Hamburg, meine Perle? Der Pixi-Buch-Skandal

Wer sich immer gefragt hat, warum in Hamburg so schlechte Politik gemacht wird, der findet im folgenden Video die Antwort: Die Abgeordneten haben schlicht Wichtigeres zu tun, als die HSH Nordbank zu beaufsichtigen, den Wirtschaftsstandort zu stärken und die Schulen vernünftig auszustatten.

Update 9.9.2009:
Ich habe das Video ausgetauscht, da in dem vorherigen inzwischen ausländerfeindliche Kommentare eingeblendet wurden. Ich weiß nicht seit wann diese da sind, aber ich versichere, dass dies bei Veröffentlichung dieses Blog-Beitrags noch nicht der Fall war. Das sie hier zu sehen waren, tut mir Leid.

9 Antworten zu Hamburg, meine Perle? Der Pixi-Buch-Skandal

  1. Leon Hartner sagt:

    Tragisch aber wahr! :D

    Immmerhin gab es keine englische Tätigkeitsbezeichnung in dem Buch (e.g. User). Die müsste dann nämlich radikal eingedeutscht werden in „User und Userinnen“ *grusel*… Das Kunststück hat Lutz Heilmann, seines Zeichens wikipediazensierender Linker, hingekriegt.

  2. Alex Stölting sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle nur mal anmerken, dass die Ironie, die in diesem Beitragmnitspielt, nicht angemessen ist.
    Wir haben in Deutzschland ein Diskriminierungsproblem, dass vor allem Frauen und AusländerInnen betrifft. Ein Problem, dass seine Wurzeln in den unzeitgemäßen Vorstellungen von „Frau“, „Heimat“, Nation“ und „Familie“ hat. Ein Problem, dass auch durch schlecht durchdachte Bücher, wie dieses Hier von Pixi (natürlich auch durch viele andere Aspekte, deren Diskussion diesen Rahmen sprengen würde) reproduziert wird. Chancengleichheit ist in Deutschland nicht vorhanden. Weder für Frauen, noch für Menschen mit Migrationshintergrund. Und es ist ziemlich peinlich, sich so unreflektiert darüber lustig zu machen.

    • ketzerisch sagt:

      Ich finde Diskriminierung mitnichten lustig. Ich bin selber oft genug diskrimiert worden. Bei der Wohnungssuche („keine Ausländer“) und im Uni-Umfeld („Frauen mit vergleichbarer Qualifikation bevorzugt“) Aber es gibt verschiedene Wege damit umzugehen und sich über ein schlecht gemachtes Pixi-Buch zu echauffieren ist IMHO kein guter. Und wenn es um die Verhunzung der deutschen Sprache geht („AusländerInnen“), dann finde ich es sogar kontraproduktiv. Ebenso, wenn aus einem Zwang der Angepasstheit („Frau müssen lange Haare haben“) ein Zwang zur Unangepasstheit wird („Frau dürfen keine Zöpfe haben“). Nenne es konservativ, aber ich finde Frauen sollen einfach die Frisur haben, die sie haben wollen.

    • kalle sagt:

      Ich bin froh das sich in meinem Freundes, Kollegenkreis fast nur Frauen tummeln die so selbstbewußt sind das sie sich nicht von einem vergesseren ‚Salzstreuerin‘ diskriminiert fühlen.

      Gegen Diskriminierung arbeiten? Klar! Immer! Durch -innen an Wörter anhängen? Strategisch bedeutungsloser Nebenschauplatz…

  3. Alex Stölting sagt:

    Das mag ja sein, aber irgendwo muss man ja anfangen. Und es ist nicht so, dass ich unbedingt auf dem Binnen-„I“ beharre. Nichtsdesto weniger ist dieses PixiBuch genauso wie die zustände an unseren Grund- und Hauptschulen (80% der Lehrkräfte sind weiblich, bekleiden aber nur 20% der Schulleitungspositionen, Nachzulesen im WSI FrauenDatenReport 2005 und im Jahresgutachten 2009 zu Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem) Mitverantwortlich für die VErbreitung traditioneller Normen in Sachen Geschlechterrollen. Im Übrigen geht es hier doch nicht um das PixiBuch an sich, sondern um die Unreflektiertheit, mit der Geschlechterdifferrnezen hier reproduziert werden. Das findet sich überall in unserem land wieder. Im Kindergarten, in der Schule, an der Uni und im Berufsleben. Man muss nur nal genauer hinsehen. Das Pixibuch ist nur ein prominenter Tropfen auf den heißen Stein.
    Ach: Eins noch zum Thema „Die Politiker haebn Wichtigeres zu tun“: Da solltet ihr euch lieber mal die Pols angucken, die auch wirklich das entsprechende Amt bekleiden. Ich bezweifle, dass die Protagonisten (oder sollte ich aufgrund der Machart des Videos sagen: Antagonisten?) viel mit der Bankenaufsicht zu tun haben.

    Der Spruch mit den Zöpfen geht mir allerdings auch ein wenig zu weit. Ich bin kein Feminist. ist mir wichtig dass euch das klar ist.^^

  4. Georg sagt:

    In einem Kommentar hier wird von „nicht zeitgemäß“ gesprochen. Wer definiert das?

    Ist noch niemandem klar, dass Politische Korrektheit ein System der Unterdrückung der Meinungsfreiheit ist, das keine Regeln hat? Ähnlich wurden und werden in totalitär gekennzeichneten Systemen (Kommunismus, auch McCarthy-Ära,…) „subversive“ Elemente auf Basis eines nicht definierten Systemes kontrolliert bzw. unterdrückt.

    Ich habe angenommen, das ist ein Fake. Eine Recherche lässt mich allerdings vermuten, dass das keiner ist. Unglaublich.

