Piratenpartei: Wie erreicht man den Wähler?

Die Piratenpartei ist sicher eine Überlegung wert bei der kommenden Bundestagswahl. Die klassischen Alternativen demontieren sich ja alle fleißig selber. Nur: erreich die Piratenpartei bis dahin eine nennenswerte Bekanntheit, die ein Bezwingen der 5%-Hürde auch nur halbwegs realistisch erscheinen lässt?

Sicher haben die Piraten nicht das große Geld für einen klassischen Wahlkampf. Aber Wahlkampf im Internet ist kostengünstig. Die Piraten sollten da eine natürliche Affinität zu haben und bei einem Internetwahlkampf auch glaubwürdig sein – im Gegensatz zu SPD und CDU. Also, wie groß ist die Reichweite der Piraten im Netz:

Topliste der Internetseiten Deutscher Parteien (gemäß Alexa):

  1. Piratenpartei (Platz 500 aller in Deutschland aufgerufenen Webseiten, Erreicht 0.011% aller Internetuser weltweit)
  2. SPD (Platz 2216, Reach 0.00333%)
  3. Die Grünen (Platz 2400, Reach 0.00299%)
  4. CDU (Platz 3326, Reach 0.00241%)
  5. Die Linke (Platz 5,404, Reach 0.00139%)
  6. FDP (Platz 8096, Reach 0.00107%)
  7. CSU( Platz 13650, Reach 0.00059%)

Damit ist die Piratenpartei klarer Spitzenreiter im Internetwahlkampf. Sie hat alleine eine größere Reichweite als alle anderen Parteien im Bundestag zusammen! Das sollte nicht nur den alten Parteien zu denken geben, sondern auch den Piraten Hoffnung.

Update:

Die klassischen Medien stehe da auf stur. Die Tagesschau hat es gestern um 20h tatsächlich fertig gebracht über den Parteiaustritt von Herrn Tauss zu berichten ohne den Eintritt in die Piratenpartei zu erwähnen.

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5 Responses to Piratenpartei: Wie erreicht man den Wähler?

  1. Sisyphos sagt:

    Die Tagesschau/ARD hat ja auch einen Verwaltungsrat, in dem die ‚alten‘ Parteien gut vertreten sind.;-)

  2. ghon sagt:

    @Sisyphos: Das war in dem Fall wohl auch gar nicht so schlecht. Habe gerade noch auf Phoenix eine Diskussion mit dem Vorsitzenden der Piratenpartei gesehen. Eigentlich hat der sich wacker geschlagen. Als dann am Ende der Sendung zwangsläufig das Thema Tauss kam, wirkten alle vorher vorgebrachten Argumente wie weggewischt. Schade…

    Und zu Herrn Tauss:
    – Es gilt die Unschuldsvermutung.
    – Was da mit ihm „passiert“ ist, ist schon sehr obskur.

    Trotzdem:
    Die andere Seite hat jetzt sozugaen ein „Reverse-Godwins-Law“. Einmal das Wort Tauss erwähnt und man hat jede Diskussion verloren.

    Ich habe irgendwie keine Lust mehr auf Politik. Werde wohl zum Nichtwähler bzw. „Ungültigwähler“.

  3. ketzerisch sagt:

    zu Herr Tauss: Unabhängig von seiner Schuld oder Unschuld ist er ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man jemanden alleine mit dem Vorwurf „Kinderpornographie“ komplett demontieren kann. Auch wenn er freigesprochen werden sollte, ist er für den Rest seines Lebens nur noch „der mit den Kinderpornos“.

    • ghon sagt:

      Na, es geht noch weiter.
      Man kann alle Leute in seinem Umfeld direkt mit demontieren.

    • ketzerisch sagt:

      Ja, der Rechtsstaat ist eigentlich dazu da, Herrn Tauss davor zu schützen. Der Staatsanwalt gehört alleine deswegen schon gefeuert, weil ihm das nicht gelungen ist – wenn er das überhaupt versucht haben sollte. Er oder jemand aus seinem Umfeld hat ja die Presse augescheinlich bereits vor Herrn Tauss informiert.

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