Von Banken erpresst

So langsam wird international das Thema Bankenregulierung nun doch angegangen. Zielstellung jeder Regulierung muss es sein, dass die Staaten nicht mehr durch die Banken erpressbar sind. Bisher kann sich jede Bank/Versicherung hinstellen und sagen: „Gebt uns Milliarden oder das Finanzsystem geht unter“. Das ist das eigentliche Problem des Finanzsystems, dass es zu lösen gilt. Gut das dies nun auch Frau Merkel erkannt hat.

In der FAZ liest man von Frau Merkel:

Die Kanzlerin forderte in dem Interview einen besseren Schutz von Staaten vor erpresserischen Spekulationen. Die Frage sei: „Wie können wir sicherstellen, dass Banken uns in Zukunft nicht mehr erpressen können?“

Exakt. Noch besser drückt es Obama aus: „Never again will the American taxpayer be held hostage by a bank that is too big to fail“. Nur während Obama das Problem wenigsten direkt (wenn auch nicht optimal oder auch nur effektiv) angeht und z.B. eine Größenbeschränkung für Banken fordert, konzentriert sich Merkel auf populistischen Nebenkriegsschauplätzen:

Kritik übte die Kanzlerin an Großbritannien: Es sei „besonders ärgerlich, dass wir in der Europäischen Union eine Diskussion mit Großbritannien haben über die stärkere Regulierung von Hedgefonds“. Sie hoffe, dass es gelingen werde, die britische Politik von der Notwendigkeit einer solchen Regulierung zu überzeugen, sagte Merkel.

Mehrere EU-Staaten hatten den Verdacht geäußert, Spekulanten hätten auf eine Pleite Griechenlands gewettet, sie forderten daher ein Verbot solcher Spekulationen. Großbritannien wehrt sich in der EU aber gegen eine zu scharfe Regulierung.

Ein Hedgefonds ist ein Hedgefonds ist ein Hedgefonds. Eine Bank ist eine Bank ist eine Bank. Ob Hedgefonds nun reguliert sind oder nicht ist vergleichsweise irrelevant in der Frage nach der Stabilität des Bankensystems. Das einzige was ich bezüglich Hedgefonds tun würde: Ich würden Banken verbieten in Hedgefonds zu investieren oder diesen Geld zu leihen. Das Risiko das von Hedgefonds ausgeht ist nicht das sie auf Griechenlands Pleite wetten, sondern dass sie selber Pleite gehen und die die Hedgefonds-Verluste letztlich wieder bei den Banken aufschlagen. Siehe z.B. bei der Pleite des Long-Term Capital Management.

Dabei ist es so leicht nicht mehr von den Banken erpressbar zu sein.

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5 Responses to Von Banken erpresst

  1. Es ist ein „mortal embrace“ zwischen Banken und Regierungen… Siehe http://bit.ly/b2S4vn

    Es ist aber vielmehr die Qualitaet des Geldes, die zu wuenschen uebrig laesst: Kreditgeld ist ein reines Kontrollmittel. Hat nichts mehr mit Tauschen zu tun. Siehe http://nationaleschulden.eu/bargeld-kreditgeld/

    Und Kontrolleure wollen immer mehr kontrollieren. Aber wer kontrolliert die Kontrolleure?

    Es ist schade, dass das Volk so wenig Kontrollfunktion hat. Aber mit Web, hellen Koepfen (und Geld!) koennte man das alles aendern!

    Seufz.

  2. genervt sagt:

    @Sabine McNeill

    Langsam ist es doch gut mit den andauernden Verweisen auf Ihren Blog und immer dieselben Kommentare. Diese tragen auch nichts zur Sache bei. Zumal Sie das nicht nur hier machen, sondern auf allen möglichen Blogs.

  3. […] Klar die Politiker sagen immer, sie mussten das Geld ausgeben, weil sonst das Bankensystem zusammenbricht. Schade, dabei war es doch gerade Merkels Ziel nicht mehr von Banken erpresst zu werden. […]

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