Panzer in Teheran

Die Unruhen in Teheran nehmen zu. Sieht so aus, als ob Panzer vor dem Innenministerium Stellung bezogen haben. Ich hoffe es bleibt bei der bisherigen „Neutralität“ der Iranischen Armee.

Es ist komisch, dass Mousavi die Wahl nicht gewinnen durfte. Sein Lebenslauf klingt nun nicht danach, dass er das Land großartig reformiert hätte. Aber aus Angst hat das Regime ihn unter Hausarrest gestellt und offenbar auch Ansprachen verboten. Das nicht mal ein solcher Kandidat die Wahlen gewinnen darf, hat das Fass bei den Bürgern wohl zum überlaufen gebracht. Echte Reformer wurden zur Wahl nicht einmal zugelassen.

Während die Revolutionsgarden sicher 100% auf der Seite des Ayatollahs sind, so ist das bei der iranischen Armee nicht sicher. Wir drücken die Daumen, dass es gut ausgeht.

Steinmeier hat den Ball gleich mal aufgenommen und noch in der Nacht den iranischen Botschafter einbestellt. Das kann auch mit der angeblichen Verhaftung eines ARD-Technikers zusammenhängen. Das ist auch nicht die einzige Behinderung der ausländischen Presse. Die BBC-Ausgabe in Persisch wird scheinbar von starken iranischen Strösendern unterdrückt. Zwar ist das Telefonnetz wieder aktiv, aber GPRS und SMS scheinen noch abgeschaltet zu bleiben. Auch viele Web 2.0-Seiten wie Facebook und Twitter sind gesperrt worden. Auf Twitter gibt es aber viele Iraner, die Meldungen verbreiten (#IranElection), so dass es augenscheinlich noch Löcher im Netz gibt.

Ausländische Korrespondeten werden offenbar aufgefordert das Land zu verlassen und an der Arbeit gehindert. Das Büro von Al-Arabia wurde für eine Woche von der Aufsicht geschlossen.

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