Update: CO2-Diebstähle lähmen Emissionshandel

Gestern hat die EU-Kommission den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten ausgesetzt. Inzwischen konnte ich mit unseren Händlern darüber sprechen. Folgende weiteren Hintergrundinfos:

Es scheint neben dem großen Fall in Rumänien zwei weitere erfolgreiche Diebstähle gegeben zu haben. Einen in Tschechien und einen in Deutschland. Namen waren leider nicht zu erfahren. Aufgrund der Rechtslage dort, scheinen besonders in London ansässige Marktteilnehmer den versehentlichen Ankauf von Diebesgut zu fürchten und haben den Handel auf dem Spotmarkt komplett eingestellt. Der Futurehandel läuft ohne Probleme weiter.

Die Börse „The Intercontinental Exchange“ (ICE) veröffentlich weiter Preise für die CO2-Spotdeals, diese sind aber keine Handelspreise mehr sondern werden mit einem kostanten Spread von -28cent aus dem Future-Kontrakt mit Lieferung im Dezember 2011 errechnet.

Betroffen sind neben den Händlern auch die Kraftwerkseinsatzplanung, die durch den ausgesetzten Handel keinen Preisinformation mehr erhalten, ob ein Einsatz des Kraftwerks wirtschaftlich ist oder nicht. Die Unsicherheit kann sich in einer erhöhten Volatilität der Strompreise widerspiegeln.

Ab 2013 geht der Emissionshandel in die nächste Phase (Phase III). Dann sind die Zertifikate nur noch in einem zentralen Register bei der EU registriert. Die größten Sicherheitsprobleme dürften dann der Vergangenheit angehören, weil das Diebesgut immer genau nachverfolgbar und damit unattraktiv wird.

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