Laut Studie werden erneuerbare Energien wirtschaftlicher

Aus dem Ticker

Einer aktuellen Studie zufolge nähern sich die erneuerbaren Energien in Deutschland mehr der Wirtschaftlichkeitsgrenze. Die Stromentstehungskosten, die bei der Umwandlung in Strom entstehen, sind besonders bei Photovoltaik-Anlagen deutlich gesunken. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg.

Daher wäre es wohl an der Zeit die Förderung für Erneuerbare Energieen zu kürzen. Ich wäre auch sehr dafür das von einer fixen Einspeisevergütung auf den Marktpreis plus Spread umzustellen, damit die Betreiber sich schon mal an den Gedanken gewöhnen (und die Infrastruktur schaffen) in Zukunft die erneuerbaren Energien auf dem Großhandelsmarkt zu verkaufen.

Advertisements

9 Responses to Laut Studie werden erneuerbare Energien wirtschaftlicher

  1. Liegt das nicht darin, dass ein großer Teil der Anlagen in China hergestellt werden, dadurch die Anschaffungspreise gesunken sind, andererseits aber auch die gerade mit viel Geld geförderte Industrie in Deutschland durch den extrem verzerrenden, künstlich niedrig gehaltenen Wechselkurs der chinesischen Währung ins Aus katapultiert wird? Wäre es nicht wesentlich sinnvoller und richtiger, die Chinesen endlich so unter Druck zu setzen, dass sie ihre Währung freilassen, oder endlich gemäß dem wahren Wert ihrer Wirtschaft aufwerten?

    • ketzerisch sagt:

      Das stimmt teilweise. Wenn China den Wechselkurs endlich freigibt, werden die Produktionskosten dort steigen. Das heißt aber nicht, dass die Module hierzulande teurer werden, weil die Produktion aus China in einer anderes dann billigeres Land abwandern wird (Indien, Bangladesch oder Vietnam).

  2. Was schlägst Du dann vor? Es wäre doch wirklich ärgerlich, wenn all die Steuergelder, die zum Aufbau dieser Industrie und der dazugehörigen Arbeitsplätze in Deutschland uns alle viel Geld gekostet haben, ihren Ertrag nicht bringen, weil die Industrie hier diesem Druck nicht standhalten kann auf Dauer. Das können wir m.E. nicht einfach so hinnehmen, auch weil dieselbe Problemlage für alle weiteren Zukunftsindustrien, die uns überhaupt nochmal Arbeitsplätze und Steuergelder werden bringen können, zutreffen wird. Welche Lösung gäbe es?

    • ketzerisch sagt:

      Das ist eine schwierige Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Der Eintritt der Arbeitskräfte aus Entwicklungsländern in den Weltmarkt führt zwangsläufig zur Verdrängung von Arbeit in den entwickelten Ländern. Produktion kann sich in Deutschland nur halten, wenn sie nicht 1:1 in China kopiert werden kann. Dies gilt für ortsbezogene Produktion („Handwerk“), aber auch für Innovationen, die noch nahe bei der Entwicklungsabteilung produziert werden müssen.

      Insofern hast Du recht, dass der Grenznutzen der Förderung in Deutschland stetig abnimmt, weil wir letztlich zunehmend ausländische Produzenten subventionieren. Ein weiterer Grund das auslaufen zu lassen. Dies würde die Nachfrage nach den Modulen einbrechen lassen und damit die Preise weiter senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Solartechnik erhöhen. Wenn auch sicher nicht ausreichend für Stromproduktion in Deutschland. Aber vielleicht in sonnenreicheren Ländern.

      Bezüglich anderer Industrien: Ich halte staatlich ausgesuchte Zukunftsindustrien nur selten für eine gute Idee. Bei Energie mag das Sinn machen, weil das Strom-Oligopol wenig inneren Anreiz für Veränderung hat. Das geht nur über Regulierung. Lieber das Geld sparen und die Wirtschaft das entscheiden lassen. Das Geld ist in der Lösung zukünftiger sozialer Probleme (Rente, Arbeitslosigkeit) besser angelegt als in der Wirtschaftsförderung.

  3. Die Wirtschaft entscheiden lassen – wenn das aber international garnicht so funktioniert, was dann?
    Was, wenn der freie Warenfluss und internationale Ausgleich von Produktionsfähigkeiten gezielt manipuliert wird, wie durch den künstlich niedriggehaltenen Wechselkurs Chinas? Oder durch den staatlich zentral gesteuerten Auslandsauftritt der chinesischen Textilindustrie (auf der Messe in Düsseldorf gibt es zwar einzelne Stände pro Hersteller, aber besetzt sind sie ausschließlich mit Personal der staatlichen Messegesellschaft, verhandelt wird mit Personal der staatlichen Messegesellschaft)? Oder durch den staatlich zentral gesteuerten Auftritt bei der REACH-Agentur (für die Zulassung Chemischer Stoffe in der EU) in Skandinavien (Verfahren siehe Textilindustrie, zu vermuten inkl. Industriespionage)? Oder durch staatlich zentral gesteuerte Rohstoff(-lager)einkäufe weltweit? Insgesamt also durch einen staatlich gesteuerten „Kapitalismus“?

