Entscheidungsfindung fließt allein unsere eigene Beurteilung der Situation ein. Wir hören nicht auf die ‚Empfehlungen‘ der Regierungen, Märkte und Tarifparteien“, sagte der EZB-Präsident. Dass die Maßnahmen inflationär wirken können, leugnete er: „Wir schöpfen die zusätzliche Liquidität wieder vollständig ab, jeden einzelnen Euro.“

Wenig glaubwürdig. Warum genau kauft die EZB die Staatsanleihen dann überhaupt? Sie nimmt das Kreditrisiko auf ihre Bücher und sollte es zu einer Staatspleite kommen, so kann die EZB die ausgegebenen Euros nicht mehr einsammeln, weil ihr das Kapital fehlt.

Auch Angela Merkel versucht sich darin, die Märkte mit Lügen zu beruhigen:

„Das eigentliche Problem sind insbesondere die hohen Haushaltsdefizite in den Euro-Ländern“, sagte die CDU-Chefin. Der Rettungsschirm für den Euro nur eine vorläufige Lösung.

Deutschland bestehe darauf, dass das „Problem bei der Wurzel angepackt werden muss, das heißt, dass die Länder die Staatsfinanzen in Ordnung bringen und sich um eine bessere Wettbewerbsfähigkeit bemühen müssen“, sagte Merkel.

Sprach es und wies ihre Buchhalter an, in bester griechischer Tradition die Schulden zu verstecken statt zu senken, um so das Sparen zu vermeiden.

Sowohl Trichet als auch Merkel bezeichnen die Krise als größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg, wenn nicht sogar seit dem ersten. Das ist wirklich so. Aber dann sollten die hohen Herren und Damen endlich mal aufwachen und einsehen, dass wir unser Problem nicht weglügen können, sondern nur noch durch echtes entschlossenes Handeln lösen. Bedauerlicherweise ist Merkel eher durch das Gegenteil aufgefallen. Vor der Krise und in der Krise.


BGE: Grenzkosten ungelernter Arbeiter in Vietnam und Deutschland

Mai 15, 2010

In der heutigen Viet Nam News war ein interessanter Artikel über die Löhne ungelernter Arbeiter in Ho-Chi-Minh-Stadt (Sài Gòn). Dort steht, dass ungelernte Arbeitskräfte knapp sind, weil viel Arbeitgeber weniger als 100 Dollar pro Monat zahlen und dies den ungelernten zu wenig ist. Sie ziehen lieber in andere Provinzen in denen entweder die Lebenshaltungskosten niedriger oder die Löhne höher sind. Ich folgere hieraus, dass die Grenzkosten für einen vietnamesischen ungelernten Arbeiter ungefähr 100 Dollar pro Monat sind oder einen Schnaps mehr sind. Sagen wir also 100 Euro im Monat.

Nun sind die ungelernten vietnamesischen Arbeiter wirklich ungelernt. Dagegen ist so mancher deutscher Hauptschulabsolvent super ausgebildet. Die Grenzkosten für einen deutschen ungelernten Arbeiter dürften daher höher liegen. Leider wissen wir nicht wie hoch, weil es keinen Markt für deutsche ungelernte Arbeiter gibt. Die Sozialsysteme verbieten effektiv jede Arbeit unter 800 Euro im Monat. Da es eine hohe Arbeitslosigkeit unter den ungelernten Deutschen gibt, können wir folgern, dass die Grenzkosten deutlich unter 800 Euro liegen.

Ich würde vermuten, dass ein Deutscher ungelernter Arbeiter so produktiv ist, wie drei vietnamesische. Damit lägen seine Grenzkosten bei etwa 300 Euro im Monat. Anders ausgedrückt. Würden wir die Sozialsysteme abschaffen, so verschwindet die Arbeitslosigkeit bei den ungelernten, weil Jobs aus Vietnam (oder anderen Ländern) nach Deutschland verlagert werden oder hier neu entstehen. Für diese neuen Jobs würden nun ungelernte Deutsche 300 Euro im Monat bekommen.

