Sarrazin ist ein Rassist

Ich habe mich wirklich lange geweigert etwas zu dieser unsäglichen Rede Interview von Thilo Sarrazin zu schreiben. Dem Rassisten muss man ja nicht auch noch Aufmerksamkeit schenken. Da aber immer wiederkehrend Verharmlosungen der Rede des Interviews zu lesen sind – wenn nicht gar Zustimmung – und dass von Leuten, die offenbar gar nicht gelesen haben was er gesagt hat, muss ich wohl. Das neustes Pamphlet kommt von Jörg Lau in seinem Zeit-Blog unter dem Titel „Sarrazin und Hitler? Der Zentralrat der Juden macht sich lächerlich“.

Was ist passiert? Herr Lau kritisiert, dass der Generalsekretär des Zentralrat der Juden, Stephan Kramer, Herrn Sarrazin „in eine Reihe mit Goebbels, Göring und Hitler gestellt“ hat. Herr Lau meint, dass er dort nicht hingehört. Doch gehört er. Er ist ein Rassist.

Lau findet das nicht. Seine Begründung Nummer 1

Kramers Vorwürfe sind einfach lachhaft. Sie machen kleine Münze aus dem Nazi-Vorwurf, sehr bedenklich für den Zentralrat, der sich auf echte Antisemiten konzentrieren sollte.

Das ist natürlich kein Argument, sondern nur eine Behauptung. Er fordert, der Zentralrat möge sich doch bitte nur um „echte Antisemiten“ kümmern. Auf Antisemiten wollte sich der Zentralrat aber nie beschränken. Sarrazin ist zwar kein Antisemit, sondern ein Rassist. Und als solcher steht einer in einer Reihe mit den Nazi-Größen.

Laus Begründung Nummer 2:

Aber nirgendwo gibt es einen Fitzel von NS-Gedankengut bei Sarrazin.

Oh, Herr Lau. Haben wir das Interview gar nicht gelesen? Hier ein paar rassistische Auszüge:

„Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“ Da sie aber nicht intelligent seien, gefällt Sarrazin das nicht. „Man muss davon ausgehen, dass menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich.“ Derzeit falle „der Anteil der intelligenten Leistungsträger aus demographischen Gründen kontinuierlich“.

Ich übersetze mal für Herrn Lau: Herr Sarrazin ist der Auffassung, dass der Türke und der Araber an sich weniger intelligent ist. Das Türke sein ist quasi eine erbliche Vorbelastung. Ein Risikogen, welches die Faulheitskrankheit auslöst. Herr Lau, wenn Sie in dieser Ansicht von Herrn Sarrazin keinen „Fitzel“ von NS-Gedankengut erkennen, dann hören Sie bitte auf mit bloggen. Das ist Rassismus pur. Es gibt gute Rassen (Herr Sarrazin zählt da neben den Deutschen auch die osteuropäische Juden dazu) und schlechte (das sind die Türken und Araber). Wo bitte ist das denn nicht rassistisch?

Laus Begründung Nummer 3:

Seine Einmauerungs- und Abschiebe-Phantasien finde ich übertrieben und falsch, aber sie haben nichts mit rassistischen Vernichtungswünschen zu tun, die die NS-Politik kennzeichneten.

Den Rassismus hatte wir gerade schon festgestellt. Stimmt, Herr Sarrazin möchte die Türken nicht töten. Er möchte „nur“, dass sie keine Kinder mehr bekommen. Damit sie nicht die Bevölkerung weiter mit ihrer angeborenen Dummheit anstecken. Solche Wünsche nach Nicht-Fortpflanzung hatten die Nazis auch.

Laus Begründung Nummer 4:

Im übrigen spricht Sarrazin nicht über irgendeine “Rasse”, sondern über bestimmte Gruppen, die bei der Integration versagen – die deutschstämmige Unterschicht übrigens inklusive.

Das ist Haarspalterei. Herr Sarrazin nimmt das Wort „Rasse“ nicht in den Mund, aber da er den Türken und Arabern eine mindere Intelligenz zuspricht, hat er klar ein rassischtisches Weltbild.

Begründung Nummer 5:

Hat Stephan Kramer nicht die Passage gelesen, in der Sarrazin sich “Ostjuden” statt der Türken und Araber wünscht?

Doch, hat er vermutlich. Aber er ist halt kein Rassist und daher glaubt er nicht, dass „Ostjuden“ um 15% intelligenter sind. Nur weil die präferierte Zielgruppe der Rassisten eine andere ist als im Nazi-Deutschland, ist das noch kein anderes Gedankengut. Und es spricht außerordentlich für Herrn Kramer, dass er auch gegen Rassisten ist, die Juden für was besseres halten.

Herr Lau schreibt auch:

Sarrazin sollte es zu Bedenken geben, dass die NPD ihn höhnisch ans Herz drückt.

Herr Lau, dass sollte Ihnen auch zu denken geben.

Update:
Teile des Interviews finden sich hier. Danke an Leser Marc für den Link.

