Common Misconceptions on Eurobonds

Hans-Werner Sinn, sitzend

Sinn Targets Eurobonds. Image via Wikipedia

There are many common misconceptions on Eurobonds out there. I was going to compile a list, but the German economic newspaper Handelsblatt did me the favor of having them all in one article – however not identified as such.

Misconception 1: Nothing new about Eurobonds

Handelsblatt quotes Hans-Werner Sinn, a German economist, in saying: „If the European Financial Stability Facility (EFSF) would buy Greek bonds, that would equal Eurobonds“. Well, that is of course not correct, because the Greek bonds would yield higher interest than the Eurobonds would. And there is one mayor other difference, at least to the Red/Blue Bond proposal for Eurobonds: It doesn’t allow for the default of a country.

Misconception 2: Eurobonds introduce common liability without common financial policy

That is also not true for the Red/Blue Bond proposal. The common liability is only given for the part of the bonds that are almost certainly going to be repaid. Economically, the common liability will exist to a much lower extend as it does now. Now Germany has little choice but to bail Greece and other, because it a country default will endanger Germany’s own banking system. With the Red/Blue Bond proposal a country’s default will have little impact on the banking systems as banks are not allowed to have Red Bond exposure.

Misconception 3: Eurobonds create intransparency

Critics claim that Markets will not have the lever anymore to distinguish between the countries according to their financial prudence. The opposite is true. This misconception is in a way based on misconception 2. If there is a common liability the argument goes, than we have the same market prices. That is of course only correct for Blue bonds. Red Bonds will be much more sensitive to a country’s financial behavior as the current normal bonds. It will be such a good measure of financial prudence that each country should be forced to issue some Red Bonds even if the Blue Bonds are not yet fully at 60% GDP.

Misconception 4: Eurobonds weaken other bonds

That argument is actually a bit weird: It claims that because Blue Bonds are saver, Red Bonds will be less so. And Red Bonds will be more likely to suffer a hair cut than Blue Bonds. Therefore investors will be weary to invest in Red Bonds. Well, that is not a misconception – it’s the very point of the Blue/Red Bonds plan. Because investors are reluctant to invest in Red Bonds, countries will be reluctant to raise debt above 60% of the GDP.

Misconception 5: Eurobonds deter the effort to save

The argument goes: Why should someone save if borrowing is so easy? This is misconception 2 in disguise again. In the Red/Blue Bonds approach borrowing will only be easy until 60% of GDP. Thereafter it’s going to be tougher than it is currently. So the market pressure to save will increase rather than decrease.

Misconception 6: Eurobonds will let the Eurozone explode

The argument goes: With the Eurobonds the national (read Greek) parliaments will only discuss what Europe might approve as a measure and act as a fully sovereign state anymore. If things go from bad to worse, Greek politicians will blame Europe and Germany. Again, the opposite is true. This is a real threat in the current system with the EFSF granting credit in return to austerity measures. Eurobonds will not be attached with politicial measures, but with the Red Bonds having the easy default built-in, Greek politicians will face the consequences of their own decisions. The Greek democracy keeps it’s full sovereignty.

Misconception 7: No parliament can actually vote on this

Maybe, but if so this is certainly also true for the EFSFs and ESMs out there. Again, the Red/Blue Bonds approach is from my point of view much easier to comprehend for member of a parliament than the „Stability Fonds“. Even more important, with the Eurobonds parliaments keep their national budget responsibility, while with EFSE/ESM the spending is directed by the national governments and thus the executive force rather than the legislative.

Summary

There might be some drawbacks of the Eurobonds, but Handelsblatt failed to come up with any.

5 Antworten zu Common Misconceptions on Eurobonds

  1. cangrande sagt:

    1) Verstehe ich nicht: es geht doch wohl um neue Anleihen, und deren Zinsen würden doch nicht vom Markt bestimmt, sondern ausgehandelt?

