Neoliberale Schlachtbank oder einfach nur Korruption?

Das Blog „elementarteile“ weißt in dem Beitrag „Neoliberale Schlachtbank“ darauf hin, dass die für die Bankenrettung ausgegebenen Gelder nun dem Sozialstaat fehlen. Das ist richtig, aber leider zieht Ben Gunn, der Autor, daraus die falschen Schlüsse.

Der Sozialstaat wurde gegen die Auswirkungen des Kapitalismus geschaffen, war eine Antwort auf die Soziale Frage, er sollte sozialen Frieden sichern, für Gerechtigkeit und Chancengleichheit sorgen und damit letztlich Demokratie ermöglichen. Die neoliberalen Ideologen haben es in den letzten 20 Jahren geschafft diesen Sozialstaat als eine Gnade des Kapitalismus darzustellen und nicht als dessen Gegengewicht.

Verkürzt: Sozialstaat heisst entfesselten Kapitalismus verhindern.

Richtig. Der Sozialstaat ist ein Gegengewicht zur reinen Marktwirtschaft, wie sie in einem Manchester-Kapitalismus herrschen würde. Ich gehe auch mit, dass dies ein Muss für Demokratie ist. Soziale Sicherheit ist auch Vorbedingung für Freiheit. Wer jeden Tag um die 2 Dollar zum überleben kämpfen muss, der hat keine Freiheit und auch keine Möglichkeit sich um die optimale Wahlentscheidung zu kümmern. Von der notwendigen Bildung mal ganz zu schweigen.

Mir ist nicht klar, warum Ben Gunn meint, dass „neoliberale Ideologen“ den Sozialstaat als von Kapitalismus‘ Gnaden hinstellen würden. Zum einen herrscht natürlich eine Symbiose zwischen Sozialstaat und Kapitalismus. Kapitalismus ist ja kein oktroyiertes Wirtschaftssystem, sondern schlicht die Konsequenz menschlichen Zusammenlebens und da nicht alles was Menschen machen auch human ist, dient der Sozialstaat dazu die schlimmsten Auswüchse zu vermeiden. Trotzdem müssen alle Sozialleistungen natürlich auch von der Gesellschaft erwirtschaftet werden. Von nichts kommt nichts. Insofern gibt es auch für jede Sozialleistung jemanden, der dafür bezahlt. Da die Menschen leider nicht human sind, sind diese Nettozahler tendenziell gegen den Sozialstaat und diese werden den Sozialstaat auch als „von ihres Gnaden“ sehen und dagegen opponieren. Nur glaube ich nicht, dass sie dies aus einer neoliberalen Ideologie heraus tun, sondern einfach weil es sie Geld kostet. Das ist natürlich ihr gutes Recht, aber es sollte klar sein, dass jeder humanistische Politiker dies geflissentlich ignorieren sollte. Leider sind die Politiker zu leicht vom Geldadel beeinflussbar.

Wofür sparen wir denn da eigentlich? Nun zum Beispiel sammeln wir Steuergelder um bei der nächsten Finanzkrise wieder ein paar Banker zu retten, so genau weiß noch keiner was es uns kosten wird, man rechnet grob mit 14 Milliarden und 22 Milliarden Euro (was sind schon 8 Milliarden Ungenauigkeit!). Natürlich käme niemand auf die Idee diesen Banken-Rettungsfond unter “Lohnnebenkosten” abzubuchen, hier findet eine Umverteilung von Sozialgeldern an die Geldwirtschaft statt, mehr nicht.

Richtig. Die ganze Bankenrettung war eine Brandschatzung des Volksvermögens und der Sozialstaat und damit die Ärmsten – in Deutschland und anderswo – werden noch darunter leiden. Wichtig ist auch zu erkennen, dass dies ein noch anhaltender Prozess ist. Es wird immer noch Steuergelder an die Reichen verschenkt. Nur heißt dies jetzt nicht mehr Bankenrettung, sondern Eurorettung. Aber, so denkt sich der Politiker, wer etwas rettet tut doch immer was Gutes, oder? Wie kann man dagegen sein?