Update:
Eine andere Meinung hier.

28 Antworten zu Sarrazin ist ein Rassist

  1. Eugen sagt:

    Mit der Intelligenz ist es so ne Sache. Du triffst deine Aussagen aus Unwissen. Es gibt angeborene kognitive Fähigkeiten. Diese sind erblich. Es gibt natürlich auch erlernte Fähigkeiten – aber diese werden im IQ-Test nicht gemessen.
    Der Islamgürtel weist durchweg – von Marokko bis Indien – einen IQ von 85 im Bezug auf Europa. Da IQ vererbt wird, haben auch die Kinder der Gastarbeiter aus islamischen Ländern – auch nach mehr als zwei Generationen und dem hiesigen Bildungshintergrung – einen IQ von 85. Pech will, dass es einen IQ von 85 braucht, um die Hauptschule mit Erfolg zu beenden. Genau hier liegt der Grund für die hohe Anzahl der Türken und Araber ohne Schulabschluß.

    Auffällig ist auch, dass der Schulerfolg bei anderen Etnien, die sich in der BRD aufhalten, der Schulerfolg genauso mit dem IQ korreliert.

    Auch wenn die „Intelligenz-Forschung“ heutzutage aus politischen Gründen nicht gewollt – gar unerwünscht – ist, handelt es sich bei IQ-Konzept um ein recht gut erforschtes Gebiet.

    • ketzerisch sagt:

      Ich treffen keine Aussagen in Unwissen. Mir ist klar, das Inteligenz auch erblich ist. Das ist es im Islamgürtel eine geringere durchschnittliche Intelligenz gibt ist aber schlicht falsch und rassistisch.

      Die Gründe für das schlechte Abschneiden in der Schule liegt in mangelnden Deutsch-Kenntnissen und schlechtere Unterstützung durch die Lehrer.

      Hast du auch nur eine seriöse Quelle für Deine behaupteten Rassenunterschiede?

  2. Michael sagt:

    Das Problem ist, das Sarrazin einiges gesagt hat, was richtig ist und von dem sich die Leute wünschen, dass man es von Politikern öfters hört (wie z.B. das wegen der Integration). Deswegen gibt es anscheinend Menschen, die Versuchen seinen gesamten Text zu verteidigen.

    Die Aussage, dass gewisse Ethnien dümmer sind als andere ist nicht nur Rassismus, es ist geradezu die Definition von Rassismus.

    Warum man aber deswegen wieder den Hitler hervorholen muss ist mir schleierhaft. Nur weil Nationalsozialismus eine rassistische Ideologie war bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass jeder Rassist ein Nazi ist. Das eliminatorische Element ist nun mal das, was man mit dem Nationalsozialismus assoziiert wird. Es gibt aber überhaupt keinen Grund zur Annahme, dass Sarrazin einem eliminatorischen Rassismus anhängt, es scheint mehr eine Art 08/15-Rassist zu sein und deswegen denke ich, dass der Vergleich mit dem Nationalsozialismus nicht angebracht ist.

    PS: Nebenbei gesagt ist meine Meinung, dass der IQ allgemein eine recht problematische Maßeinheit ist, die keineswegs – wie oft suggeriert – weitgehend unabhängig von Erziehung und Ausbildung ist.

    • ketzerisch sagt:

      Michael, ich stimme Dir voll zu.

    • ketzerisch sagt:

      Sarrazin spricht richtige Probleme an. Leider führt sein Rassismus zu falschen/unbrauchbaren Lösungsvorschlägen. Wenn Türken und Araber genetisch von schlechter Qualität sind, dann kann die Schlussfolgerung halt nur, dass man diese nicht mehr ins Land lässt, sie ermuntert keine Kinder mehr zu kriegen (z.B. durch Streichung der Transferleistungen) und sie man besten des Landes verweist.

      Nur wenn man davon ausgeht, dass Türken genauso intelligent sind, ist Integration überhaupt ein erstrebenswerter und erreichbarer Zustand. Der Rassismus führt gerade zu weniger und nicht zu mehr Integration. Die Türken und Araber werden aufgegeben, weil sie ja aufgrund der genetische Veranlagung nicht integrierbar sind.

    • vitzliputzli sagt:

      „Die Aussage, dass gewisse Ethnien dümmer sind als andere ist nicht nur Rassismus, es ist geradezu die Definition von Rassismus.“

      eine wunderbare aussage.

      nur: stimmt es nicht, daß schwarze besser rennen können als weiße? zb beim marathon?

      aber viel wichtiger: warum kommen so viele technische erfindungen aus dem westen (usa, udssr etc) und so wenige aus dem orient?

      beten die zuviel? :-D

    • ketzerisch sagt:

      „stimmt es nicht, daß schwarze besser rennen können als weiße? zb beim marathon?“

      Nein. Stimmt nicht. In der „Top 10 der Frauen ist nur eine „Schwarze“.