    2) Und was nützen Griechenland Eurobonds für 60% BIP, wenn die Schuldenhöhe 150% v. BIP (oder wahrscheinlich bald 200%) beträgt? Glauben Sie wirklich, Ihre hübschen Glasperlenspiele auf der Schreibunterlage halten den politökonomischen „Sachzwängen“ stand?

    3) Siehe Ziff. 2. Die Schuldnerländer nehmen erst den kleinen Finger, dann die ganze Hand. Menschlich. Außerdem: wenn die Banken die roten Mistdinger nicht kaufen dürfen, wird der Markt noch enger und die Zinsen steigen entsprechend höher. („Therefore investors will be weary to invest in Red Bonds.“ sagte doch jemand?)

    4) Der limitierende Faktor könnte vielleicht eintreten, wenn die Schulden „von unten“ kommen. Momentan haben die Länder aber über 60% Schulden; da helfen denen gesplittete Bonds nichts. Außerdem: Wenn „der Markt“ am Ende doch wieder – wie gehabt – von einer Solidarhaftung ausgeht? (Würde zwar mein Argument zu 3. entwerten, uns aber in die gleiche Situation wie jetzt treiben.)

    5) Man weiß nicht, wie es ausgehen wird: to tough or to easy? Das würde von der Einschätzung der Märkte abhängen. Wir hatten eine simple Regel: „No bailout“. Haben halt die Märkte nicht geglaubt. Jetzt sollen es noch subtilere Instrumente und Überlegungen richten? Wer’s glaubt! Und ohnehin sind die Länder momentan weit oberhalb der Grenze.

    6) Na ja, dann frisieren die halt wieder die Statistiken! Oder machen Druck über andere politische Fragen, oder drohen default der 60% an, wenn wir ihnen keinen größeren Schluck aus der Pulle gönnen usw. Aber von den 60% sind wir bei Griechenland ohnehin weit entfernt: die werden wir auch nie von oben sehen, wenn wir denen weiter Geld geben. An Regeln oder an Ehrlichkeit glauben nämlich nur die Deutschen (Landesbanker – Sie kennen den Artikel von Michael Lewis?).

    7) Und weil wir nicht mehr rauskommen, müssen wir nicht nur gegen die Eurobonditen kämpfen, sondern gegen die Bailouterei insgesamt!

    • ketzerisch sagt:

      zu 1) Nein. Die Zinsen ergeben sich nach dem Marktprinzip aus Angebot und Nachfrage. Natürlich könnte die Staaten niedrige Zinsen anbieten, aber die Anleihen würde dann keine kaufen.

      zu 2) Nein. Ich habe bereits geschrieben, dass dies an der Überschuldung Griechenlands und dem zwangsläufigen Staatsbankrott des Landes nichts ändern wird. Der kommt aber so oder so. Es ist kein valides Argument für oder gegen die Eurobonds.

      zu 3) Es ist der Vorteil der Red Bonds, dass sie keiner kaufen will. Nur so bleiben die Staatsschulden im Rahmen. Es ist essentiell, dass die Banken diese nicht halten dürfen. Sonst haben wir Undercover-Eurobonds wie jetzt. Natürlich haften Deutschland formal nicht für die griechischen Schulden, aber wenn Griechenland pleite geht, gerät auch das deutsche Bankensystem in Schieflage. Diesen Zustand müssen wir durchbrechen.

      zu 4) Auch in der aktuellen Situation bringt das etwas. Zwar bleibt die Zinslast bei einem Bond-Split zunächst gleich, aber wenn ein Land dann tatsächlich spart sinkt die Zinslast schneller als dies normalerweise der Fall wäre.

      zu 5) Ja, wir hatten/haben eine No-Bailout-Klausel, aber die ist nicht glaubwürdig, weil die Bankensysteme dann kollabieren. Das werden die Politiker nicht riskieren. Daher bringen die Red/Blue Bonds hier eine deutliche Verbesserung, denn Staaten können ohne systemische Auswirkung pleite gehen, wenn die Banken keine Red Bonds halten dürfen.