Trotzdem muss ich dem letzten Satz von Ben Gunn widersprechen:

Es ist nicht der Sozialstaat, der zu teuer geworden ist, die Marktwirtschaft ist zu asozial geworden.

Das ist falsch. Marktwirtschaft war nie sozial und ist auch nicht asozialer geworden. Das Problem war, dass wir in den letzten Jahren gar keine Marktwirtschaft hatten, weil die Politiker und Zentralbänker massiv und einseitig in den Wirtschaftskreislauf zugunsten derjenigen eingegriffen haben, die hohe Vermögen halten. Das ist zwar hochgradig asozial, aber auch das Gegenteil von Marktwirtschaft. Ich würde es Korruption nennen, wenn auch nicht immer im juristischen Sinn. Wenn unser Schluss aus diesen asozialen Handlungen ist, dass die Politiker mehr Macht erhalten sollen, dann werden wir noch mehr Brandschatzungen in der Zukunft sehen – nicht weniger.

Wir haben kein Problem mit unserem Wirtschaftssystem, aber leider ein massives Problem mit unserer Demokratie (Fraktionszwang ist nicht in der Verfassung vorgesehen und hochgradig undemokratisch), dem Rechtsstaat (Bankenrettungen sind Enteignungen gewesen) und dem politischen System (Politiker sind käuflich).

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11 Responses to Neoliberale Schlachtbank oder einfach nur Korruption?

  1. Stefan sagt:

    Naja haben die Zentralbanken wirklich zugunsten der Bestverdienenden eingegriffen? Im Effekt stimm ich dir zu, Hauptprofiteure sind die Bestverdiener… Die _Rechtfertigung_ war aber immer, dass man so die Wirtschaft rettet – entweder indem man das Wachstum nicht abbricht, oder die drohende Wirtschaftskrise abwendet. Das fordern natürlich vor allem Politiker (die die Zentralbankchef auswählen), weil eine funktionierende Wirtschaft sichert die Wiederwahl (Der Wähler will natürlich auch lieber seinen Job behalten). Ich denke es ist zu einfach die Schuld auf die Zentralbank zu schieben.

    Auch den Fraktionszwang, so falsch er scheint, muss man differenzierter betrachten mMn. Auch hier ist es ein institutionelle Entwicklung, da man als Wähler natürlich primär eine politische Ideologie wählt – und nicht die einzelnen Abgeordneten, die von der Partei ausgewählt werden. Parteien, die also ein konsistenteres Bild im Parlament abgeben, sind durchsetzungsfähiger als Parteien wo jeder stimmt wie er/sie will. Fraktionjszwang ist also eine evolutionäre Entwicklung, die von unserem politischen System abhängt, in den USA existiert das zB weniger (aber mit anderen, auch nicht so schönen konsequenzen). Einfach die „Abschaffung“ des Fraktionszwanges zu fordern ist imo nicht sinnvoll.

    Und ja, Politikr sind käuflich. Ich denke hier kann man tasächlich einiges am Syste verbessern, dennoch wird, solange Geld und Einfluss von Unternehmen verteilt wird, Lobbyismus grundsätzlich möglich sein. Das heißt nicht, dass das toll ist, man muss aber eben damit umgehen.

    Ob Kapitalismus die Konsequenz menschlichen Zusammenlebens ist wage ich zu bezweifeln… auch unser heutiges System ist natürlich sehr weit von einem echten Kapitalismus entfernt. Märkte gibt es natürlich überall (sogar in Nordkorea), damit ist aber natürlich nocch nicht gesagt, dass das ein kapitalistisches System sein muss.

  2. ketzerisch sagt:

    Ich sehe die Zusammenhänge ganz ähnlich wie Du.

    Zentralbanken)
    Ich glaube auch nicht, dass sie mit dem Vorsatz die Reichen zu retten gehandelt hat. Aber die Anleihenkäufe und ultra-niedrigen Zinsen haben genau den Effekt. Die Wirtschaft musste nie gerettet werden, gerettet wurden nur die aktuellen Eigentümer von Aktien und Anleihen. Ich hätte nichts gegen die Staatsintervention gehabt, wenn dies zum Eigentumübertrag auf den Staat geführt hätte. Und nicht nur Alibi-mäßig wie bei der Commerzbank.