      Bei den Männern gibt es mehr Afrikaner. Allerdings sind alle „schwarzen“ Läufer, die schneller als 2.07h gelaufen sind Kenianer. Da würde ich eher auf ein landesspezifischen Faktor denn einen hautfarbenspezifischen schließen. Der weltbeste Läufer ist übrigens auch nicht schwarz, sondern Marrokaner.

      „aber viel wichtiger: warum kommen so viele technische erfindungen aus dem westen (usa, udssr etc) und so wenige aus dem orient?“

      Weiß ich nicht. An der Intelligenz liegt es aber nicht – jedenfalls kenne ich für Unterschiede diesbezüglich keine handfesten Belege. Da würde eher darauf tippen, dass die guten Leute aus dem Orient alle in Amerika arbeiten und deren Erfindung daher von Dir mal flux unter „aus dem Westen“ subsumiert werden.

  3. Marc sagt:

    Es handelt sich dabei nicht um eine Rede, sondern ein Interview, aber das ist ja egal. Damit man aber nicht nur die wenigen Sätze sieht, die in den Medien immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt und aus dem Zusammenhang gerissen werden, sollte man auch das ganze Interview lesen. Es lohnt sich! Leider findet man das 5-seitige Interview bisher nicht online. Weitgehend ist es aber hier wiedergegeben.

  4. yuri sagt:

    Ja, ja, mal kurz die Rassismuskeule rausgeholt.

    Dummheit, manipulative Absicht, oder Interview nicht gelesen?
    http://freiheitsforum.com/read.php?2,30187

    Man kann es mit der PC auch uebertreiben. Die Rassismus, Faschismus und Xmus Keule ist eigentlich dier Schnellschusswaffe der Alt68. Solche Leute moegen doch bitte fuer den Spiegel, die TAZ, FR oder sonst was schreiben, aber bitte nicht in anspruchsvollen Blogs.

    Und wenn in Berlin 50% der Tuerken arbeitslos sind, und ein grossteild er Intensivstraftaeter aus Tuerken oder insbesondere Arabern besteht, dann muss man sich fragen, ob man diese Zustaende intensivieren will. Dabei ist die Loesung doch ganz einfach:

    Wer will, dass diese Personengruppen nach wie vor nach Deutschland einwandern und nachziehen, soll einfach die Folgekosten durch erhoehte Arbeitslosigkeit und erhoehte Strafdelikte bezahlen. Dann macht man eine Abstimmung, und wer diese Personengruppe hier haben moechte, der hat dann halt deutlich hoehere Steuerabgaben. Wer nicht, der zahlt halt weniger Steuern. Genau bei solchen Vorschlaegen ticken die Gutmenschen immer aus. Dabei ist genau das, woran die Demokratie scheitern wird. Der Personenkreis der Forderungen stellt ist kaum deckungsgleich mit dem Personenkreis, der fuer die Forderungen bezahlen muss.

    • ketzerisch sagt:

      Ich verwende Rassismus gar nicht als Keule. Herr Sarrazin glaubt wirklich, dass es genetische Unterschiede in den Ethnien gibt. Das ist die Definition von Rassismus.

      Das es neue Konzepte zur Integration ganzer Ausländergruppen geben muss ist davon doch völlig unabhängig. Nur wenn ich versuche diese Konzepte auf Basis der Theorie zu finden, dass Türken und Araber genetisch einfach zu dumm sind (wie Sarrazin es tut), dann finde ich eben keine Lösung.

      Mir geht es bei der Ausländerintegration in erster Linie um die Kinder. Die können nichts dafür, dass ihre Eltern ignorant sind. Damit sie auch Chancen auf Bildung und Integration erhalten, könnte man z.B. für alle Kinder die schlecht Deutsch sprechen den Kindergarten zur Pflicht ab drei Jahren erheben. Könnte helfen. Nur in Sarrazins Weltbild hilft das nichts, weil die Türken und Araber genetisch dumm sind. Siehst Du das Problem mit dem Gedankengut?

  5. yuri sagt:

    Es ist doch wohl kaum zu bestreiten, dass die intellektuellen Faehigkeiten der arabischen und tuerkischen Einwanderer unterdurchschnittlich sind. Fehlende Schulabschlusse, mangelnde Eingliederung sind doch die zwangslaeuifge Folge davon. Bei den Iranischen Einwanderen wird es wahrscheinlich umgekehrt sein. Das liegt nicht daran, dass Tuerken und Araber duemmer als der Durchschnittsdeutsche ist und der Iraner klueger als der Durchschnittsdeutsche, es liegt schlicht und einfach daran, dass voelig verschiedene Bevoelkerungsgruppen aus diesen Laendern eingewandert sind. Nichts anderes sagt Sarazzin, wobei er den Juden pauschal einen hoeheren IQ zugesteht. Messungen belegen dies, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Ein „dummer“ Jude ist im Jahr 2009 entweder tot oder konvertiert, der haette Jahrhunderte von Spiessrutenlaufen gar nicht ueberlebt.
    Die Frage ist aber jetzt keine rassistische, sondern eine oekonische und sicherheitspolitische. Wen wollen wir in Deutschland haben? Den vietnamesischen oder tuerkischen Ingenieur (wobei der tuerkische Ingenieur in der Tuerkei viel bessere Moeglichkeiten als in Deutschland hat), oder den anatolischen Ayqtollah mit 10 Kindern, die von der Sozialhilfe leben?