Damit der Lebensstandard dieser ungelernten Deutschen nicht unter ein menschenwürdiges Minimum fällt (wie bei vielen ungelernten Vietnamesen), müsste es einen Zuschuss z.B. im Sinne eines bedingungslosen Grundeinkommens geben. Wenn wir als Minimum 600 Euro pro Monat für einen Ein-Personenhaushalt definieren, dann müsste das bedingungslose Grundeinkommen 300 Euro pro Monat betragen. Bei 80 Millionen Deutschen sind das etwa 288 Milliarden pro Jahr, entspricht also ungefähr dem siebenfachen von Hartz IV (40 Milliarden). Es würde aber auch andere Sozialleistungen wie Kindergeld (40 Milliarden) und Rente (239 Milliarden) ersetzen. Das ist also nicht nur bezahlbar, sondern spart sogar Geld (auf Kosten der Rentner) und würde zu Abbau der Arbeitslosigkeit bei den ungelernten Deutschen führen und Produktionsanlagen in Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen. Nebenbei dramatisch Bürokratie abbauen (Rente, Kindergeld, Hartz IV) und die gesparten 30 Milliarden pro Jahr plus die gesparten Bürokratiekosten können kurz- und mittelfristig zur Linderung der Anpassungsprobleme auf das neue System eingesetzt werden und langfristig zum Schuldenabbau.


Exporte aus Vietnam gehen zurück

Mai 15, 2010

Im Jahr 2009 hat Vietnam deutlich weniger exportiert als noch 2008. Die Finanzkrise hinterlässt hier als Rückgang der globalen Nachfrage ihre Spuren. Der Kaffeeexport sank beispielsweise um 21% nominal. Aus eigener anekdotenhafter Anschauung ging auch der Export von vietnamesischen Weisenkindern um die Hälfte zurück. In dem Sommerset Hotel in Hanoi, meine bevorzugte Absteige hier, waren sonst immer fünf bis sechs amerikanische Eltern, die sich an ihr neuen vietnamesisches Adoptivkind gewöhnen. Jetzt sind es nur 3.


Der lange Fall des Euros

Mai 14, 2010

Die FAZ wundert sich, dass nach dem abermaligen Fall des Euros dieser nun niedriger steht als vor dem „Rettungspaket“ für den Euro in Höhe von 750 Milliarden Euro. Komisch finde ich nur, dass er zwischenzeitlich gestiegen ist. Wenn die Regierungen statt zu sparen ankündigen 750 Milliarden zusätzlich auszugeben, dann fällt der Euro natürlich. Und wenn die EZB Geld druck und Staatsschulden monetarisiert, dann fällt der Euro natürlich auch. Wieso genau hätte er denn steigen sollen? Der Euro steigt, wenn Griechenland endlich durch eine Umschuldung geht und die Gläubiger auf einen Teil der Forderung verzichten. Meine nicht nur ich, sondern auch Jim Rogers.


Roland Koch: Immer auf die Kleinen

Mai 13, 2010

Die CDU positioniert sich im Generationenkonflikt immer deutlicher auf der Seite der Alten und Rentner. Traditionell sieht die CDU in den Alten ihre Stammwähler – und zweifellos auch zurecht. Da nach den Rettungspaketen für diverse Staaten und Banken nun selbst der FDP aufgeht, dass Steuersenkungen nicht das Gebot der Stunde sind, fängt die CDU nun das Sparen an. Gespart wird natürlich nicht bei der eigenen Rentnerklientel, sondern bei den Kindern. Hamburg machte es vor und erhöhte den Eigenanteil bei den Kitagebühren. Da will Roland Koch nicht hinten anstehen und will auch bei der Kinderbetreuung einsparen.
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Länderspreads nach dem EU-Hammer

