BND hat Tag der offenen Tür

Der BND hat Tag der offenen Tür. Anders kann man sich die Flut von Veröffentlichungen von Interna aus dem Geheimdienst nicht erklären. Während andere „Unternehmen“ vor dem Besucherandrang noch mal kräftig aufräumen und sich von der besten Seite zeigen, hat der BND dies offenbar versäumt. So dringt auch nur Peinliches bis Schockierendes nach Außen.

Der BND hat zum Beispiel über den Grünen-Politker Hans-Christian Ströbele gespeichert, dass dieser ein Prostataproblem hat. Diese Information ist nun nicht gerade gegen den internationalen Terrorismus gerichtet und hat erkennbar wenig mit dem Ausland zu tun. Was bitteschön hat den BND dies zu interessieren? Das sie es mitbekommen lässt sich vielleicht nicht immer vermeiden, aber müssen sie es speichern?

Damit hört der Bericht nicht auf. Es wird auch ein Spitzenbeamter im Kanzleramt als „kleine fette Schwuchtel“ bezeichnet und sexuelle Gerüchte über diesen erfasst.

Dann dringt nach außen, dass die im Kosovo verhafteten BND-Auslandsspione einen Notruf abgesetzt haben, den der BND mehrere Tage lang unbearbeitet ließ. So erfuhr der BND-Präsident erst vom Auswärtigem von der Verhaftung; nicht etwa vom eigenem Dienst.

Dann wurde bekannt, dass der BND die Emails der deutsche Welthungerhilfe in Afghanistan überwacht hat. Nun ja, das liegt wenigstens im Ausland und fällt damit in den Aufgabenbereich des BNDs. Warum der BND ausgerechnet bei der von Ingeborg Schäuble, der Frau des Innenministers, geleiteten Welthungerhilfe Unterstützer des internationalen Terrorismus vermuten, weiß ich natürlich nicht. Besonders wahrscheinlich finde ich das nicht. Aber wenn es dort welche geben sollte, dann sind sie mit der Veröffentlichung der Aktion hinreichend gewarnt worden.

Update:
Das Kanzleramt attackiert BND-Chef Ernst Uhrlau inzwischen wegen der Pannenserie scharf. Die ganze unappetitliche Sache könnte dem Guten seinen Job kosten. Hintergrund ist hier aber im Wesentlichen die Kosovo-Geschichte.

Update 2:
Da ist mir doch glatt eine BND-Panne durchgerutscht: Gerade mal vor zwei Wochen wurde auf der Webseite Wikileaks eine Liste mit vom BND verwendeter IP-Adressen veröffentlicht. Wiki-Leaks hat die Liste mit Wikipedia abgeglichen. Dabei kam heraus, dass BND-Mitarbeiter den Hinweis entfernt haben, die Goethe-Institute dienten als Auslandsbasen des Dienst.

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2 Responses to BND hat Tag der offenen Tür

  1. […] seinen Agenten zu haben, dann kann ich da kein Mitleid verspüren. Es reiht sich nur ein in eine Reihe von Peinlichkeiten der letzten Wochen. The BND, like the CIA, is forbidden by law to engage in domestic activities. […]

  2. […] die Hausdurchsuchung ein Revanche für die Bloßstellung des BND durch Wikileaks vergangenes Jahr war, ist übrigens nur ein böses […]

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