    Fraktionszwang)
    Mir ist die Interessenslage der Parteioberen klar. Der Fraktionszwang dient dazu Abgeordnete auf Linie der Partei (lies der Mächtigen in den Parteien) zu bringen. Dies ist im Grundgesetz aus gutem Grund nicht vorgesehen, weil es innerparteiliche Abstimmungen über die Wahl der Bürger stellt. Der Fraktionszwang reduziert die Kosten für Korruption, weil nur noch einzelne einflußreiche Politiker gekauft werden müssen. Das ist günstiger und die Gefahr der Entdeckung ist geringer. Verbieten des Zwangs bringt natürlich nichts. Man muß ihn Undurchsetzbar machen, z.B. durch geheime Abstimmungen im Bundestag.

    Kapitalismus)
    Das ist eine semantische Diskussion über das Wort. Für mich ist Kapitalismus das Wirtschaftssystem von Individuen, die auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Das ist was wir in der Welt beobachten. Kapitalismus bedeutet für mich nicht die Abwesenheit von Sozialstaat. Es kann ihn ohne geben, muss aber nicht.

  3. ben gunn sagt:

    Wo kommt denn dieser Kapitalismus her?
    Die Soziale Frage entstand ja nicht aus Wohlstand und dem Umstand, dass man aufeinmal Geld für den Sozialstaat hatte, sondern einer Massenverarmung der arbeitenden Bevölkerung und einem sozialen Unfrieden. Die Annahme, dass der Sozialstaat Geld kostet, dass ja irgendwie erwirtschaftet werden muss durch unsoziale Aktivitäten führt eher in einen Teufelskreis, als zu einer Lösung.

    Ich behaupte auch nicht, dass Marktwirtschaft je sozial war, sie ist nur asozialer geworden, alleine der Umstand, dass der Finanzkapitalismus erheblich größere Summen bewegt, als ein Warenkapitalismus ist ein Anhaltspunkt dafür…

  4. ketzerisch sagt:

    Wo kommt denn dieser Kapitalismus her?
    Die Soziale Frage entstand ja nicht aus Wohlstand und dem Umstand, dass man aufeinmal Geld für den Sozialstaat hatte, sondern einer Massenverarmung der arbeitenden Bevölkerung und einem sozialen Unfrieden.

    Wenn Du mit „Massenverarmung“ andeuten willst, dass es den Arbeitern die vor der Industrialisierung als Landknechte ein Leben als quasi-Leibeigene führten, besser ging, so stimmt das nicht. Das Leben auf Land war geprägt von Armut und Hungersnot. Deswegen sind die Landarbeiter ja in die Städte gezogen, um in Fabriken zu arbeiten: Es ging ihnen da besser.

    Die Annahme, dass der Sozialstaat Geld kostet, dass ja irgendwie erwirtschaftet werden muss durch unsoziale Aktivitäten führt eher in einen Teufelskreis, als zu einer Lösung.

    Es muss erwirtschaftet werden. Es muss nicht durch „unsoziale Aktivitäten“ erwirtschaftet werden, aber erwirtschaftet. Einen Teufelskreis sehe ich da nicht, sondern nur eine Selbstverständlichkeit. Man kann den Armen kein Brot geben, wenn es nicht vorher einer backt und dann verschenkt. Geld/Kapital ist nur eine Abstraktionssicht dazwischen, die an der Tatsache nichts ändert, das Brot von irgendwo herkommen muss.

  5. ben gunn sagt:

    naja, da gibt es durchaus andere auffassungen. in „schwarzbuch kapitalismus“ arbeitet robert kurz recht anschaulich heraus, dass diese „Landknechte“ (der Landsknecht ist eigentlich was anderes), es durchaus besser hatten, wenn man Essen (mehr als heute), Freizeit (mehr as heute) und Planungssicherheit (mehr als heute) hatten.
    Auch hat nicht die schlechte Situation zu einer Landflucht begetragen, sondern eine Verschlechterung der Landbesitzverhältnisse geführt.

