Zensur der Suchmaschinen

Im Heise-Forum bin ich auf den Hinweis gestoßen, dass Google seine Suchergebnisse auf Grund von Regierungsvorgaben filtert. Es werden zum Beispiel bei der Suche nach David L. Hoggan’s „Der unnötige Krieg“, ein geschichtsrevisionistisches Buch der übelsten Sorte, 12 der ersten 100 Treffer heraus gefiltert. Das wirft doch Fragen auf.

Wie handhaben das die anderen Suchmaschinen?

Google.de: Filter und gibt an, dass gefiltert wurde und auf welcher Grundlage. Hier habe ich drei Unterschiedliche Grundlagen angetroffen: Aufgrund von Vorgaben deutscher Regierungsstellen, aufgrund von US Behörden, wegen Verstoß gegen §130(2) StGB (Volksverhetzung) und aufgrund noch unveröffentlichter Gründe.

Insgesamt ist das Vorgehen halbwegs transparent. Die Suche nach „David L. Hoggan, Der unnötige Krieg“ liefert 123 Ergebnisse.

Bing.com: Filtert ohne Angabe von Gründen. Weißt aber auf die Filterung hin. Dies geschieht mit dem Hinweis „Manche Ergebnisse wurden entfernt“. Die Verlinkung des Hinweises führt nur zu einer Nichtssagenden Hilfeseite der Suchmaschine.

Das Vorgehen ist nicht sehr transparent. Der Suchende erfährt nicht einmal, wer oder was für das Entfernen der Suchergebnisse führte oder wie viele Treffer unterdrückt wurden. Die Suchmaschine liefert 42 Hits bei der Suche nach „David L. Hoggan, Der unnötige Krieg

de.search.yahoo.com: Enthält keinen Hinweis auf Zensur. Das kann natürlich bedeuten, dass nicht zensiert wird. Oder es bedeutet, dass ohne Hinweis Suchergebnisse entfernt werden.

Die Suche nach „David L. Hoggan, Der unnötige Krieg“ liefert 89 Treffer.

AltaVista: Der ehemalige Marktführer des Suchmaschinenmarktes enthält auch keinen Hinweis auf Zensur. Auch hier ist nicht erkennbar, ob nicht zensiert wird oder nur der Hinweis fehlt.

Die Suche nach „David L. Hoggan, Der unnötige Krieg“ liefert 191 Treffer.

Welche Seiten wurden zensiert?

Da AltaVista deutlich mehr Treffer lieferte als Google, habe mal verglichen welche Treffer bei Google denn fehlen. Dabei habe ich tatsächlich einen zensierten Treffer identifizieren können (und danach auch nicht weiter gesucht). Zensiert wird der Anti-Amerikanische Beitrag „Amerikanismus, die Weltgefahr Nr. 1“ (http://www.ruf-ch.org/RF_Archiv/2007/7+8/Weltgefahr.html). Der Beitrag enthält gequirlte Kacke und Empfehlungen von Schriften von Geschichtsrevisionisten. Aber als Nicht-Jurist kann ich da nichts Verbotenes entdecken. Trotzdem wird er Link bei Google gefiltert, wie die Suche nach „weltgefahr site:www.ruf-ch.org“ beweist. Google gibt als Grund an:

Google received complaints prior to March 2005 about URLs that are alleged to be illegal under U.S. or local law. In response to these complaints, one or more URLs that would have appeared for this search were not displayed.

Was wird gefiltert?

Als nächstes habe ich ausprobiert, ob nur der Beitrag oder der ganze Webserver gesperrt ist. Die Suche nach „site:www.ruf-ch.org“ zeigt, dass alle 429 Seiten auf dem Server gesperrt sind. Es wird also der Domain-Name gefiltert.

Damit kann natürlich auch ein anderer Artikel als der oben genannte für die Sperrung der Seite verantwortlich sein.

Auf welcher Rechtsgrundlage zensieren deutsche Behörden die Suchergebnisse?

Bei manchen gesperrten Seiten gibt Google den Grund Volksverhetzung nach §130 StGB an. Beispielsweise bei der Suche nach „http://www.revisionists.com/„. Manchmal sagt Google aber nur

A URL that otherwise would have appeared in response to your search, was not displayed because that URL was reported as illegal by a German
regulatory body.

Da stellt sich die Frage, ob es noch einen anderen Grund als Volksverhetzung gibt und warum dieser von der deutschen Behörde nicht angegebenen wurde und nicht einmal die deutsche Behörde genannt wurde.

Update: Wird überall gleich zensiert?
In den USA wird Meinungsfreihet größer geschrieben als in vielen europäischen Ländern. Wird denn das amerikanische Google gleichermaßen zensiert? Ändert man die Google-Suche auf die amerikanische Version, so taucht der in Deutschland zensierte Treffer (Amerikanismus, die Weltgefahr Nr. 1) tatsächlich auf. Tatsächlich gibt es nun auch keinen Hinweis mehr auf zensierte Ergebnisse. Die Anzahl der Treffer ist hier 103.