  6. yuri sagt:

    Es ist doch wohl kaum zu bestreiten, dass die intellektuellen Faehigkeiten der arabischen und tuerkischen Einwanderer unterdurchschnittlich sind. Fehlende Schulabschlusse, mangelnde Eingliederung sind doch die zwangslaeuifge Folge davon. Bei den Iranischen Einwanderen wird es wahrscheinlich umgekehrt sein. Das liegt nicht daran, dass Tuerken und Araber duemmer als der Durchschnittsdeutsche ist und der Iraner klueger als der Durchschnittsdeutsche, es liegt schlicht und einfach daran, dass voelig verschiedene Bevoelkerungsgruppen aus diesen Laendern eingewandert sind. Nichts anderes sagt Sarazzin, wobei er den Juden pauschal einen hoeheren IQ zugesteht. Messungen belegen dies, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Ein „dummer“ Jude ist im Jahr 2009 entweder tot oder konvertiert, der haette Jahrhunderte von Spiessrutenlaufen gar nicht ueberlebt.
    Die Frage ist aber jetzt keine rassistische, sondern eine oekonische und sicherheitspolitische. Wen wollen wir in Deutschland haben? Den vietnamesischen oder tuerkischen Ingenieur (wobei der tuerkische Ingenieur in der Tuerkei viel bessere Moeglichkeiten als in Deutschland hat), oder den anatolischen Ayatollah mit 10 Kindern, der von der Sozialhilfe lebt? Derzeit wollen wir anscheinend letzteres.

  7. Migrant sagt:

    Jemand sollte doch Herrn Sarrazin (und andere) daran erinnern dass die Zahlen die er jeden tag sieht/verwendet arabische Zahlen sind.
    Außerdem waren es doch die Super Duper Ober Intelligenzmonster Europäer die uns 2 Weltkriege angezettelt haben oder? Ok in Nahen Osten gibt es immer noch Kriege bzw. Unruhen aber die sind halt nicht so Intelligent und lassen nicht die Ganze Welt daran teil haben und zur Grunde richten.

    Herr Sarrazin und Gleichgesinnte sollten doch nicht vergessen das Araber eine viel längere Zivilisation hinter sich haben als viele Europäische Staaten. Als man da die Wissenschaften betrieben hat hat man hier noch auf dem Bäumen gelebt.
    Europa wäre heute eine andere Europa wenn die Araber die Griechische Erbe nicht aufbewahrt und weiter entwickelt haben. Sogar im Gegensatz zu Europäern die später vieles von Arabern übernommen haben Ihren Urhebern treu geblieben.

    Ich hätte noch viel erzählen können aber im Zeiten der Internet kann sich ja jeder selber informieren.

    Aber was noch hinzu gefügt werden sollte ist; Herr Sarrazin ist so Intelligent das er eine Soziales Problem auf ein ethnisches Problem zurück führt bzw. miteinander verwechselt.

    Ich als Migrant sehe es auch das es hier ein Problem gibt aber seien wir doch mal Ehrlich, wir haben doch alle die Integration vergeigt und versuchen jetzt den Schwarzen Peter auf den andern zu schieben.
    Man Sollte doch über dieses Problem reden aber nicht auf diesem Niveau.

    • Eugen sagt:

      Bei den hier „arabisch“ genannten Zahlen handelt es sich um indische Zahlen. So heißen diese gar auf arabisch.

  8. ketzerisch sagt:

    „Es ist doch wohl kaum zu bestreiten, dass die intellektuellen Faehigkeiten der arabischen und tuerkischen Einwanderer unterdurchschnittlich sind.“

    Darauf beschränkt sich Sarrazin aber nicht. Er dehnt es auf alle Anatolier aus, wenn er sagt „Ständig werden Bräute nachgeliefert“. Er meint damit, dass junge Frauen (Wieso nennen die alle „Mädchen“?) aus Anatolien weniger intelligent sind als andere. Er differenziert nicht stark genug zwischen Herkunft und Intelligenz (mit Ausbildung als Proxy).

    Das Deutschland sich um gut ausgebildete Ausländer bemühen sollte, dem stimme ich zu. Der türkische Ingenieur macht derzeit nämlich vieles, aber bestimmt nicht nach Deutschland kommen, in einem Land in dem er keine Anerkennung außerhalb seines Berufs erfahren wird. Meine türkischen Freunde sind alle nach England oder Amerika gegangen. Nach Deutschland nur zwei, weil sie mit einem Deutschen verheiratet sind. Und selbst die würden jetzt aufgrund des neuen Einwanderungsgesetz wohl nicht mehr kommen können. (Deutschkenntnisse vor Einreise heißt mindestens ein Jahr Fernbeziehung über Ländergrenzen hinweg. Dann doch lieber ein anderes Land)

    „Derzeit wollen wir anscheinend letzteres.“

    Derzeit wollen wir gar kenie Einwanderer – und das ist Teil des Problems.

  9. netzwerkrecherche sagt:

    @ketzerisch:
    „Herr Sarrazin glaubt wirklich, dass es genetische Unterschiede in den Ethnien gibt. Das ist die Definition von Rassismus.“

    Nun will ich mich nicht als Rassist outen, aber es soll ernstzunehmende Leute geben, die etwa behaupten, ein von dunklen Menschen geborenes Kind würde anders aussehen als eines von hellen Menschen, und die weiterhin behaupten, das läge nicht an den sozialen Bedingungen. Die wären also Rassisten?

    „Nur in Sarrazins Weltbild hilft das nichts, weil die Türken und Araber genetisch dumm sind.“

    Sarrazins Hauptstoßrichtung geht in Richtung Integration, und als Vertreter des materialistischen Weltbildes orientiert er sich an der Ausbeutbarkeit von Arbeitskräften, ohne zu fragen, WARUM sich Ausländer integrieren sollten und ohne zu fragen, OB die Deutschen jemanden integrieren wollen. Zwar fand die Einwanderung „gegen den erklärten Willen der Bevölkerungsmehrheit“ (Die Welt) statt, doch wird jetzt von den gleichen Maßgebenden eine „Integration“ als göttliches Gebot verkündet. Was er kritisiert, haben er und seine Brüder erst hervorgerufen: Es war nun einmal eine bestimmte Klientel, die von der spätindustriellen Großindustrie zu Handlangerzwecken nach Mitteleuropa importiert wurde, und die heute das deutsche Prekariat recht auffällig verstärkt. Nun, wo das fremde Humankapital nutzlos geworden ist, wird es den Kapitalisten nur noch lästig, während die Utopisten das Scheitern ihrer Ideologie verschweigen, ja sogar die Debatte darüber bestrafen wollen.

    Bitteschön und Ring frei: Schlagt euch die Rüben ein!
    http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/09/18/sklavenmarkt/

    @Migrant:
    „Herr Sarrazin und Gleichgesinnte sollten doch nicht vergessen das Araber eine viel längere Zivilisation hinter sich haben als viele Europäische Staaten. Als man da die Wissenschaften betrieben hat hat man hier noch auf dem Bäumen gelebt.“

    Danke für diese exemplarische Darstellung importierten Streitpotentials. Sagt der eine, Araber seien dümmer, sagt der andere, Europäer seien unzivilisierter. Im Übrigen ist es richtig, daß die arabische Kultur eine herrliche Kultur mit großen Philosophen und Gelehrten war. Die Betonung liegt auf WAR. Das deutsche Volk, jenes ehemalige der Dichter und Denker, hat seinen Zenit ebenso überschritten und ist vom Volk zur Gesellschaft gesiecht und siecht weiter zum Pöbel. Von daher könnt ihr euch auch zusammentun, es wird niemandes Verlust sein.

    „wir haben doch alle die Integration vergeigt“

    Also Entschuldigung, Herr Migrant, ich habe hier niemanden eingeladen und auch nicht vor, auf Geheiß irgendeiner dahergelaufenen Obrigkeit irgendwelche komischen Leute zu „integrieren“, nur weil das gerade als modern angepriesen wird.

    • ketzerisch sagt:

      @netzwerkrecherche
      „es soll ernstzunehmende Leute geben, die etwa behaupten, ein von dunklen Menschen geborenes Kind würde anders aussehen als eines von hellen Menschen, und die weiterhin behaupten, das läge nicht an den sozialen Bedingungen.“

      Es soll auch blonde, braunhaarige und schwarzhaarige geben. Rassismus fängt erst an, wenn man den Gruppen andere Merkmale zuschreibt als das Merkmal nach den man sie gebildet hat.

      Ich stimme Deinen Punkten ansonsten zu. Mein Punkt war nur, dass die Grundhypothese Sarrazins („Türken und Araber sind für Integration zu dumm“) bei der Lösung des Integrationsproblems nicht hilfreich ist.

      „ich habe hier niemanden eingeladen und auch nicht vor, auf Geheiß irgendeiner dahergelaufenen Obrigkeit irgendwelche [..] Leute zu „integrieren“, nur weil das gerade als modern angepriesen wird.“

      Man kann Menschen auch offen begegnen, die man nicht eingeladen hat. Ich ernte zwar in Norddeutschland oft merkwürdige Blicke, aber ich grüße trotzdem jeden den ich auf der Straße treffe. Meiner Meinung nach gehört sich da so. Und oft habe ich so nette Menschen kennen gelernt. Sogar Norddeutsche.

  10. Zitronella sagt:

    Hi !,

    gestern Abend die Reportage bei „Spiegel TV“ sprach doch Bände. Ohne Kommentar, ohne Ab- oder Aufwertungen einfach das simple Abbild des „Ist-Zustandes“ aufzeigen. Vom „Burkini“ über die „Gangsters“, von „zu Hause habe ich das Sagen an der Fernbedienung – meine Frau hat das Sagen am Kühlschrank und am Kochherd“ hat wenig gefehlt.

    Ein „Efendi“, der in einer Mietwohnung irgendwelche Tanzorgien abhält über die Frau, die mit Ihrem Mann lieber vom Job-Center lebt, als einzusehen, dass Sie mit Kopftuch praktisch unvernmittelbar auf dem Arbeitsmarkt ist.

    Das sind die Sachverhalte, wie sie sich derzeit darstellen. Eine Diskussion, ob Intelligenz vererblich ist, oder nicht bringt hier nichts. Es müssen klare Konzepte her um sowohl die Migranten als auch die Deutschen unter einen Hut zu bringen und sich auszutauschen statt sich abzuschotten.

    • ketzerisch sagt:

      Nur interessehalber: Was ist denn „Burkini“?

      „die Frau, die mit Ihrem Mann lieber vom Job-Center lebt, als einzusehen, dass Sie mit Kopftuch praktisch unvernmittelbar auf dem Arbeitsmarkt ist.“

      Da wird das Job-Center sich die Leistung kürzen sobald sie einen zumutbaren Job abgelehnt hat. Imho ist arbeiten ohne Kopftuch zumutbar.

  11. netzwerkrecherche sagt:

    @ketzerisch
    „Man kann Menschen auch offen begegnen, die man nicht eingeladen hat.“

    Ja, als Individuum sicher, schließlich sind wir alle irgendwie Leidensgenossen auf dieser Erde. In dieser Hinsicht kann man auch allen Tieren offen begegnen.

    Bei der Frage nach dem Woher und Wohin, vielleicht eben auch in Gemeinschaftsformen wie Familie, Region, Volk, Rasse …, wird in der auflösenden Gemeinschaft jeder andere Antworten finden – was selbst wieder Indiz für die Auflösung ist. Zumindest als das Volk noch Volk werden wollte, gab es da keine Differenzen: Es wurde nicht mit Türken über Integration debattiert, sondern diese wurden, etwa vor Wien, mit Kanonen beschossen.

    • ketzerisch sagt:

      Der im Zuge der französischen Revolution aufgekommene Wunsch homogene Entitäten als Staaten zu erlangen hat mehr Leiden als Nutzen den Ländern insbesondere Europas gebracht. Zumal der Wunsch nach Homogenität eine Festlegung von Merkmalen impiziert, welche wiederum eine Ausgrenzung der Menschen darstellt, die diese Merkmale nicht aufweisen.

      Als Merkmale, die ohne Erfolg ausprobiert wurden, fallen mir spontan ein: Religion, Nationalität, Sprache, Hautfarbe.

      Insofern befindet sich die Gesellschaft nicht in einer Auflösung. Sie war nie homogen und jeder Versuch die Bevölkerung auf Menschen mit bestimmten Merkmalen zu reduzieren endete in einer Katastrophe.

  12. Zitronella sagt:

    So ungefähr sieht ein Burkini (Islam gerechter Bikini/Badeanzug) aus :

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/525486/bilder/image_main/

    und

    gerne genommen auch so, dass man nur die Augen sieht. So eine Mischung aus farbigem Sack mit integrierter Jogginghose.

    Für Zahlenfetischisten empfehle ich den Artikel im aktuellen Spiegel zur Bestandsaufnahme und dem Abgleich des eigenen Wunschdenkens mit der Realität.

    Gruß

  13. netzwerkrecherche sagt:

    @ketzerisch
    Gruppenbildung gab es schon immer und gruppenmäßige Interessen. Das wird sich auch beim biologisch, geschlechtlich und seelisch zum Individuum weitgehend aufgelösten Menschen nicht ändern. Im Übrigen hatten jene Verfechter des Nationalstaates einst ebenso argumentiert, daß alle Stammesfehden nun beseitigt wären. Der ewige Friede ist auch dann nicht angebrochen, und er wird auch in einer globalisierten Welt nicht anbrechen, in welcher Machtgruppen konkurrieren. Der Nationalstaat mag ein veraltetes Modell sein, so wie Geschlecht, Familie, Stamm, Religion, Rasse, … , indes ist eine bessere Alternative nicht erkennbar. Man könnte sogar der Meinung sein, daß mehr verloren als gewonnen würde.

    Ich sehe auch nicht ein, dem sich fortlaufend ändernden Geschmack der Obrigkeit zuunterwerfen. Gestern sollt’ ich Juden hassen, heute Nazis und morgen Muselmanen. Gestern sollt’ ich Väterchen Stalin umarmen, heute den Asylanten und morgen den Pädophilen. Gestern war ich der treue Preuße, dann der treue Deutsche und später der treue Europäer oder Weltbürger. Lächerlich!