    Es gibt da ein paar solcher Sachen, die man aus dem Bauchgefühl beantworten möchte, die aber einer historischen Betrachtung nicht standhalten…

  6. Commolus sagt:

    nun an dem rad der zeit kann man nicht mehr drehen. wo ich leider zustimmen muß ist die un(a)soziale umverteilung des kapitals!
    vor etwa 30 jahren verdiente ein arbeiter ca. 1/10 vom inhaber (chef) des betriebes. heute? no commend!

    natürlich haben die reiche menschen angst geld dass sie in anleihen, aktien, immobilien …. (die liste ist leider lang) infestiert haben, zu verlieren. würde glaube ich fast jeden so gehen!

    ich bin sehr froh in österreich zu leben, wo es zumeist eine venünftige (momentan noch) sozialleistung gibt. österreich steht im kreditranking gut dar. es werden „nur“ mehr schulden gemacht.

    mich beschäftigen fragen was passiert wenn die staaten wirklich pleite gehen oder konzerne wie REWE. are they also to big to let them fall?? Wie bei den banken?

    in nordafika gibt es momentan auch nur die bürgerkriege wegen einem asozialem system. (bitte geschichtlich jetzt nicht betrachten und bewerten). bei steigenden grundnahrungsmittel preisen (meist durch spekulationen von reichen). dies wirkt sich auch bei uns aus. doch uns fällt es nur wesentlich weniger auf. es ist egal ob ein kilo nudeln 1,8 € kosten oder 3,6 €.

    ich befürchte nur dass uns das auch noch treffen wird. mit welcher wucht das ist, glaub ich ist nicht vorhersehbar.

    meiner meinung nach sollte ein weg des „grünen kapitalismus“ eingeschlagen werden.

  7. nurmal eben so sagt:

    Der Verfasser des Artikels schreibt etwas, das dermaßen falsch ist. Er schreibt:

    „Das Problem war, dass wir in den letzten Jahren gar keine Marktwirtschaft hatten, weil die Politiker und Zentralbänker massiv und einseitig in den Wirtschaftskreislauf zugunsten derjenigen eingegriffen haben, die hohe Vermögen halten. Das ist zwar hochgradig asozial, aber auch das Gegenteil von Marktwirtschaft. Ich würde es Korruption nennen, wenn auch nicht immer im juristischen Sinn. Wenn unser Schluss aus diesen asozialen Handlungen ist, dass die Politiker mehr Macht erhalten sollen, dann werden wir noch mehr Brandschatzungen in der Zukunft sehen – nicht weniger.“

    Dieser Artikel beginnt wieder eine Nebelkerze zu werfen sondergleichen.
    Wir hatten keine Marktwirtschaft, sondern die Markktwirtschaft, die es ja real garnicht gibt, ist eigentlich unschuldig, da die ABSOLUT FREIEN Akteure (auch auf globaler Eben, wo die freien MArktakteure korrupt sind, sowas von frei sind, da ihnen kein Souverän gegenübersteht—- mehr Markt gibts eigentlich gar nicht, aber wenn der AMrkt abwesend ist kann der auch nix böses tun, das ist richtig)! Sie nutzen also ihre Opportunitäten aus und maximieren ihren bestmöglichen Nutzen, wie es sich für Martkwirtschaftler gehört und dann, wenn der Karren auseinanderbricht beginnt die Reinheit des eigenen falschen Denkens über die Markttwirtschaft (die es ja nicht gibt real), indem man den Martkteilnehmer nicht martkwirtschaftliches Verhalten unterstellt!
    Kurz und gut: Die Marktwirtschaft ist von allen Flecken rein!

    Es gibt keine strukturelle Fehlentwicklungen, sondern nur einzelne raffgierige Leute sind am Desaster Schuld, die auf Kosten der Gemeinschaft handeln, da sie ihren eigenen Nutzen maximieren!

    Oh backe!

    Also haben wir im Kern ja nur ne Rechtstaatskrise, da ja im Prinzip jeder jeden bei kriminellen Fehlverhalten verklagen könnte, aber keiner macht es!

    1. Wann gab es denn mal geschichtlich Marktwirtschaft? Vlt. lässt sich die Frage nicht beantworten, da das Modell der Marktwirtschaft falsch und unreal ist!
    DAnn kann man nur einen Schluss ziehen, wenn man dieses falsche Modell für real hält.
    Der Schluss lautet: Das Modell ist nicht in der Realität, deswegen gibts keine Markt und deswegen hat das Modell auch keine Schuld!

    @ Verfasser: Vlt. sind die Modellannahmen falsch? UNd vlt. ist es ratsacm, dann mal das Modell zu überdenken! Oder gilt auch hier: Realität wird denn Modellen angepasst, anstatt dass Modelle an der Realität geprüft werden und wenn nötig falsifiziert werden!

    Aber egal: Ein Hoch auf die Marktwirtschaft, die es ja real garnicht gibt!?

    PS: ein Liberaler!!!!!!

    • ketzerisch sagt:

      Sorry, aber Du hast das nicth ganz verstanden.

      Kurz und gut: Die Marktwirtschaft ist von allen Flecken rein!

      Die Marktwirtschaft ist weder gut noch schlecht, sondern sie ist ein Fakt. Ich kann ebenso gut schlecht finden, dass der Himmel blau ist. Mein gutes Recht, aber es ändert nichts.

      Mein Satz „wir hatten keine Marktwirtschaft“, bezog sich auf die massiven Kapitaltransfers aus der Staatskasse zugunsten der Bankinhaber (Aktien+Anleihen). So wurden diese von Verlierern der Finanzkrise, zu den großen Gewinnern. DAS war keine Marktwirtschaft, weil sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht selber tragen mussten.

      Es gibt keine strukturelle Fehlentwicklungen, sondern nur einzelne raffgierige Leute sind am Desaster Schuld, die auf Kosten der Gemeinschaft handeln, da sie ihren eigenen Nutzen maximieren!

      Nein. Das schreibe ich nicht. Natürlich ist das strukturell, denn in der nächsten Krise sind es andere Leute, die ihren Nutzen maximieren. Und auch die werden bei Problemen im privaten Portfolio wieder an die Politik mit der Bitte um Hilfe wenden.

      @ Verfasser: Vlt. sind die Modellannahmen falsch? UNd vlt. ist es ratsacm, dann mal das Modell zu überdenken! Oder gilt auch hier: Realität wird denn Modellen angepasst, anstatt dass Modelle an der Realität geprüft werden und wenn nötig falsifiziert werden!

      Was wäre für Dich eine Modellfalisifizierung? Die Annahme, dass wir uns alle lieb haben und gar nicht unseren eigenen Nutzen maximieren? Träum weiter.

  8. nurmal eben so sagt:

    Replik…

    „Sorry, aber Du hast das nicht ganz verstanden.“

    Das könnte ich von dir auch behaupten. Aber das führt leider nicht weiter!

    „Mein Satz „wir hatten keine Marktwirtschaft“, bezog sich auf die massiven Kapitaltransfers aus der Staatskasse zugunsten der Bankinhaber (Aktien+Anleihen).“

    Na das sind ja mal inhaltich völlig unterschideliche Sätze! Wenn du letzteres meinst, dann wäre es doch sinnvoll das auch direkt zu schreiben!

    Weiterhin antwortest du:
    „…natürlich ist das strukturell, denn in der nächsten Krise sind es andere Leute, die ihren Nutzen maximieren. Und auch die werden bei Problemen im privaten Portfolio wieder an die Politik mit der Bitte um Hilfe wenden.“

    Damit gibts du ja zu, dass nur die Marktteilnehmer „doof“ sind und nicht die Marktwirtschaft! Darin liegt ja auch der Zweck deiner Darstellung! Marktwirtschaft ist eigentlich super! Nur die Quelle für Fehler sind die ollen Teilnehmer! Und da wird deutlich, dass du da zwischen struktureller Analyse und Handlungsanalyse bzw. zwischen beiden nicht unterscheidest!