      zu 6) Statistiken so zu frisieren, dass die 60% gefährdet sind wird schwierig. Aber wie bei allem im Leben gibt es auch hier keine Gewissheit. Die sucht übrigens auch nur der Deutsche. Ich hänge aber auch nicht an den 60%. Mir wären eine kleinere Zahl auch recht. Höher nicht.

      zu 7) Red/Blue Bonds ist ein direkter Angriff auf die Bailouteritis. So direkt und wirksam, dass ich nicht glaube, dass die Politik es einführen wird. Leider.

  2. cangrande sagt:

    „Staaten können ohne systemische Auswirkung pleite gehen, wenn die Banken keine Red Bonds halten dürfen.“

    Es gibt zwei Möglichkeiten:
    – Entweder die Staaten kommen ohne Red Bonds aus, dann bräuchten wir auch keine Eurobonds. Wenn die PIIGS nur Schulden i. H. v. 60% BIP hätten, würden ihre Zinsen auch ohne Eurobonds ins Bodenlose fallen.
    – Oder sie kommen (glauben) eben nicht ohne die aus. Dann gibt es genau -2- weitere Möglichkeiten:
    – „Der Markt“ kauft die Dinger zu Zinsen, die den Schuldnern erträglich erscheinen. Da geht es dann wieder lustig los: wenn nicht die Banken pleite gehen, dann halt die Hedgefonds, die bei den Banken Kredite aufgenommen haben. Oder die Versicherungen, deren Riester-Rente der Staat natürlich wieder schützen muss. (Natürlich können Sie auch denen die Bond-Käufe verbieten; fragt sich dann nur, wo die Kapitalsammelstellen ihr Geld anlegen sollen, nachdem wir ja nicht gerade an Kapitalmangel leiden?)
    – Der Markt fordert Zinsen, die den Schuldnern zu hoch erscheinen. Dann kommt Meister Giulio Tremonti und prügelt auf die Deutschen ein: „Ihr profitiert sooooo viel vom Euro, jetzt setzt mal die Bürgschaftsgrenze hoch! Wir hatten schließlich neulich ein paar Erdbeben; außerdem ist der Süden, leider leider, bei uns noch etwas unterentwickelt“ …. .

    Sie sind mit Sicherheit intelligenter als ich; aber es fehlt Ihnen ein wenig an krimineller Phantasie ;-).

    Und wenn Sie glauben, dass Sie so schlau sind wie die Griechen, dann sind Sie so dumm wie die deutschen Landesbanker :-).

  3. cangrande sagt:

    Lektüreempfehlung: „Goodbye Eurobonds“ (http://www.eurointelligence.com/eurointelligence-news/home/singleview/article/goodbye-eurobonds.html?no_cache=1) von Daniel Gros v. 15.09.11:
    „August 2011 might well be remembered as the month during which the idea of eurobonds was murdered by the Italian political system.“

    Man kann es auch anders sagen: Italien müsste jenen, die vom Miterleben des Griechenland-Debakels noch nicht kuriert wurden, in einem kleinen Experiment endgültig gezeigt hat, was mit der Einführung von Eurobonds auf Deutschland zukommen würde.

    Aber zum Glück gibt es ja noch Karlsruhe, um notfalls die Berliner Eurobonditen (ganz besonders die Oppositionsparteien!) zu stoppen.

    • ketzerisch sagt:

      Danke für den Link. Daniel Gros beschreibt sehr einleuchtend, warum die Red Bonds nicht als EZB-Collateral herhalten und auch nicht von Banken gehalten werden darf. Siehe Misconception 2. Den Zustand, dass die Eurozone keine Wahl hat als Italien zu retten, den haben wir jetzt. Mit den Redbonds hätten wir ihn nicht mehr.

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