  14. Klardenker sagt:

    Die Sache ist klar:

    Über die Frage, OB Deutschland ÜBERHAUPT WEITERE ZUWANDERUNG BRAUCHT, DÜRFEN DIE DEUTSCHEN GAR NICHT DISKUTIEREN ! Geschweige denn, selbst darüber (AB-)STIMMEN – etwa in einem VOLKSENTSCHEID, wie es unsere FREIEN Nachbarn in der DEMOKRATISCHEN Schweiz dürfen !

    Dass Deutschland ein ‚Einwanderungsland‘ sei, wurde von interessierter Seite über die gesteuerten Massenmedien als gesellschaftliches Dogma festgeschrieben. Jeder der dieses Dogma infrage stellt, wird von denselben gesteuerten Massenmedien als ‚Rechtsextremer‘, ‚Rassist‘ oder gar ‚Neonazi‘ diskreditiert und gesellschaftlich stigmatisiert.

    Die Faktenlage zur Einwanderungsfrage ist ebenfalls klar und einfach:

    In Deutschland herrscht seit vielen Jahren eskalierende MASSENARBEITSLOSIGKEIT ! Deshalb ist Deutschland alles mögliche. Nur eines, das ist es ganz gewiß NICHT:
    ein ‚EINWANDERUNGSLAND‘ !

    Übrigens liegt die Bevölkerungsdichte in D bei 229 Menschen/qkm. Zum Vergleich:

    Australien 3
    Kanada 3

    USA 31 !

    Unser Nachbar Frankreich 113
    Unser Nachbar Polen 122

    Europäische Union: 113 !!
    China: 138 !!!

    in der wunderschönen Türkei: 96 !!!!
    und im übervölkerten Deutschland: 229 !!!!!

    Und trotzdem wollen uns die Massenmedien, die beratenden ‚ThinkTanks‘ und die Politiker aller Parteien (!) ständig einreden, daß Deutschland ein ‚Einwanderungsland‘ oder ein ‚Integrationsland‘ wäre. Das ist Wahnsinn mit Methode !

    • ketzerisch sagt:

      Das sehe ich ja überhaupt nicht so. Die Deutschen dürfen nicht nur die Einwanderungsfrage diskutieren, sondern sie tun es auch gern und oft. Bei den letzten beiden Bundestagswahlen hat immer die CDU die meisten Stimmen erhalten und die ist gegen Einwanderung.

      Ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder nicht wird auch nicht von irgendwelche Medienzirkeln oder Denkfabriken definiert, sondern es ist einfach der Saldo aus Zuwanderung und Abwanderung. Jahrelang war der Saldo positiv und Deutschland war somit ein Einwanderungsland. Jetzt ist er negativ: Deutschland ist ein Auswanderungsland. Ein Land zum Wegrennen sozusagen.

  15. […] kann also polarisierend die Probleme beschreiben, ohne gleich den Migranten qua Geburt mangelnde Intelligenz vorzuwerfen, Herr Sarrazin. Auch wenn Buschkowsky pauschalierend über die Migranten herzieht und […]