    Anders gesagt: „Strukurell“ bedeutet für dich, dass Subjekte folgewirksamen Mist bauen für das reibungslose Funktionieren der Marktwirtschaft! Also sind für dich „strukturelle Probleme“ NUR die Folge der doofen Teilnehmer mit ihren verantwortungslosen Fehlverhalten und somit sind strukturelle Probleme, also die Marktwirtschaft als System ansich, nicht die Ursache des globalen und Binnenmarktversagens!
    Sondern nur die ollen Leut´!

    NExt! Du schreibst:
    „Die Marktwirtschaft ist weder gut noch schlecht, sondern sie ist ein Fakt.“
    Schreibst aber auch: „Das Problem war, dass wir in den letzten Jahren gar keine Marktwirtschaft hatten, weil die Politiker und Zentralbänker massiv und einseitig in den Wirtschaftskreislauf zugunsten derjenigen eingegriffen haben, die hohe Vermögen halten.“

    Wie geht das zusammen? (Das ist rethorisch gemeint!) Etwas das Fakt ist, also eine Naturtatsache, wird zu seiner Abwesenheit?

    Ersterer zitierter Satz von Dir ist historischer Quatsch! Die Marktwirtschaft ist nicht Fakt, sondern die Folge von zwischenmenschlichem Zusammenleben, wie du selber schreibst, aber eben nicht zwingend!

    Deswegen kann man ja auch die Abwesenheit der Marktwirtschaft feststellen, die zugleich aber unumstößlicher Fakt sein soll!

    Fakt oder doch mal abwesender Fakt oder doch wieder Fakt…

    Für dich gilt: Da die Marktwirtschaft die naturnotwendige Folge des menschlichen Zusammenleben ist, handeln die fehlgeleiteten Marktteilnehmer gegen ihre eigene Natur! Und darin liegt der Grund für Marktversagen … für Dich!

    Doch nun stellt sich die folgende Frage! Welche Vorstellung bzw. Modell wendest du denn da an, um die Abwesenheit dieses Modells und den falschen Umgang mit ihm zu bescheinigen? Hast du dir das aus deinen Rippen geschnitten!

    Wenn Markt Natur ist, müsstest du es ja in den Rippen haben^^. Man prüfe mal jeder selber. Ich hab nen bisschen Marktwirtschaft …in meiner linken Gesäßhälfte! Oh ich sollte sagen rechten Gesäßhälfte, sonst setze ich mich dem Sozialismusverdacht aus!^^
    Spass beiseite!

    Ich bezweifele das du biolgoisch oder biochmisch oder sonst wie naturwissenschaftlich ein Marktwirtschaftliches biochemisches Konstrukt im menschlichen Körper nachweist!

    Von daher ist Marktwirtschaft nicht Fakt, sondern eine Kulturerscheinung und Ideologie!

    Next:
    Du antwortest auf ein Zitat von mir:
    Ich sag:
    „Es gibt keine strukturelle Fehlentwicklungen, sondern nur einzelne raffgierige Leute sind am Desaster Schuld, die auf Kosten der Gemeinschaft handeln, da sie ihren eigenen Nutzen maximieren!“
    Du sagst:
    „Nein. Das schreibe ich nicht. Natürlich ist das strukturell, denn in der nächsten Krise sind es andere Leute, die ihren Nutzen maximieren. Und auch die werden bei Problemen im privaten Portfolio wieder an die Politik mit der Bitte um Hilfe wenden.“

    Und natürlich schreibst du es! Nur das du das Adjektiv „raffgierig“ wegstreichst, denn „in der nächsten Krise sind es andere Leute(!)“

    Meinst wohl mit Leute wieder fehlgeleitete Martkteilnehmer, die mit der Marktwirtschaft ansich nix zu tun haben! Aber auf der anderen Seite ist MArktwirtschaft die Folge zwischenmenschlichen Zusammenlebens. JA was denn nu! Folge oder Ursache?