Mai 10, 2010

Auf die Gefahr hin Euch zu zuspammen. Aber die Spreads sind raus und wegen des EU-Pakets stark gefallen. Meiner Interpretation nach vor allem, weil die EZB die Eurostabilität gelockert hat. Oder anders ausgedrückt: Die Inflationserwartung wurde erhöht. Willkommen im Club Med!
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Zwangs-Accept: SUPER-FAIL von Twitter

Mai 10, 2010

Wie User @odessa2 herausgefunden hat, kannst Du (oder konntest Du) mit „accept xxx“ jemanden dazu zwingen Dir zu folgen. Kurz nachdem er das getweetet hat, hatte er 0 Followers. Ich habe seinen Tweet retweetet und gleich auch Null Followers. Spreeblick hatte das ohne Retweet weitergeleitet und scheint seine Followers behalten zu haben. Ein krasser Fail von Twitter und eine äußerst arme Reaktion auf die Sicherheitslücke.

Update: Spreeblick ist jetzt auch bei 0+0. Laut Twitter sind es auch alle Accounts, weil der Bug gefixt wird.

Update: Twitter gibt an, den Bug inzwischen gefixt zu haben:

We identified and resolved a bug that permitted a user to “force” other users to follow them. We’re now working to rollback all abuse of the bug that took place. Follower/following numbers are currently at 0; we’re aware and this too should shortly be resolved.

Ich kann aber kaum glauben, dass dies ein „Bug“ war. Das hat doch jemand absichtlich da reinprogrammiert. Angesichts dessen stellt sich bei der Bug-Behebung doch nur eine Frage: Wie lautet denn das neue Schlüsselwort für das Zwangsfollowen?


Top10 Staatspleite-Risiko vom 06.05.2010: Nicht nur Griechenland

Mai 6, 2010

PIIGS ist die hipste Buchstaben-Kombo der Tage. Ständig liest man von Ansteckung und Schuldenkrisen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein anderes Bild.
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Piraten-Wahlwerbung: Freie Entfaltung und Chancengleichheit

Mai 4, 2010

Der Spot von @zeitweise ist doch sehr gelungen.


Proteste in Griechenland

Mai 3, 2010

Spon berichtet:

Mehrere Demonstranten haben am Montagabend die Hauptnachrichtensendung des staatlichen griechischen Fernsehens NET gestört. Der Gruppe gelang es, nach einem Handgemenge mit Sicherheitsleuten ins Hauptstudio des Fernsehens einzudringen und es zu besetzen.

Bildungsministerin Anna Diamantopoulou und mehrere Journalisten konnten das Studio nicht verlassen, da alle Ausgänge von den Lehrern blockiert waren, die gegen den in Griechenland verhängten Einstellungsstopp protestierten.
[…]
Es kam zu einem Handgemenge, die Polizei musste massiv einschreiten.

Mal abgesehen davon, dass es schon sehr merkwürdig ist ausgerechnet gegen den Einstellungsstopp zu protestieren – bei den Lohnkürzungen hätte ich ja noch ein Restverständnis – stelle ich mir die Frage, was die Polizisten machen wenn sie merken, dass auch ihr Gehalt um 30% gekürzt wird.


Gesetz zum Erhalt der Stabilität der Währungsunion

Mai 3, 2010

Wie alle wichtigen Gesetzentwürfe ist auch das Griechenland-Rettungsgesetz, das jetzt durch das Parlament gepeitscht wird, in der Öffentlichkeit quasi unbekannt. Es ist auch gar nicht so einfach im Internet zu finden. Auf der Webseite der Bundesregierung habe ich jede Menge Propagandamaterial gefunden, aber nicht den Gesetzentwurf, der aktuell zur Abstimmung steht. Zum Glück hatten die Kollegen vom INSM-Blog ein PDF parat. Es ist sehr kurz und lohnt sich zu lesen.
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