AbgeordnetenWatch: Fragt Eure Abgeordneten nach Griechenland-Hilfen

April 28, 2010

Die Regierung berät über die Hilfen an Griechenland. Hier ist vor allem die Frage relevant, ob die Gläubiger beteiligt werden (also auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssen) oder ob der EU-Steuerzahler alles alleine schultern soll. Es ist mein Eindruck, dass die Regierung hier keine ausreichende parlamentarische Diskussion wünscht. Das Parlament soll kurzfristig die Hilfen genehmigen ohne dass die Abgeordneten bislang überhaupt hinreichend informiert wären. Um die Politiker an das Volk zu erinnern, schlage ich vor das jeder bei seinem Abgeordneten auf AbgeordnetenWatch.de mal nachfragt, ob dieser denn für oder gegen eine Beteiligung der Gläubiger sei. Diejenigen, die gänzlich gegen die Hilfen sind, können auch diese Petition an den Bundestag unterzeichnen.

Ich habe mal den Anfang gemacht und folgende Frage bei AbgeordnetenWatch.de eingestellt:

Sehr geehrter Herr Kahrs,

es steht in Kürze eine wichtige Abstimmung über eine Gesetzesvorlage zur Gewährung von Krediten an Griechenland an. Dazu habe ich zwei Fragen:

1) Fühlen Sie sich von der Bundesregierung ausreichend informiert, um sachgerecht schon Anfang Mai darüber zu entscheiden? Wenn nicht, werden Sie dann für oder gegen die Hilfen stimmen?

2) Wenn Hilfen gewährt werden, sollten Ihrer Meinung nach auch die Gläubiger beteiligt werden in dem sie auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten? Wenn die Bundesregierung einen Gesetzentwurf ohne Forderungsverzicht vorlegt, werden Sie dann für oder gegen die Hilfen stimmen?

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort und mit besten Grüßen aus dem Wahlkreis

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S&P-Downgrades von Portugal (A-) und Griechenland (JUNK)

April 27, 2010

Nur kurz notiert: Griechenlands Standard-And-Poors-Rating fällt von BBB+ auf BB+. Wenn die anderen Ratingagenturen nachziehen, dann akzeptiert die EZB keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit. Das könnte kurzfristig im griechischem Bankensystem zu einer Liquiditätskrise führen. Es sind Bankausfälle zu erwarten.

Ferner wurde das Rating von Portugal von A+ auf A- und fallende Tendenz heruntergestuft. Damit muss sich Portugal dramatisch mehr anstrengen oder es ist bald das zweite Griechenland.


Können neue Drachmen Griechenland helfen?

April 27, 2010

In nigecus‘ Blog bin ich auf den Vorschlag gestoßen, dass Griechenland nicht aus dem Euro austritt, aber neues eigenes Geld ausgibt. Alle Zahlungen der Regierung erfolgen dann in dieser Währung. Gleichzeit strebt es eine Umschuldung in Form eines Kapitalschnitts mit den Alt-Gläubigern an. Der Vorteil ist, dass die Privatwirtschaft nicht durch eine Währungsreform enteigent wird und nur der absurd große Staatssektor schrumpft.

Ich habe es noch nicht ganz zuende durchdacht, aber mir ein paar Gedanken zur möglichen Ausgestaltung gemacht.
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Renditesprünge bei Staatsanleihen

April 26, 2010

Egghat berichtet:

Heute ist die Rendite der (synthetischen) zehnjährigen griechischen Staatsanleihe um

90 Basispunkte

gestiegen. Leider habe ich keine ausreichende Datenbasis zur Hand, aber es dürfte sich um einen ziemlich einmaligen Anstieg handeln. Ich kann mich nicht an einen Renditesprung einer 10-jährigen Staatsanleihe um fast ein ganzes Prozent an einem Tag erinnern (Pfundkrise?).