    Falsifierzung bedeutet, das was alle ernsthafte Wissenschaft im Kern braucht! Sie erklärt mit Modellen die Welt und wenn die Modelle nicht mehr passen und an der Realität scheitern, werden sie verworfen und durch andere ersetzt!
    Um es genauer zu sagen, beziehe ich mich auf Karl Popper! Er hat die Grundlagen für diese gültige Forschungstrategie formuliert!
    Das was aber in den Naturwissenshaften gilt, scheint für die Modelle der Marktwirtschaftler komischer nicht zu gelten, obwohl sie sich immer mit Naturargumeten verteidigen und eindecken!

    Und du erklärst mit dem Modell Marktwirtschaft erstens nix, setzt es aber voraus und willst die Realität ins Modell pressen, weil du mit deinem Modell NORMATIV das gute Leben herstellen willst.

    Du verteidigst nur eine normative Fantasterei von Wohlstandsmaschine, die leider nur Wunschdenken ist und nie dem theoretischen Ideal nach exisitiert hat und auch nie wird!

    „Die Annahme, dass wir uns alle lieb haben und gar nicht unseren eigenen Nutzen maximieren? Träum weiter.“

    Richtig^^! Ich stelle dir dein grundlegendes Wohlstandmotiv nicht in Abrede. Da treffen wir uns! Du wünscht ja allen eine gutes Leben! Deswegen blogst du ja auch, um in deinem Sinne Aufklärung zu liefern! Das ist ein Motiv von „alle lieb haben“. Denn Liberale denken, mein Nutzen maximieren ist gut für alle! Der Hintergedanke ist ansich super!
    Die Umsetzung dieser Wunschvorstellung und die zugehörigen Folgemodelle absoluter Scheiss!

    Nur deine Mittel sehe ich als falsch an, um dein Ziel zu erreichen, aber nicht deinen Versuch „Wohlstand für alle“ durch Aufklärung zu erreichen!^^

    Na hoffentlich hab ich jetzt nicht umsonst geantwortet und du schaltest den Kommentar gar nicht frei!

    Ein Liberaler

    • ketzerisch sagt:

      Damit gibts du ja zu, dass nur die Marktteilnehmer „doof“ sind und nicht die Marktwirtschaft! Darin liegt ja auch der Zweck deiner Darstellung! Marktwirtschaft ist eigentlich super!

      Nein. Wie gesagt, Marktwirtschaft ist weder super noch schlecht, sondern schlicht Realität.

      Nur die Quelle für Fehler sind die ollen Teilnehmer!

      Die Marktteilnehmer sind schuld, dass sie Fehlinvestments gemacht haben, die Politiker sind schuld, dass sie damit durchkommen.

      Und da wird deutlich, dass du da zwischen struktureller Analyse und Handlungsanalyse bzw. zwischen beiden nicht unterscheidest!

      Mir sind die Ursachen der Finanzkrise sehr klar und wenn Du Dich im Blog ein wenig umsiehst, wirst Du auch feststellen, das ich ein Freund von Regulierung bin, wenn es darum geht Externalitäten zu begrenzen. Insofern kann ich zwischen Struktur und Handlung sehr wohl unterscheiden.

      Anders gesagt: „Strukurell“ bedeutet für dich, dass Subjekte folgewirksamen Mist bauen für das reibungslose Funktionieren der Marktwirtschaft!

      Nein. Strukturell bedeutet für mich, dass Subjekte folgenlos Mist bauen KÖNNEN. Ein gutes System wird den Verursacher auf seinem Schaden sitzen lassen. Deine weiteren Sätze entbehren damit der Grundlage.

