Integration: Das schlechte Beispiel eines Mesut Özils

Mesut Özil

Image via Wikipedia


Und zu der unsäglichen „Integrationsdebatte“. Ich bin schon ziemlich genervt davon, dass Mesut Özil ständig als Vorzeigeintegrierter herhalten muss. Das halte ich für großen Quatsch. Nicht dass er nicht integriert wäre. Er spricht perfekt Deutsch und dass er für unsere Nationalmannschaft spielt sagt schon Einiges.

Nur zwei Punkte: Erstens musste er sich gar nicht integrieren. Er ist hier geboren und zur Schule gegangen. Er ist genauso deutsch wie ich. Der einzige Grund dafür, dass er als Deutsch-Türke gilt ist doch sein türkischer Name. Mesut heißt auf Deutsch „Der Glückliche“, also „Felix“. Özil ist schwieriger zu übersetzen. Vielleicht kann man „Heimat“ sagen. Würde Deutschlands Top-Talent „Felix Heimer“ heißen, dann müsste er nicht ständig Fragen beantworten, warum er für Deutschland spielt.

Zweitens ist der Gute schon deswegen nicht „gut integriert“, weil er gar nicht in Deutschland lebt. Er ist eher ein gutes Beispiel, dass die besten Talente Deutschland verlassen, als ein Beispiel für gute Integration. Ob er sich auch gut integrieren kann, dass darf er jetzt in Madrid unter Beweis stellen. Eine entsprechende Ermahnung gab es ja schon mal vorsorglich vom Trainer.

3 Responses to Integration: Das schlechte Beispiel eines Mesut Özils

  1. lepus sagt:

    Alles richtig – bis auf die Bemerkung, dass er perfekt Deutsch spricht. Das stellt man sich auch heute doch noch ein wenig anders vor…
    Uns so ist er ein gutes Beispiel für das Spezialproblem der Türken mit der Integration in Deutschland: Sie sollen sich in eine Gesellschaft integrieren, die sie eigentlich verachten oder wenigstens für minderwertiger halten als ihre Herkunftskultur.

    • ketzerisch sagt:

      Also er spricht sicher nicht akzentfrei aber ich verstehe ihn besser als so manchen Bayern, Schwaben oder Sachsen. :-) Ich habe nicht den Eindruck, dass er die deutsche Kultur für minderwertiger halten würde. Ich glaube nicht, dass er da eine Reihenfolge hat.

  2. Thaniell sagt:

    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Sie sollen sich in eine Gesellschaft integrieren die sie verachtet oder wenigstens ihre Kultur für minderwertiger hält als die eigene.

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