Mir liegen nur CDS-Spreads leicht auswertbar vor, aber da gibt es schon ein paar über 1% Renditeänderung an einem Tag:
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Top-10 Staatspleiten-Risiko: 26.04.2010

April 26, 2010

Auch wenn ich eigentlich Folien für meinen nächsten Vietnam-Einsatz schnitzen sollte: Es sind leider wieder Zeiten, die nach häufigeren Updates der Top-10 Liste verlangen.
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Griechenland: Pleite kommt

April 25, 2010

Nachdem die Schulden von Griechenland mal wieder nach oben revidiert wurden, ist immer offensichtlicher was Beteiligten schon sehr früh klar gewesen ist: Griechenland kann gar nicht gerettet werden. Natürlich könnte man Euros in das Schwarze Loch des griechischen Staatshaushaltes werfen, aber das würde die Pleite nur verzögern. Verhindern könnte die Pleite nur ein Geldgeschenk in einer Höhe, die in den Geberländern politisch undurchsetzbar ist.

Es ist also höchste Zeit, dass sich die Herren Politiker mal mit den echten Problemen beschäftigen statt nur in einer Gruppentherapie versuchen das Rettungswunder herbei zu zaubern. Den Rest des Beitrags lesen »


Schweiz reguliert die Banken richtig!

April 24, 2010

Großartige Neuigkeiten aus unserem kleinem Nachbarland. Die Schweiz hatte eine Kommission eingerichtet zur Erarbeitung von Vorschlägen zur besseren Bankenregulierung. Ziel muss es sein, dass der Staat keine Banken mehr im Fall der Fälle retten muss. Und dies schlägt die Kommission vor:

The expert group outlined a raft of measures, including requiring higher capital and liquidity buffers, as well as a „balanced“ approach to risk-taking. The government is expected to address the experts‘ recommendations as early as next week.

Specific capital measures the commission is backing include having banks issue so-called contingent convertible bonds, which can convert into shareholders‘ equity in the event of a bank crisis.

Banken sollen Wandelanleihen begeben, die im Krisenfall automatisch Eigenkapital werden. Das ist doch genau das, was ich seit langem vorschlage. Ich hoffe die Schweizer Politiker hören auf ihre Experten, denn das ist clevere Regulierung, die wirklich hilft. Liebe UBS, stell Dich schon mal auf höhere Eigenkapitalquoten ein.


Zeuge entlastet Goldman Sachs?

April 22, 2010

Stell Dir vor Du bist ein Hehler, der über einen Second-Hand-Laden Diebesgut unter das Volk gebracht hat. Als Verteidigungsstrategie behauptest Du nun, dass der Händler wusste, dass dies Diebesgut war. Als Richter würde ich Dich auslachen. Der Händler ist dann eben auch ein Hehler. Das macht Dich nicht zu einem besseren Menschen. Dieser Vergleich fiel mir ein, als ich die Aussagen des „Kronzeugen von Goldman Sachs“ lesen musste.
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Die schnelle Mark für den Politiker

April 19, 2010

Ein Politiker ist ein Getriebener, getrieben von dem nächsten Wahltermin. Alles was danach passiert, sei es gut oder schlecht für das Land, existiert für den Politiker nicht. Deswegen passieren sonderbare Dinge: Wir haben ein unfinanzierbares Rentensystem, Griechenland wird gerade soviel Geld gegeben, dass sie nicht vor der Wahl pleite gehen und die Energiekonzerne bekommen Milliarden geschenkt.
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Goldman Sachs wegen Betrug angeklagt

April 18, 2010

Weil Goldman Sachs angeblich eine ABS-Transaktion zum Nachteil seiner Investoren strukturiert hat, wurde es nun von der SEC angeklagt. Im Falle einer Verurteilung können die Investoren, unter anderen die IKB, auf Rückerstattung der Investitionssumme hoffen. Bei der IKB 150 Millionen Dollar.

Dass nun auch eine strafrechtliche Aufarbeitung der Finanzkrise beginnt, ist sehr zu begrüssen. Es sollten aber nicht nur die Banker verfolgt werden, die ihre Investoren betrogen haben, sondern auch solche, die durch das verstecken von Risiken sich auf Kosten des Steuerzahlers bereichert haben. Dass große Fische dabei ins Netz gehen, ist unwahrscheinlich. Zu abstrakt ist das Geschäft, in dem das Ungewisse gerade Kernbestandteil ist. Aber die geringen Erfolgsausichten sollte die Staatsanwaltschaft nicht von der Ermittelung abhalten.

