Staats-Kleptokratie

Auf zwei Beiträge aus der letzten Woche wollte ich kurz aufmerksam machen, weil Sie zur Diskussion  über eine der Hauptstoßrichtgungen des Blogs – der Enteignung unserer Generation – beitragen.

In der FAZ befand sich ein großes Essay des Philosophen Peter Sloterdijk unter dem Titel „Die Revolution der gebenden Hand“. Hat man sich erstmal durch die ersten Absätze ideengeschichtlicher Abhandlung über Rosseau (der mit Naturzustand, zurück in die Steinzeit und so) und Marx (Klassenkampf,Proletariar und so und beide irgendwie gegen die Institution des Eigentums) gequält behindelt der Text scharfsinnige Passagen über den modernen Leviathan.

Wir leben gegenwärtig ja keineswegs „im Kapitalismus“ – wie eine so gedankenlose wie hysterische Rhetorik neuerdings wieder suggeriert -, sondern in einer Ordnung der Dinge, die man cum grano salis als einen massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus auf eigentumswirtschaftlicher Grundlage definieren muss.

Mir erschließt sich auch nicht, wie man bei einer Staatsquote, die auf die 50% zusteuert, von ungezügeltem Kapitalismus schwadronieren kann und wie man bei unserem Regulierungswust auf ungezügelte Märkte kommt. Wohl doch eher: Sozialismus 2.0

[…]

So ist aus der selbstischen und direkten Ausbeutung feudaler Zeiten in der Moderne eine beinahe selbstlose, rechtlich gezügelte Staats-Kleptokratie geworden.

Einfach schön: Staats-Kleptokratie. Der Leviathan zeigt wieder seine schrecklichen Klauen und frisst sich tief in das Leben seiner Bürger ein.

[…]

Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuert so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden – wie schon so oft in der Geschichte der Schröpfungen, von den Tagen der Pharaonen bis zu den Währungsreformen des zwanzigsten Jahrhunderts.

[…]

Die Schuldner sind übrigens wir: junge Leute, die Ihr Einkommen aus eigener Arbeitskraft bestreiten und alle die, die in den nächsten jahren dazugehören werden.

Dazu passend das Cover des Economist von dieser Woche zusammen mit einem Buch, in dem beschrieben wird, wohin ein ausufernder Staat führt:

Der Weg unserer generation

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