Polanski: Samantha Geimer’s verzweifelter Kampf gegen die Medien

SPON schreibt:

Dass Samantha Geimer dem Mann, der sie als 13-Jährige vergewaltigte, verziehen hat, ist nicht neu. Dass die heute 46 Jahre alte Amerikanerin nun vielleicht dafür sorgt, dass Roman Polanski auf freien Fuß kommt, jedoch schon. Nach ihren Wünschen soll die Anklage gegen den 76-Jährigen fallen gelassen werden.

Wie schon mal geschrieben, hat der Antrag von Samantha Geimer mit Verzeihen nichts zu tun. Sie hat lediglich die wage Hoffnung von der Presse endlich in Ruhe gelassen zu werden, wenn der Polanski-Fall ad acta gelegt würde. So wird sie von Reportern in unschöner Regelmäßigkeit an ihr Trauma erinnert. Aber das schreibt die Presse mit Ausnahme des Sterns natürlich nicht so gerne. SPON sollte es besser wissen. Immerhin weist der Autor im Artikel auf die wahren Gründe für den Antrag selber hin:

Die unaufhörliche Publicity seit der Festnahme des Regisseurs in der Schweiz würde ihr Familienleben, ihre Arbeit und ihre Gesundheit belasten, macht die auf Hawaii lebende Frau geltend.

In den letzten Wochen seien fast 500 Anrufe von Reportern aus aller Welt bei ihnen eingegangen, erklärt Geimers Anwalt Lawrence Silver in Gerichtsunterlagen. Fotografen würden ihr Haus belagern und ihre Kinder ansprechen. „Lasst sie in Ruhe“, bat Silver eindringlich.

Dann muss man den Artikel auch nicht mit dem Hinweis eröffnen, dass Opfer habe Polanski verziehen – das wird auch mit der 1000sten Wiederholung nicht richtiger. Da sie mit Polanski seit der Vergewaltigung kein Wort mehr gewechselt hat, hat er wohl noch nicht einmal um Verzeihung gebeten. Jedenfalls nicht persönlich und direkt.

Übrigens könnte Polanski Frau Geimer sehr leicht von dem Trauma befreien: Er könnte einfach seine Flucht beenden. Aber ihm scheint das Schicksal von der Frau Geimer nicht so sehr am Herzen zu liegen. Ausgeprägte Schuldgefühle würde ich nicht diagnostizieren.

Eine Antwort zu Polanski: Samantha Geimer’s verzweifelter Kampf gegen die Medien

  1. sehrzynisch sagt:

    Ein sehr differenzierter und intelligenter Beitrag findet sich unter:
    http://www.sueddeutsche.de/,ra4l1/kultur/408/492762/text/

    „Letztlich geht es um die Frage nach der Souveränität. […]Es genügt, an Nietzsche oder Carl Schmitt zu erinnern. Und jeder erinnert sich auch an de Gaulles Diktum, mit dem er sich für den straffällig gewordenen Jean Paul Sartre verwendete: „Einen Voltaire verhaftet man nicht!“

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