Bankenrettung in der Retrospektive

Die Welt stand nach Lehman Brothers am Abgrund und die Politiker haben uns gerettet. So oder so ähnlich liest man immer. Abstürzen kann die Welt freilich nur wenn die Erde eine Scheibe ist, die von 4 Schildkröten getragen wird, bzw. was immer das ökonomische Äquivalent zu so einem Weltbild ist. Die Bankenrettung war und ist lediglich eine gigantische Wohlstandsumverteilung von arm zu reich. Schon kurz nach Lehman schrieb ich:

Die Verstaatlichung der Banken war ein törichter Fehler. Aber einer, der auch in vielen anderen Ländern von den Regierungen begangen wird – Deutschland inklusive. Ein bankrottes Bankensystem ist katastrophal, aber ein bankrotter Staat ist viel schlimmer.

[..]

Hier liegt die Gefahr: Litauen hat die Sozialausgaben gekürzt. Warum? Weil sie sich keine Sozialausgaben mehr leisten können. Das ist ein Zustand, in den wir nie, nie, nie reinkommen dürfen. Daher meine eindringliche Bitte: Hört auf die Sozialausgaben von morgen, den insolventen Banken von heute hinterher zu werfen.

Das inzwischen auch Deutschland nun massiv Sozialausgaben kürzen wird, ist spätestens seit dem Sparpaket von Frau Merkel allgemein bekannt. Nur: das Geld für die Bankenrettung ist ja nicht weg. Es ist lediglich nicht mehr beim Staat, sondern jetzt hier:

Tschüs, Finanzkrise! 2009 gab es weltweit Vermögenswerte in Höhe von 111,5 Billionen Dollar – so viel wie 2007. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung BCG hervor. Von dem Plus profitieren vor allem die Reichen: So ist die Zahl der deutschen Millionärshaushalte stark gestiegen.

Wunder, oh Wunder. Den Reichen geht es also jetzt besser als vor der Krise. Kein Wunder, bei den Geldgeschenken. Oder wie ich mal schrieb:

Die staatlich regulierte Inflationsrate ist ein Umverteilungsmechanismus. Von Leuten ohne Schulden zu Leuten mit Schulden. In erster Näherung ist das von Arm zu Reich.

Ich bin nicht im Entferntesten Kommunist, sondern im Gegenteil wirtschaftsliberal. Ich wäre der Letzte, der einem Millionär sein Vermögen nicht gönnen würde. Aber das hat mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Diese Brandschatzung des Volksvermögens ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

4 Antworten zu Bankenrettung in der Retrospektive

  1. […] Krise: Bankenrettung in der Retrospektive…Verlorene Generation […]

  2. […] Die ganze Bankenrettung war eine Brandschatzung des Volksvermögens und der Sozialstaat und damit die Ärmsten – in Deutschland und anderswo – werden noch […]

  3. egghat sagt:

    Am Ende ist es natürlich auch einfach: Wenn man Geld druckt, profitieren davon am ehesten die Leute, die schon Geld haben. Einen Armen muss man nicht „bailouten“, einen Reichen schon.

    • nigecus sagt:

      Du meinst natürlich Leute, die mit viel Fremdkapital (zum festen Zins) ihre Assets finanzieren, die widerum ihre Einnahmen via Preise nach oben korrigieren können.

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