Finanzkrise: Hamburg schröpft Familien

Die Stadt Hamburg versucht zu sparen. Prestigeprojekte wie die Elbphilharmonie, Misswirtschaft wie die Rettung der HSH Nordbank und wegbrechende Steuereinnahmen habe tiefe Spuren im Haushalt der Stadt hinterlassen. Und dass obwohl die Ausgaben ja noch nicht einmal korrekt erfasst wurden. Die Rettung der HSH ist ja noch als Gewinn verbucht. Nun holt sich Hamburg das fehlende Geld bei den Familien zurück und erhöht den Spitzensatz für einen Kitaplatz auf sportliche 517 Euro pro Monat.

517 Euro. Da wird so manche Frau auf die Arbeit verzichten. Insbesondere, wenn sie für die Aufnahme einer Arbeit mehr als ein Kind zu Betreuung schicken müsste. 1000 Euro netto bei hohem Steuersatz verdient man nicht so leicht.

Ich wohne in Hamburg und ich will gar nicht ausrechnen, wie viel Geld ich schon für Kinderbetreuung ausgegeben habe. Am Ende wird es ein teures Mittelklasseauto sein. Aber damit ist bald Schluss. Meine Kinder gehen zu einer Privatschule. Besserer Betreuungsschlüssel, viel besseres Angebot, kompetenteres Personal und kostet nur 250 Euro pro Monat – weniger als die Hälfte des Kitaplatzes davor.

5 Antworten zu Finanzkrise: Hamburg schröpft Familien

  1. 40Stunden sagt:

    Die 517€ einfach zu nennen, ohne das dafür notwendige Familieneinkommen aufzuführen, ist ziemlich unsauber. Und 1000€ netto bei hohem Steuersatz (42%) und Sozialversicherungen (20%) entsprechen ungefähr 2600€ Bruttogehalt.

    • ketzerisch sagt:

      517€ ist der Höchstsatz und wird ab einem 4-Personen-Familieneinkommen von 2950 Euro fällig.

      Die Betreuungskosten bei zwei Kindern im Kita-Alter machen da also über 30% des Familiennettoeinkommens aus.

      2600€ Monatseinkommen liegt schon über dem Bundesdurchschnitt. Für die meisten dürfte sich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in diesem Fall nicht lohnen.

  2. […] spitzensatz für kita-gebühren ist in hamburg auf 517 euro erhöht worden. der blog „lost generation“ führt das auf die krise des hamburger […]

  3. Reiner sagt:

    nicht zu vergessen, dass jeder Hamburger und jeder Schleswig Holsteiner (vom Neugeborenen bis zum Greis) rund 650 € (für die 3 Mrd. Finanzspritze im vergangenen Frühjahr) an die HSH Nordbank gezahlt hat.
    Aber das bringt den Blutdruck eines echten Hanseaten ja noch lange nicht hoch – oder? Wart Ihr da?: http://www.pokobi.de/aktionen.php

    • ketzerisch sagt:

      3 Mrd. ist ja noch geschönt, weil kurz vor der Finanzkrise die Bank schon eine Eigenkapitalerhöhung von 2 Mrd. bekommen hat. Unterm Strich sind 5Mrd futsch – plus das was von der Garantie verloren geht.

      Das bringt mich nicht nur hoch, sondern sogar an die Decke. Deswegen schreibe ich mir ja hier die Finger wund.

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