Interessant hier bei ist, dass die Seite ruf-ch.org von amerikanischen Behörden auf die Zensurliste gesetzt wurde. Aber offenbar wollen die amerikanischen Behörden nur nicht, dass Deutsche die Seite ansurfen. Amerikaner dürfen das. Keine einzige Seite auf der Domain wird dort gefiltert.

8 Antworten zu Zensur der Suchmaschinen

  1. nigecus sagt:

    Wie wird man eigentlich zensiert? Bekomme ich dann eine Nachricht von meinen Bloganbieter?

  2. […] Was zensieren Suchmaschinen? Vor ein paar Wochen hatte ich schon mal einen Artikel zur Zensur von Suchmaschinenergebnissen geschrieben. Und ich meine nicht umgangssprachliche Zensur, sondern echte – also solche, die […]

  3. NICHT-Auschwitzleugner sagt:

    Gemäß § 130 StGB („Auschwitzlüge“ usw.) ist es VERBOTEN, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu billigen oder zu leugnen oder zu verharmlosen.

    Für manche Richter, die auf dem rechten Auge blind sind, gilt jedoch genau das Gegenteil. Das heißt, wer dann auf seiner Website z.B. die Vergasung der Juden NICHT billigt oder Verbrechen der Justiz NICHT leugnet oder Rechtsbeugungen NICHT verharmlost, muß damit rechnen, daß diese rechtsblinden Richter den Betreibern von Suchmaschinen (Google, Yahoo, Microsoft etc.) verbieten, auf diese Website zu verweisen.

    So wurde z.B. jetzt Google in Hamburg gezwungen, in seiner deutschen Suchmaschine google.de die Website

    sanskritweb.net/forgers/oehlrich.htm

    zu leugnen, weil Deutsche nicht erfahren sollen, daß „durch Richter und Staatsanwälte der Hamburger Justiz“ unzählige Menschen „entrechtet, mißachtet, gequält, ihrer Freiheit beraubt und zu Tode gebracht worden sind“.

    Vermutlich hat die Hertin Anwaltssozietät in Berlin (d.h. die Anwälte Paul W. Hertin, Hermann-Josef Omsels, Christlieb Klages, Urs Verweyen, Christine Danziger, Tobias Boeckh, Sven Lange u.a.) bei Hamburger Richtern dieses Verbot veranlaßt.

    Da diese Hamburger Richter jedoch den Suchmaschine-Betreibern nicht verbieten können, auf AUSLÄNDISCHE Websites zu verweisen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit NICHT leugnen und NICHT billigen und NICHT verharmlosen, ist die obige Website jetzt zusätzlich im Ausland gespiegelt:

    cg.scs.carleton.ca/~luc/hertin/oehlrich.htm

    • ketzerisch sagt:

      Das kann ich nicht bestätigen. Auch die Auflistung ausländischer Seiten in den Suchmaschinen kann verboten werden.

      Zu Deinem Fall: Ich habe ehrlich gesagt nicht verstanden, was eigentlich Dein Problem ist. Vielleicht stellst Du es mal etwas klarer auf Deiner Webseite dar.

    • Hotzenplotz sagt:

      nur wer luegt scheut die Auseinandersetzung mit der Wahrheit.
      So ist es vor Gericht und auch in der Geschichte.

  4. NICHT-Auschwitzleugner sagt:

    > Auch die Auflistung ausländischer Seiten in den Suchmaschinen kann verboten werden.

    Wirklich ???

    Hier ein interessantes Zensur-Beispiel:

    Die „Kurfürstendamm 12-15“-Website

    kurfuerstendamm12-15.com/501929937609cdf04/index.html

    wurde Google.de im Inland in bezug auf bestimmte Inhalte verboten anzuzeigen, nicht aber Google.com im Ausland.

    Wenn man bei http://www.google.de z.B. sucht nach:

    „Prof. Dr. Hertin auf Kosten seiner Mandanten“

    findet man nichts, aber in http://www.google.com wird man fündig und findet die Website kurfuerstendamm12-15.com/501929937609cdf04/index.html

    Rechtlich interessant ist, daß das Hamburger Gericht nur Google allein verboten hat, auf diese Stelle der Website zu verweisen, während die „Kurfürstendamm“-Website selbst nicht mit einem Verbot belegt wurde. Auch anderen Suchmaschinen, z.B. Yahoo.de und Yahoo.com, wurde gerichtlich nicht verboten, den Inhalt anzuzeigen.

    Darf ein Richter irgendeiner Suchmaschine (hier Google) im Wege selbstherrlicher Willkür verbieten, auf einen bestimmten Inhalt einer bestimmten Website zu verweisen, wenn der Richter dieser bestimmten Website selbst überhaupt nichts verbietet, und wenn auch anderen Suchmaschinen (z.B. Yahoo) nicht verboten wird, auf diesen Inhalt zu verweisen?

    Vermutlich hat der bizarre Hamburger Richter Andreas Buske dieses Willkür-Zensurverbot erlassen, aber es könnte auch der nicht minder bizarre Hamburger Richter Harald Schulz gewesen sein. Die Hertin Abmahnanwälte (Paul Wolfgang Hertin, Christlieb Klages usw.) pflegen nämlich beide Zensur-Richter mit bizarren Verboten zu beauftragen (siehe Hertin-Akte).

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