Weitere Originalquellen (PDF):


Finanzkrise: Hamburg schröpft Familien

April 18, 2010

Die Stadt Hamburg versucht zu sparen. Prestigeprojekte wie die Elbphilharmonie, Misswirtschaft wie die Rettung der HSH Nordbank und wegbrechende Steuereinnahmen habe tiefe Spuren im Haushalt der Stadt hinterlassen. Und dass obwohl die Ausgaben ja noch nicht einmal korrekt erfasst wurden. Die Rettung der HSH ist ja noch als Gewinn verbucht. Nun holt sich Hamburg das fehlende Geld bei den Familien zurück und erhöht den Spitzensatz für einen Kitaplatz auf sportliche 517 Euro pro Monat.
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Griechenland lügt und lügt und lügt

April 11, 2010

Griechenland hatte sich ja bereits den Zutritt zur Eurozone nur mit Bilanzfälschung erschlichen und sie hatten den Stabilitäts- und Wachstums-Pakt nur mit Hilfe von dubioser Hilfe durch Goldman Sachs erfüllt. Was liegt da näher als wenn sie zur Erlangung der europäischen Hilfsgelder das tun was sie am besten können: Falsche Zahlen liefern.
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Top10 der Staatsbankrott-Risiken: 09.04.2010

April 11, 2010

In letzter Zeit hab ich wenig von der selben, daher nur ein kurzer Kommentar: Eigentlich sind die Staatsbankrott-Risiken auf breiter Front zurückgegangen. Unrühmliche Ausnahmen sind die famosen PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien). Mehr zum Thema und immer die aktuellen Zahlen hier.
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Google Streetview: Potenzieller Bewerbungstöter

April 7, 2010

In der letzten Welle von Empörung über die massenhafte Veröffentlichung von Straßenansichten durch Google („Street View“), haben viele auf den damit verbundenen Verlust an Privatsphäre hingewiesen. So könne beispielsweise ein Bewerber für eine Media-Agentur abgelehnt werden, wegen der Gartenzwerge in seinem Vorgarten. Oder der Banker, weil sein Haus so aussieht als benötige er dringend viel Geld für die Sanierung. Die Streetview-Verteidiger sagen nun: „Das sind Informationen, die man auch so durch hinfahren erlangen kann.“. Google-CEO Eric Schmidt steigert sich sogar in ein: „If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.“

Weit gefehlt. Zum einen ist die Reduktion der Informationsbeschaffungskosten, die einen Unterschied in der Qualität ausmacht. Man kann immer noch für oder gegen den Dienst sein, aber man sollte nicht so tun, als ob vorbeifahren und Ansurfen das gleiche sei. Es ist in großer Unterschied. Zum einen wegen der Kosten und zum anderen, weil Vorbeifahren aktuelle Informationen liefert ung Google’s Photos viele Jahre alt sein können. Wer sagt denn, ob der Gartenzwerg, der zur Ablehnung des Kreativen führte nicht dem Vormieter gehörte und nicht längst durch die Lack-und-Leder-Version ausgetauscht wurde? Und der Banker nicht das sanierungsbedürftige Haus längst in Schuss gebracht hat? Google gibt nicht an von wann die Photos sind…


Griechenland will IWF-Beteiligung verhindern

April 6, 2010

Kritiker einer IWF-Beteiligung an einer Griechenland-Rettung behaupteten: „Der IWF könne die Haushaltsdisziplin in der Euro-Zone noch mehr aufweichen, da er deutliche schwächere Sparauflagen als die EU mache“. Dazu schrieb ich:

Sehr unglaubwürdig. Der IWF ist für seine harten Forderungen nach Strukturreformen und Privatisierungen bekannt. Auch die griechische Elite sind nicht von ungefähr gegen die IWF-Einmischung, schließlich besteht die Gefahr lieb gewonnene Privilegien, wie eine weitgehende Steuerbefreiung für Reiche zu verlieren.

und nun meldet das Handelsblatt tatsächlich:
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