Landgericht Hamburg: DNS-Sperren „nur beschränkt geeignet“

Das die Netzaffinen die DNS-Sperren für wirkungslos halten ist hinlänglich bekannt. Aber auch das Landgericht Hamburg hat in einem Urteil (Az.: 308 O 548/08) festgestellt:

Die Eignung einer „DNS-Sperre“ zur Verhinderung des Zugriffs auf einen Internetauftritt ist aufgrund von Umgehungsmöglichkeiten, etwa durch Eintragung eines anderen Nameservers, nur beschränkt (vgl. LG Kiel, MMR 2008, 123, 124; Gehrke, MMR 2008, 291). Ohne Erfolg verweisen die Antragstellerinnen darauf, dass die Mehrzahl der durchschnittlichen Internetnutzer durch eine DNS-Sperre davon abgehalten würden, einen anderen Weg zu dem gesperrten Internetauftritt zu suchen. Dem Gericht ist es in wenigen Minuten gelungen, eine Internetseite mit einer Anleitung zur Umgehung mit den verfügbaren Name-Servern zu finden.

Frau von der Leyen, wenn das schon das Landgericht Hamburg kann, dann können das Schwerstkriminelle erst recht. Die Sperren bringen nichts – und schaden viel.

(Quelle)

Update:

Wenn es noch mehr Belege der völligen Unwirksamkeit der DNS-Sperren bedurft hätte: YouTube ist in der Türkei seit zwei Jahren gesperrt. Es ist trotzdem in der Top10 der am meisten gesehen Seiten. Und das obwohl es da nicht nur eine DNS-Sperre gibt, sondern eine noch wirksamere Sperre der IP-Adresse. Aber selbst das hält wie keinen Internetuser ab auf die Seite zu zugreifen. (Quelle)

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3 Responses to Landgericht Hamburg: DNS-Sperren „nur beschränkt geeignet“

  1. MaxR sagt:

    War das etwa Richter Buske?

  2. […] Landgericht Hamburg: DNS-Sperren “nur beschränkt geeignet … […]

  3. […] Bevölkerung wird sich auch mit Sperren nicht zu dem Dienst drängen lassen, genauso wie sie auch nicht auf Youtube verzichten. Und auch nicht den Zugang zu anderen Einträgen auf der türkischen […]

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