    • ketzerisch sagt:

      China versucht die Industrialisierung mittels Merkantilismus so wie seinerzeit in England voranzutreiben. Das betrifft Europa aber nicht besonders, weil China seine Währung an den Dollar gekoppelt hat, nicht an den Euro. Der Wechselkurs zwischen den Währungsräumen Eurozone und Chinamerika ist flexibel. Daher wird in der Eurozone nicht im gleichen Maße Industrie abgebaut wie in den USA. Insofern sind Dein Punkt der Währungsmanipulation nicht stichhaltig.

      Die europäischen Länder – man denke nur an Frankreich – stehen ansonsten in der Förderung der eigenen Wirtschaft China in nichts nach. Chinas massive Aufkäufe von Rohstoffen sind nur Fehlinvestments, die für China ähnlich teuer werden, wie damals 2008.

  4. federfluesterin sagt:

    Dein Einwand ist nur zum Teil berechtigt. Wenn die chinesische Währung durch ein künstliches Niedrighalten gegenüber dem Dollar nicht zu ihrem realen Wert gehandelt werden kann, ist an erster Stelle die US-Wirtschaft massiv benachteiligt, da aber auch die europäische Wirtschaft (immer noch) viele Geschäfte auf Dollarbasis abwickelt, auch die europäische Wirtschaft.

    Dem Merkantilismus war eine Wirtschaftspolitik, die in der Praxis entstand, ihr fehlte eine geschlossene Wirtschaftstheorie. Letzeres meinen westliche Beobachter, treffe auch für China zu. Ich bezweifle das. Vor Jahren schon kommentierte einer der führenden Wirtschaftsexperten der kommunistischen Partei Chinas, damals noch geschasst, China werde den besten Kapitalismus der Welt durchführen. Tatsächlich scheinen Chinas Kommunisten aus dem Schicksal der UDSSR gelernt und begriffen zu haben, dass die Phase des Kommunismus nur erreichbar ist, wenn vorher die Phase des Kapitalismus durchlaufen wurde. Aus ihrer Sicht wäre es dabei nicht wünschenswert, die Errungenschaften der Revolution und der Herrschaft der Partei aufzugeben. Zudem soll ja der Kapitalismus in seiner Endphase in einen Staatskapitalismus übergehen. Die chinesischen Kommunisten haben sich m.E. sehr wohl eine grundlegende Wirtschaftstheorie, auf der Basis der marxistischen Wirtschaftstheorie erarbeitet, die lediglich in praktischen Details noch angepasst wird.

    Was die Verlagerung von Produktionskapazitäten in Länder wie Niedriglohnländer wie Äthiopien und Vietnam angeht, so scheint China auch hier proaktiv derartige Entwicklungen zu verhindern, indem es, zunächst über Bartergeschäfte, aber auch über Spionage und staatlich verbilligte Exporte die dortigen Betriebe in die Knie zwingt. So ist es China im Iran bereits gelungen, große Teile der klein- und mittelständischen Kunststoffteile-Industrie ins Aus zu schicken. Äthiopien wurde der Eintritt ins Textilgeschäft mit den USA verwehrt: ein Liefervertrag wurde dadurch verhindert, dass China seinen Hersteller dadurch wieder ins Boot brachte, indem der Liefertermin der Textilien um 50% der Zeit vorgezogen wurde durch die Ausrüstung eines Schiffes mit den gesamten Produktionsanlagen der Fabrik und der Produktion der Textilien auf See auf dem Weg von China in die USA. Der Auftrag ging so dem äthiopischen Hersteller, der ohne entsprechende Unterstützung seines Staates dastand, verloren.

  5. nigecus sagt:

    würde dann nicht der Strompreis so richtig mit Sonnenschein und Windstärke schwanken? Kachelmann sucht bestimmt bald wieder einen Job ;)

  6. ketzerisch sagt:

    Der schwankt schon jetzt kräftig mit dem Wind. Ich habe es mir abgewöhnt die Wettervorhersage aus den Nachrichten zu hören. Unsere Meteorologen sind definitiv besser, jedenfalls wenn es darum geht ob es gutes Wetter zum Segeln ist… :-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: