Inflation, Nachfrage und Angebot

Es gibt viele Wirtschaftswissenschaftler, die eine kommende Inflation in das Reich der Märchen verweisen. Allen voran Nobelpreisträger Paul Krugman in seinem Blog. Liebstes Argument: Solange die Arbeitslosigkeit so hoch ist, ist die Nachfrage im Keller und daher können die Preise nicht steigen. Ein Denkfehler.

Wie auch Paul sicher in seinem Studium gelernt hat, sind Preise nicht nur eine Funktion der Nachfrage (die sehe ich auch langfristig im Keller), sondern auch des Angebots. Die Firmen sind ja auch nicht dumm und stelle sich auf die verringerte Nachfrage durch Kapazitätsabbau ein. Entweder freiwillig (Werkschließung et al.) oder unfreiwillig (Pleite). In Branchen, in denen der Kapazitätsabbau gelingt, werden die Preise kräftig steigen. Inflation ist halt nicht, dass alles teurer wird, sondern Inflation das alles im Mittel teurer wird.

Daher hier mal ein offenes Brain Storming wo die Inflation auftreten wird. Die Liste ist im Hinblick auf die Fähigkeit einzelner Branchen die Kapazitäten zu verringern erstellt worden.

Immobilien: Werden eher nicht verschrottet: Keine Preissteigerung.

Autos: Die Politiker dieser Welt scheinen mit aller macht jede Werksschließung verhindern zu wollen. Keine Inflation – kostet aber Staatsgeld, dass für Inflation in anderen Branchen sorgen wird.

Gold: Meiner Meinung nach ist die Inflationserwartung inzwischen dort schon eingepreist. Große Preissteigerungen erwarte ich daher erstmal nicht (mehr).

Nahrung: Für nicht geförderte Lebensmittel wird die Produktion gekürzt. Die Preise werden steigen. Einzelne Lebensmittel wie bspw. Milch vielleicht nicht, wenn die Lobbyisten sich mit Geldgeschenken an die Bauern durchsetzen.

Möbel: Wer rettet schon Möbelhersteller? Alle viel zu klein! Steigende Preise.

Arbeitskraft: Es müssten schon mehr auswandern als arbeitslos werden, um hier das Angebot zu verknappen. Trotzdem würde ich unterscheiden zwischen gering- und mittelqualifizierten Arbeitern (keine Lohnsteigerung, weil austauschbar) und hochqualifizierten (Lohnsteigerung, knappes Angebot). Sprich: die Schere wird sich spreizen.

Rente, Harz IV: Wird nicht nach Angebot- und Nachfrage bestimmt. Keine Ahnung, wo die Reise hingeht.

Kleidung: Siehe Möbel: Preise steigen.

Frachraten der Schiffe: Angebotsverknappung kann durch Verschrottung erfolgen. Aber viele Schiffe werden noch erst ausgeliefert, neue Schiffe eher ausgelegt denn verschrottet. Keine Preissteigerung.

Dienstleistungen Handwerk: Austauschbar wie Löhne von mittelqualifizierten Arbeitskräften. Bis auf einige Spezialanbieter eher keine Preissteigerungen. Preissteigerung dürfte es aber sehr wohl bei den Rechnungspunkt „Materialkosten“ geben.

Öl: Die OPEC kann die Fördermenge senken. Preissteigerungen.

Prognosen der Leser gerne in den Kommentaren.

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