    Wie krank sind diese Menschen, die das fordern? Kinderbücher zeigen idealisierte Normalität. OK, ein Bild einer Schulklasse sollte vielleicht ein, zwei Migrantenkinder zumindest zeigen. Aber: Verpflichtend Üzgür beim Rätsel schreiben? GI Jane mit Glatze als Mutter- oder Mädchenbild? Kinder, die sich um den Vater scharen statt um die Mutter?

    Was soll das?

    Die linke Dummheit und die Versuche das Fundament der Gesellschaft zu zersetzen sind zum Kotzen.

    • klemperer85 sagt:

      Herregud, das ist ein Spiegel-TV-Video gewesen…. da wird immer ein Thema aufgegriffen, schwarz-weiß dargestellt, und „pc“ niedergemacht… Das ist ein Sport seit mindestens1995… Ihnen scheint völlig entgangen zu sein, daß „political correctness“ seit 15-20 Jahren von allen Seiten niedergemacht wird, und gleichzeitig die jeweils gleichen Leute eine rechte Moralheuchelei auf ihre eigenen Gebiete anwenden? Was dann nie „pc“ ist – sondern „die Wahrheit“.

      Man kann durchaus vieles an „gender mainstreaming“ kritisieren, ein Freund von mir leidet an der Uni an diversen aufgeblähten Sprachforderungen, die eher viele Bewerberinnen^^ abschrecken, als zu helfen. Aber so ganz schwarz-weiß ist es doch nicht.
      „Die inke Dummheit und die Versuche das Fundament der Gesellschaft zu zersetzen sind zum Kotzen“ – ihr ZItat, paßt nun wirklich schlecht auf ein hochkomplexes Thema, das halt von Spiegel-TV platt und zur Steigerung des Blutdrucks gebracht wird – wie immer also… das ist der Sinn von solcher Art TV…Schenkelklopfen, „da siehstesdoch!“, so sind die Reaktionen erwünscht – und so haben auch sie reagiert^^.

      Die Menschen, die sich von mir aus falsche Gedanken um Sprache machen, sind auch nicht „krank“ deshalb. Was für ein niveauarmer Kommentar. Das Patriarchat ist Realität, und in einer unpollitischen Zeit, in der Advertising-agents und coaches recht viel von unserer Weltsicht schaffen, gibt es halt derzeit keinen lauten Widerstand gegen Unterbezahlung von Frauen und mehr – man bastelt dafür ach so liberal ersatzweise oft an der Sprache rum…Wie die Werbung es ja auch tut, nur da in einer „feel good smile and be cool“-Sicht.
      So doof es Ihnen persönlich vorkommt, wenn sie gender-mainstreaming-Sprache sehen, so erbärmlich finden viele es auch, die dauergrinsenden Grimassen und immergleichen Sprachspiele der Werbung zu sehen, täglich hundertfach, wohin man geht….
      Vergleichsweise hört man das gender-Deutsch kaum ein tausendstel Mal so oft. Nicht wahr? Und was stört es eigentlich, wenn eine Schulleiterin nicht Schulleiter genannt werden möchte? Sie heißen ja auch nicht Georgina, ich finde für mich Georg auch schöner als Georgina^^. Da muß man nicht gleich so brüllen, von Kranken und linken Idioten, wie sie es taten…Man kann doch widersprechen, und sagen, Sprachregeln allein ändern überhaupt nichts. Political correctness hat fast nichts mit „linker“ Politik zu tun. Massenmorde mit hochmoralischen, oft verlogenen Erwägungen zu verbrämen, wie seit 2001 häufig im Westen, schon viel mehr….Daran höre ich im Privat-TV, wenn ich es mir mal ansehen muß, keinerlei Kritik… Auch nicht bei den „pc“-Kritikern von achgut, „politically incorrect“ und anderen rechten Seiten…

  5. MaxR sagt:

    Und ich dachte, daß diese Diskussion seit meiner Studienzeit (endete vor knapp 20 Jahren) beendet sei. Genaugenommen dachte ich damals schon, daß es sich eher um eine von der Spaßguerilla initiierte Pseudodiskussion zum Zwecke des Aufzeigens der vollständigen Verbohrtheit gewisser gesellschaftlicher Greise und Greisinnen (oder doch Kreise und Kreisinnen? Man kann ja nie wissen!) gehandelt haben muß.

    Wasserhähne und -hühner aller Länder, vereinigt Euch!

  6. Maennlicher sagt:

    Zitat:“Wir haben in Deutzschland ein Diskriminierungsproblem, dass vor allem Frauen und AusländerInnen betrifft.“
    Na da können wir aber von Glück reden, dass wir jetzt rund 4 Jahre weiter sind. Jetzt gibt es wenigstens kein Diskriminierungsproblem mehr bei den Frauen.
    Heutzutage werden Männer diskriminiert!

    Das fängt im Kleinkindalter schon an, wo man Jungen aus (angeblich) religiösen Gründen – ohne medizinische Notwendigkeit – gewisse Körperteile kürzen darf. Und setzt sich fort in der Schule, wo Jungen häufig schlechtere Noten bei gleicher Leistung erhalten. Von der bevorzugten Förderung der Mädchen beim Girlsday und ähnlichen Aktionen mal abgesehen.

    Nicht zu vergessen die Frauenquote, dieses dämliche Gender-Geschwafel inklusive grammatikalischer Verballhornung(Innen) und, last but not least, der Tatsache, dass hinter allem und jedem Frauenfeindlichkeit und Sexismus vermutet wird.

    Sieht man ja an diesem Buch und findet seine Lächerlichkeit z.B. in Situationen, wo sich ein US-amerikanischer Präsident wegen einem (netten) Kompliment entschuldigen muss, um nicht wegen Sexismus niedergemacht zu werden.

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