Griechenland-Hilfen: Es ist vollbracht

Gegen die Mehrheitsmeinung der Deutschen, und gegen den Wunsch der Mehrzahl der Griechen, und gegen ökonomische Vernunft, haben die Länder der Eurozone und der IWF ein Hilfspaket für Griechenland beschlossen. Etwa 20 Tage ist es her, da hat die EU und der IWF Griechenland 30 Milliarden zugesagt. Kurz darauf wurde klar, dass es wohl eher 80 Milliarden sind, die Griechenland benötigt. Nun beschlossen die Geberländer sogar 110 Milliarden.

Das Gute daran ist, dass die Griechen sich zu einem Sparprogramm verpflichtet haben. Es wird einige Strukturreformen zur Folge haben, die gut für das Land sind. Leider ist zu befürchten, dass die Strukturreformen bei den bislang Begünstigten, insbesondere den Beamten, auf wenig Gegenliebe stoßen wird und das Land radikalisiert werden könnte.

Auch halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Pleite Griechenlands letztendlich abgewendet wird. Wir werden das Geld nicht vollständig wiedersehen.

Eine Lanze möchte ich noch für Frau Merkel brechen. Wenn der Spiegel und viele andere schreiben:

Doch womöglich haben Merkels Manöver die Lage trotzdem verschlimmert. Die Griechen-Rettung ist auch deshalb teurer geworden als zunächst absehbar, weil sich die Kreditkonditionen für Griechenland in den vergangenen Wochen drastisch verschlechtert haben.

So ist das grober Unsinn. Die Rettung ist gleich teuer. Egal ob Griechenland 1%, 5% oder 50% Zinsen am Kapitalmarkt zahlen muss. Der Punkt ist ja gerade, dass die Griechen gar kein Geld am Kapitalmarkt aufnehmen, sondern es von den EU-Ländern bekommen. Der Marktzins ist für die Kosten somit völlig unerheblich.

Und noch ein Wort zur Rolle der Banken:

Auf Initiative des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann haben nun einige deutsche Unternehmen offenbar zugesagt, ein bis zwei Milliarden beizusteuern – in Form von Krediten und durch den Kauf griechischer Staatsanleihen.

Man mag das als „Heuchelei“ bezeichnen, wie die Linkspartei es tut, weil die Finanzbranche mit Griechenlands Überschuldung keine schlechten Profite gemacht hat.

Das ist falsch, liebe Linkspartei. Die Banken haben marktwertig riesige Verluste mit Griechenlands Überschuldung gemacht – schließlich hätten sie den Großteil der geliehenen Gelder nicht wiedergesehen. Riesen Gewinne fahren sie erst jetzt durch die 110 Milliarden geschenkte Euros aus Brüssel, Paris und Berlin ein.

Klar die Politiker sagen immer, sie mussten das Geld ausgeben, weil sonst das Bankensystem zusammenbricht. Schade, dabei war es doch gerade Merkels Ziel nicht mehr von Banken erpresst zu werden.

Eine Antwort zu Griechenland-Hilfen: Es ist vollbracht

  1. golemora sagt:

    Solche Summen sind einfach astronomisch! Kein Unternehmer in Deutschland kann darauf hoffen, dass der Staat oder irgendeine Bank ihm hilft, wenn fehlwirtschaftet. Aber so ist das, wenn die Summe nur groß genug ist, dann wird sie auch gezahlt.

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