Die Rohstoffblase wird platzen

Inflation ist ja gerade mal wieder das heißeste Thema in der Wirtschaftspolitik. Angefacht werden die Inflationsängste durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise – allen voran Öl und Lebensmittel. Letztere sind so stark gestiegen, dass in Nordafrika Regime dadurch destabilisiert werden. Meiner Meinung nach ist die Angst übertrieben. Inflation ist eine Möglichkeit, aber an den Rohstoffen würde ich dies nicht unbedingt festmachen. Dies sind nämlich meiner bescheidenen Meinung nach eine Blase.

Die letzte Rohstoffblase ist noch gar nicht so lange her. Im Jahr 2008 stieg der Ölpreis auf 150$, weil China Öl kaufte wie blöd. Viel mehr als es letztlich benötigte. Infolge kauft China ein paar Monate einfach mal gar kein Öl auf dem Weltmarkt und der Ölpreis brach ein.

Schon 2009 gab es Anzeichen, dass China die Lust an der spekulativen Einlagerung von Rohstoffen wiedergefunden hat. Ein Teil des staatlich geförderten Kreditboom floss in Rohwarenspekulationsgeschäfte, weil es gar nicht genug sinnvolle Anlagemöglichkeiten für so viel Geld gab und gleichzeitig der Besitz von Cash angesichts der Geldmengenausweitung sehr unattraktiv erschien.

Und jetzt 2011 fangen auch schon chinesische Bauern mit der Spekulation an. Angesichts galoppierender Inflation lagern die lieber Baumwolle als RMB ein. Auch Eisenerz füllt mehr und mehr Lager. Selbst Lebensmittel werden schon gehortet als kämen morgen die Russen. Diese Einlagerungen führen zu einer Sondernachfrage nach Rohstoffen, die auch in anderen Ländern zu steigenden Preise führt.

Nur ist sicher das die Lager ja nicht ewig weiter gefüllt werden. Irgendwann schlägt das um und dann fällt zunächst die Sondernachfrage weg und der Preis beginnt zu fallen. Dann werden die Lagerbestände abgebaut und aus der Sondernachfrage wird ein Sonderangebot und die Preise fallen weiter.

Wann es soweit ist, ist schwierig zu sagen. Meistens wird dies durch Verringerung der Geldmenge durch die Zentralbanken in die Wege geleitet. In China stehen die Zeichen ja schon auf steigende Zinsen. Es kann also recht bald passieren. Spätestens aber, wenn der Preis von Rattenfleisch wieder so steigt wie 2008, wird die Blase platzen.

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3 Antworten zu Die Rohstoffblase wird platzen

  1. […] Verlorene Generation: Die Rohstoffblase wird platzen […]

  2. […] wie vor halte ich die Rohstoffe für überteuert. Die Zukunftsmärkte für Öl der Marke Brent sehen das auch so: Brent-Öl in […]

  3. aloa5 sagt:

    Jein.

    Ich denke da muss man etwas zwischen kurzfristigem und längerfristigen Trends differenzieren und auch EInzelfallbetrachtungen durchführen. Ich verweise (ganz frech) einmal auf einen Artikel den ich bezüglich Mais und E10 verfasst hatte:
    http://logicorum.wordpress.com/2011/03/10/mais-o-mais-nahrungsmittelpreise-und-biokraftstoff-e10/

    Das war im März. Nun vergleichen wir einmal (gewissermaßen als Update) die Grafik von damals (März) mit der von April.
    März:

    April:

    Deutlich zu sehen ist der Ausschlag anno 2008. Es scheint als ob der Preis nun zwar ebenso hoch war, jedoch wieder (wie damals) zurück geht. Das würde Deine These untermauern.

    ich gebe aber etwas zu bedenken. Zum einen ist der corn-stock immer noch im Keller. Zum anderen springt die Ethanol-Produktion auch wieder an bzw. findet weiter statt. Der Preislevel ist seit 2006 grundsätzlich höher – während der corn stock grundsätzlich niedriger als davor bleibt.

    Somit ist ein gewisser Teil des derzeitigen sicher eine Blase. Spekulanten docken aber m.E. lediglich auf Knappheiten an und verstärken vorhandene Amplituden. Das Niveau auf welchem sich das abspielt ist und bleibt meiner Ansicht nach höher als noch vor Jahren. Das wird sicher unterschiedliche Bereiche unterschiedlich stark tangieren, jedoch gerade in Bezug auf Mais, eines der für Afrika relevanten Güter, sehe ich einen permanenten Hebel für Spekulationen und Probleme.

    Grüße
    ALOA

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