HSH Nordbank überrascht mit guten Zahlen(, oder?)

Es klingt super. Die HSH Nordbank meldet:

Das Ergebnis vor Steuern, Restrukturierungsaufwand und Verlustübernahme beläuft sich gemäß testierten IFRS-Zahlen auf -2,6 Milliarden Euro. Nach Steuern, Restrukturierungsaufwand und Verlustübernahme beträgt der Konzernjahresfehlbetrag 2,7 Milliarden Euro. Damit ist der Fehlbetrag rund 200 Millionen Euro geringer als die vorläufig veröffentlichten Zahlen vom Februar 2009.

Ich wage mal einen zweiten Blick.

Da steht auch auf Seite 78f im Geschäftsbericht.

Die Eu-Komission hat im Rahmen ihrer begonnen Prüfung die Genehmigung der strategischen Neuausrichtung und des Rekapitalisierungspakets der HSH Nordbank mit der klaren Erwartung verbunden, dass die Bank entgegen ihrer bisherigen Planung für das Geschäftsjahr 2008 keine Ausschüttung auf Genusrechtskapital und Stille Einlagen tätigt. Der Verzicht auf eine Bedienung des Genusrechtskapitals und der Stille Einlagen ist aus Sicht der HSH Nordbank damit unumgänglich geworden, um die in Aussicht gestellte Rekapitalisierung nicht zu gefährden.

Davon betroffen sind Ausschüttungen für Genußscheine und Stille Einlagen in Höhe von 194 Millionen Euro, die vom Bilanzgewinn abhängen. Der Vorstand geht davon aus, dass die im Dezember beschlossene Ausschüttung von 64 Millionen Euro an Halter Stiller Einlagen, die vom Jahresüberschuss abhängen, auch nicht geleistet werden dürfen.

Wenn man sich die Zahlen vom Jahresabschluss 2007 (Folie 29) anschaut, so war in der GuV auch noch ein Posten „Abzuführende Gewinne“ in Höhe von 278,4 Millionen Euro. Der fehlt natürlich in der GuV 2008 (Seite 114), denn Gewinne wurden ja nicht mehr abgeführt.

Kann es sein, dass der geringere Fehlbetrag vollständig auf den Verzicht der Bedienung des Hybridkapitals zurück zu führen ist? Wäre dies so, dann stellt sich allerdings die Frage, warum es nur 200 Millionen weniger als zunächst gemeldet sind. Klingt für mich nach einer unerwarteten Mehrbelastung von rund 60 Millionen Euro.

2 Antworten zu HSH Nordbank überrascht mit guten Zahlen(, oder?)

  1. Thomas sagt:

    Klingt plausibel. In der Pressemeldung vom Februar hieß es ebenfalls noch, daß man das Hybridkapital bedienen will. Ist also wohl in den damaligen vorläufigen Jahresabschluß so eingeflossen.

    Lustig finde ich auch folgenden Satz aus der Pressemeldung: „Die vorläufigen Ergebnisse im ersten Quartal 2009 sind besser als in der Planung vorgesehen.“

    Irre ich mich, oder hat man uns nie mitgeteilt, was die Planung vorgesehen hat? Wir wissen durch diese Aussage also weder, was geplant war, noch wissen wir, wie die vorläufigen Ergebnisse in absoluten Zahlen aussehen. Das nenne ich hochgradig informative Investor-Relations-Arbeit!

    Und noch ein Detail: Laut Kapitalflußrechnung (S. 120) wurden 346 Mio. € Wertminderungen als „erfolgsneutrale Veränderungen“ außerhalb der G+V gebucht wurden. Wenn man Verlust als „Verringerung des EK“ definiert (-> Verringerung des Eigentümervermögens), muß man das strenggenommen noch zum G+V-Verlust hinzuaddieren.

  2. nigecus sagt:

    haha „…besser als erwartet…“

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