Opel: Der Deal wird schlechter und schlechter

SPON berichtet (Hut ab an MER) über neue Details aus dem „Memo of Understanding“. Immer klarer wird, dass hier „Understanding“ im Sinne von „Übereinkunft“ gemeint ist – und nicht im Sinne von „Verstand“.

Zunächst hieß es, dass Magna 500 Millionen investieren wolle und eine sofortige Liquiditätspritze von 300 Millionen zur Verfügung stellt. Dann stellte sich heraus, dass Magna die 500 Millionen nicht sofort investiert, sondern verteilt über fünf Jahre. Dann wurde bekannt, dass die 300 Millionen Liquiditätshilfe auch vom Bund geleistet wurden und nicht wie zugesagt von Magna. Dann wurde bekannt, dass Magna nicht nicht den vollen Betrag investiert, sondern erst einmal gar nichts und auch später zu nichts verpflichtet hat.

Und dann kommt diese Meldung über den Ticker

100 Millionen Euro Eigenkapital wollen sie einbringen, mehr nicht – so hat es das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer und der russischen Bank in seiner bislang unveröffentlichten Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“) festgehalten, die dem SPIEGEL vorliegt. Bislang hatte es geheißen, die beiden Partner engagierten sich mit 500 Millionen Euro.

Das sind gleich zwei Schläge in die Magengrube: Nur 100 Million EK und dann auch nicht nur von Magna, sondern von Magna und Sberbank zusammen. Bislang war davon auszugehen, dass die Sberbank auch etwas für den Einstieg zahlt. Zusätzlich zu den 500 Millionen von Magna.

400 Millionen stellen Magna und Sberbank hingegen nur als zinsloses Darlehen zur Verfügung, für das sie sich Sicherheiten einräumen ließen. Erst schrittweise und über Jahre soll der Kredit in Eigenkapital umgewandelt werden.

Prima. Wenn es gut läuft Eigenkapital und Gewinne abziehen und wenn es schlecht läuft, dann besichertes Fremdkapital und die Verluste sind beim Steuerzahler. So hatte ich mir das vorgestellt.

Ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der hessischen Landesregierung hält das Magna-Konzept ebenfalls für risikoreich. „Die Annahmen erscheinen optimistisch, die kostenbezogenen Ergebnisverbesserungen sind anspruchsvoll“, heißt es dort.

Ein echter Investor, also jemand der auch Geld auf den Tisch legt, würde eher vorsichtig planen – schon allein um den Preis in den Verhandlungen zu drücken. Jemand, der es eigentlich nur auf das Steuergeld abgesehen hat, wird sehr optimistisch planen, damit die Regierung nicht noch kalte Füße bekommt.

Meine Warnung von ganz am Anfang ist ja auch eingetreten: GM wird Opel den Steuerzahler bei den Lizenzzahlungen aussaugen: Sieben Milliarden Euro wird Opel der Steuerzahler in den nächsten zehn Jahren dafür berappen müssen.

Ich bin gespannt, was die nächste Nachricht ist.

Eine Antwort zu Opel: Der Deal wird schlechter und schlechter

  1. Silvio sagt:

    Opel und viele weitere Firmen! Ja der Staat (Steuerzahler) wirds schon richten. Volkseigene Betriebe – das hatten wir schonmal in Deutschland. Nun ja wenn man weiß das das Management ja mal in Forschung und Entwicklung ANDERER Produkte als NUR das Fahrzeug investieren könnte wäre es soweit nicht gekommen. Außerdem gibt es die Erkenntniss der Finanzkrise auch schon seit ENDE DER 80er!!!. Kein Politiker – kein EXPERTE – KEIN BUND DER STEUERZAHLER hat da gewarnt!!! Was fehlt ist die Erkenntnis Politiker sind KEINE Wirtschaftsfachleute – Leute mit Macht denken an Ihre eigene Lage – und Manager müssen begreifen das Zahlen immer nur verläßlich zeigen was momentan ist – nicht was kommt!!!
    Was waren noch Experten? Nun Experten sind Menschen die nach einem Ereignis immer ne Erklärung haben warum ein Ereignis nicht so eingetroffen ist wie alle Experten es vorausgesagt haben!
    Und Opel? Warum ist der Absatz eigebrochen? Weil wenig Leute Opel kaufen und wenige ihn wollen. WOLLEN WIR NUN DAFÜR AUCH NOCH UNSERE STEUERGELDER ZUR VERFÜGUNG STELLEN?

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