      „Die Marktwirtschaft ist weder gut noch schlecht, sondern sie ist ein Fakt.“ Schreibst aber auch: „Das Problem war, dass wir in den letzten Jahren gar keine Marktwirtschaft hatten, weil die Politiker und Zentralbänker massiv und einseitig in den Wirtschaftskreislauf zugunsten derjenigen eingegriffen haben, die hohe Vermögen halten.“

      Wie geht das zusammen? (Das ist rethorisch gemeint!) Etwas das Fakt ist, also eine Naturtatsache, wird zu seiner Abwesenheit?

      Das habe ich bereits in der vorangegangen Antwort klargestellt.

      Ersterer zitierter Satz von Dir ist historischer Quatsch! Die Marktwirtschaft ist nicht Fakt, sondern die Folge von zwischenmenschlichem Zusammenleben, wie du selber schreibst, aber eben nicht zwingend!

      Klar nicht zwingend. Kann sein, dass bei Aliens auch was anderes denkbar ist. Bei Menschen sehe ich das nicht.

      Für dich gilt: Da die Marktwirtschaft die naturnotwendige Folge der menschlichen Zusammenleben ist, handeln die fehlgeleiteten Marktteilnehmer gegen ihre eigene Natur!

      Iwo. Wo schreibe ich das denn? Das ist genau die Natur des Menschen, es ist nur nicht im Interesse der Allgemeinheit.

      Wenn Markt Natur ist, müsstest du es ja in den Rippen haben.

      Hab ich auch.

      Ich bezweifele das du biolgoisch oder biochmisch oder sonst wie naturwissenschaftlich ein Marktwirtschaftliches biochemisches Konstrukt im menschlichen Körper nachweist!

      Das ist albern

      Und natürlich schreibst du es! Nur das du das Adjektiv „raffgierig“ wegstreichst, denn „in der nächsten Krise sind es andere Leute(!)“

      Du überinterpretierst meine Sätze. Ich halte alle Menschen, insbesondere die reichen, für mehr oder weniger raffgierig. Das Wort ist redundant.

      Meinst wohl mit Leute wieder fehlgeleitete Martkteilnehmer

      Was meinst du mit „fehlgeleitet“? Du suchst Deine vorgebildete Meinung über mich in meinen Antworten. Ich urteile nicht über die raffigierigen Banker. Das sind zwar A*l*cher aber das Wissen, hilft uns nicht weiter. Sie sollen keine Investitionen tätigen können, ohne selbst das Risiko und damit den möglichen Schaden zu tragen.

      Falsifierzung bedeutet, das was alle ernsthafte Wissenschaft im Kern braucht!

      Auf Popper zu verweisen und von mir Beweise FÜR mein Weltbild zu verlangern ist inkonsequent.

      Das was aber in den Naturwissenshaften gilt, scheint für die Modelle der Marktwirtschaftler komischer nicht zu gelten

      Da kann ich Dich beruhigen: Ich bin Naturwissenschaftler. Das Wirtschaftswissenschaften Probleme haben ihre Modelle zu testen, liegt schlicht daran, dass sie keine Experimente machen können. So gesehen ist die Wirtschaftswissenschaft schwieriger als die Physik.

      Und du erklärst mit dem Modell Marktwirtschaft erstens nix, setzt es aber voraus und willst die Realität ins Modell pressen, weil du mit deinem Modell NORMATIV das gute Leben herstellen willst.

      Mein Weltbild ist nicht normativ, sondern beruht auf Beobachtung. Das ich mit der Marktwirtschaft etwas erreichen will unterstellst Du zwar laufend, aber es stimmt trotzdem nicht. Der Mensch ist egoistisch und maximiert in erster Näherung seinen Nutzen. Wenn man sie ungehindert lässt folgt daraus Kapitalismus in schlimmster Ausprägung. Wo ist das normativ?

      Denn Liberale denken, mein Nutzen maximieren ist gut für alle!

      Mag sein, dass die Mehrheit der FDPler so denkt, aber das ist Quatsch. Mein Nutzen zu maximieren ist gut für mich und sonst niemanden. Aber man kann was Gutes bauen OBWOHL (nicht weil) alle ihren Nutzen maximieren. Dafür bedarf es aber intelligenter Regeln und für diese unabhängige Politiker.

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