  16. Tia sagt:

    Um die Grausamkeiten und Perversionen von Rassismus und Nationalismus zu verstehen, müssen die heutigen Bürger Europas und auch aber der Rest der Welt zurück in die Vergangenheit und die Geschichte aufarbeiten. Schaut euch bei Wikipedia die verachtenden Menschenversuche von Dr. Mengele im Nazi-Reich an.
    Schaut Euch Dr. EDUARD ARNING an,
    der ebenfalls grausame Menschenversuche gemacht hat, die als wissenschaftliche Errungenschaften in Deutschland gefeiert wurden.
    Schaut Euch den Genozid( eine halbe Milliarde Kongolesen dahingemetzelt) und rigorose Ausbeutung Kongos durch den belgischen Königs Leopold II. im Kongo (Youtube), Schaut euch die deutsche Milliardärs Familie Quandt an und WOHER ihr Reichtum enstand ebenfalls unter Youtube DAS SCHWEIGEN DER QUANDTS an. Dann versteht ihr wie Reichtum und gesellschaftliche Position NICHTS mit dem IQ eines Menschen zu tun hat, sondern nur mit der nackten Skrupellosigkeit und verbrecherischen Opportunismus zu tun hat. Schaut Euch die europäische und amerikanische IMPERIALSMUS Politik an und ihr versteht woher der Reichtum und der Vorsprung des Westens herkommt. Daher gibt es Industrieländer und Entwicklungsländer. Die heutigen westlichen Gesellschaften haben ihre Kolonien ausgebeutet und damit ihre Wirtschaft aufgebaut, um sich nun erste Welt zu nennen und andere dritte Welt. Ist das nicht eine geschichtliche Ohrfeige ins Gesicht aller Migranten von Herrn Sarrazin & Co. ? Meine Generation hat man gesagt, dass Deutschland entnazifiziert sei bei den Nürnberger Prozessen, aber es entpuppt sich 2010 als die MEGA LÜGE überhaupt. Auf wen sollen sich die Migranten nun verlassen können ? Auf diese Regierung, dass sie Recht und Schutz gewährt gegenüber solchen Populisten ? Ich sehe nur, dass der Herr Sarrazin seinen Job behalten darf und ihm keinerlei Konsequenzen aus seiner Hetz-Rede entstanden sind. Wer soll nun rechte Schläger hinter Gitter bringen, wenn sie einen Migranten erschlagen ? Sie haben ja Rückendeckung von oberster Position. Wenn Herr Sarrazin sich frei kaufen kann, käuft er und seine Kumpanen bei Gericht auch seine Handlanger frei. Wir Migranten müssen uns in Deutschland zusammenschließen und uns selbst verteidigen gegen Rechts und Ausländerfeindlichkeit. Und NICHT durch künstlich populistisch angebrachte kulturelle Vegleiche und Unterschiede zwischen den einzelnen Ethnien, die Herr Sarrazin anbringt, um einen Keil zu treiben in die Nationen und letztlich was er ja will, eine Aufhetzung der verschiedenen Ethnien gegeneinander und eine Hetze deutscher Bürger gegen Migranten. Das Chaos, was sich die NPD und Rechts-Symphatisanten ( Nationalisten) ersehnen und darauf hinarbeiten. Diesem Ziel gilt es entgegenzuwirken mit Migrantenzusammenhalt und Zusammenzuarbeit mit Migranten-Befürwortern !!! KEINE MACHT DER GIFTSCHLANGE SARRAZIN & SEINE KUMPANEN wie OLAF HENKEL JUNIOR. Bleibt alle aufmerksam und haltet die Augen offen und KRITISCH !!! Always Take Care & With Love.

  17. Tia sagt:

    BUCHEMPFEHLUNG für DEUTSCHE BÜRGER

    Aus der Amazon.de-Redaktion
    In der Buchreihe Die Zeit des Nationalsozialismus des Fischer Taschenbuch Verlags erscheinen regelmäßig wissenschaftliche Beiträge und Untersuchungen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der neueste Band beschäftigt sich mit den Ergebnissen eines Forschungsprojekts, das sich mit der Frage befasst hat, wie in deutschen Familien über die Zeit des Nationalsozialismus und den Holocaust gesprochen wird — und welche Auffassungen, Bilder und Vorstellungen vom Dritten Reich in Gesprächen zwischen den Generationen weitergegeben werden.
    Man könnte annehmen, dass eine solche Untersuchung nicht viel Neues zu Tage fördert, denn die Erinnerung an die Grausamkeit der Nazi-Zeit und insbesondere an die unfassbare Tatsache der Judenvernichtung sollte sich eigentlich im Familiengedächtnis verankert haben. Doch das ist keineswegs der Fall. Die Herausgeber konnten in Gesprächen und Interviews feststellen, dass die von Generation zu Generation transportierte Sichtweise und Darstellung der Nazi-Vergangenheit von den Schilderungen und Berichten in Schulen, Gedenkstätten, Filmen und Büchern in bedenklicher Weise abweicht. In allen der 40 befragten Familien war zwar die Bereitschaft vorhanden, über „die schlimme Zeit“ zu sprechen, doch oftmals wurden Familienmitglieder entweder als Opfer oder als Helden geschildert.

    Von Täterschaft oder Verantwortung hingegen war wenig zu hören. Verharmlosungen und das wohl bekannte „Davon haben wir nichts gewusst“ tauchen oft auf. Mit zunehmender Lesedauer gewinnt man den Eindruck, dass es mit der deutschen Vergangenheitsbewältigung nicht weit her ist. Die Schlussfolgerung der Verfasser ist erschreckend: Der Holocaust kommt im deutschen Familiengedächtnis nicht vor. Angesichts dieser „vererbten“ Verdrängung kann das Wiederaufleben rechtsradikaler und antisemitischer Strömungen innerhalb der deutschen Gesellschaft auch nicht wirklich verwundern.

    „OPA WAR KEIN NAZI“ ist ein spannendes und zugleich schockierendes Buch, das eine fast vergessene Diskussion wieder in den Mittelpunkt rückt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen eindrücklich, wie schlecht es heute — fast 60 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches — um die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit im intergenerationellen Dialog steht. –Christoph Reudenbach

    Sven Kramer, Deutschlandfunk – Politische Literatur, 1. Juli 2002
    »Millionenfach verfertigen deutsche Familien in der Kommunikation zwischen den Generationen bis auf den heutigen Tag Versionen jener Vergangenheit, die die älteren Angehörigen während des Nationalsozialismus erlebt haben. Es sind durchweg Versionen, die die Angehörigen der Tätergeneration von Schuld freisprechen. Darin liegt die politische Brisanz dieser Studie.«

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