Preis für WTI-Öl fällt weiter – kein Wunder

Das Handelsblatt ist erstaunt über fallende WTI-Preise bei steigenden Brentpreisen. Das ist aber kein Wunder. Der Preis für WTI-Öl wird in Cushing ermittelt. Cushing ist der größte Öllager- und -umschlagsplatz der USA. Dort sind die Preise um den Jahreswechsel herum aber nicht effizient, da sie von der Steuer getrieben werden. Es gibt Bundesstaaten mit Öllagersteuer, die zum Jahreswechsel erhoben wird. Das führt dazu, dass alles Öl zum Jahreswechsel nach Cushing gepumpt wird, weil dort keine solche Steuer erhoben wird. Die Folge: niedrige Preise und hohe Lagerbestände bei WTI. Allzuviel sollte man darauf daher nicht geben.

Letztlich ist der Spotpreis für Öl sowieso nicht sonderlich entscheidend. Für Investitionsenscheidung ist der Forwardpreis wichtig und der ist nicht beeinflusst von kurzfristige Steuergesichtspunkten. Er ist auch nicht eingebrochen, sondern liegt bei rund 80 USD. Getrieben wird er von den mittelfristigen marginalen Ersetzungskosten (replacement cost) von öl. In der aktuellen Hackordnung der Ölproduktion ist der marginale Öllieferant Ölsand in Kanada und den USA. Die Kosten liegen bei ca. 80 USD, so dass der Preis bei gegebener Nachfrageerwartung als fair zu bezeichnen ist.

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