Protektionismus und Gold-Standard

Paul Krugman weißt in seinem Blog auf den Zusammenhang zwischen Protektionismus und Währungsbindung hin. Wenn ein Land seine Währung an eine externe Referenz bindet (Dollar, Euro oder Gold), so fehlen währungspolitische Mittel auf Krisen zu reagieren. Auf gut Deutsch: Diese Länder können kein Geld drucken.

Ich finde er übersieht zwei Dinge. Erstens gilt das für alle Euroländer und nicht nur für Länder, die ihre Währung an den Euro gekoppelt haben. Kein Euroland hat währungspolitische Mittel. Nur die Eurozone im Aggregat hat solche. Für das einzelne Land sind die Maßnahmen der EZB gerne auch mal zu lax (Spanien, Irland in den vergangenen Jahren) oder zu hart.

Außerdem sind währungspolitische Mittel nichts anderes als Steuern, wenn das Ziel ist die Währung abzuwerten. Die eigene Bevölkerung wird gezwungen einen geringeren Lebensstandard zu halten, während der Staat die neu gedruckten Scheine im eigenen Interesse ausgibt. Nur wenn der Staat kein Geld drucken kann, ist er zu ungeliebten Strukturreformen gezwungen. Wie man am aktuellen Koalitionsvertrag erkennt, gibt es in Deutschland noch zu viel Spielraum zum Gelddrucken. Das ist ja auch viel einfacher als mal das Land nach vorne zu bringen.

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One Response to Protektionismus und Gold-Standard

  1. […] haben, dass Euroländer keine eigene Währung mehr haben. Länder ohne eigene Währung haben einen Anreiz bei Deflation die Protektionismus-Karte zu […]

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