Arcandor-Eigner wollen Aktienpaket als Sicherheit stellen

SPON:

Die Eigner der Karstadt-Mutter Arcandor wollen sich stärker an einer Rettung des angeschlagenen Konzerns beteiligen. Denkbar sei, dass die Familien Oppenheim und Schickedanz ihre Aktienpakete als Sicherheit für einen benötigten Kredit von 650 Millionen Euro bereitstellten, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Mittwoch unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise.

Klasse, bringt aber natürlich gar nichts. Die Aktien sind schon so voll im Risiko und sichern Darlehen und Garantien an Arcandor ab. Wenn Arcandor pleite ist, dann sind die Aktien wertlos. Aber genau für den Fall der Arcandorpleite hätte der Staat ja gerne eine Sicherheit. Als Kreditsicherheit sind Aktien von Arcandor selbst daher völlig wertlos und nach Aufsichtsrecht im Übrigen daher auch nicht verwendbar.

Update:

Gute Ideen setzten sich immer durch: Sal. Oppenheim will auch sein Aktienpaket als Sicherheit bereitstellen, berichtet die FTD. Komisch findet das aber auch die FTD nicht. Kein Wort über den Unsinn der Aktion. Lusting finde ich auch

Sal. Oppenheim sieht nun das Management und den Aufsichtsrat am Zug, Alternativen für eine staatliche Bürgschaft zu suchen.

Wie bitte? Das alleine ich schon ein Grund dem Laden nicht zu helfen. Die haben seit Jahren Probleme und sollen erst jetzt anfangen Alternativen zu suchen? Ich würde von einem guten geführten Unternehmen erwarten, dass die davon drei in der Tasche haben. Aber sie hatte scheinbar nur eins: Geld vom Staat.

Dies sei nicht die Aufgabe der Eigentümer, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Nee, dass ja schon die Aufgabe der SPD:

Nach dem negativen Votum der EU arbeitet die SPD laut FTD-Informationen an einem eigenen Konzept für staatliche Hilfen. Die Sozialdemokraten spielen nun eine Fusion der Arcandor-Tochter Karstadt mit dem Rivalen Kaufhof durch, der zu Metro gehört.

Update:
SPON meldet nun:

Klar ist nur: Banken werden die Anteile kaum als Sicherheit akzeptieren. „Im Gegenzug für die Staatsbürgschaft geben wir dem Staat unser Aktienpaket als Sicherheit“, warb ein Sprecher von Sal. Oppenheim zwar im „Tagesspiegel“. Auch Schickedanz soll für eine solche Lösung offen sein. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass das die Bundesregierung überzeugt.

Immerhin ein Schritt hin zu richtiger Darstellung. Aber es ist noch harmlos formuliert. Das Angebot ist lachhaft.

5 Antworten zu Arcandor-Eigner wollen Aktienpaket als Sicherheit stellen

  1. Thomas sagt:

    Es wird immer bizarrer… Ich verstehe nicht, daß man solche lächerlichen Sachen überhaupt vorschlägt.

  2. sehrzynisch sagt:

    Absurd, total absurd. So ein Vorschlag kann nur einem Zweck dienen: In der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, dass die Familien sich beteiligen und so Hilfen zu rechtfertigen. Der Steuerzahler wird nicht nur geschröpft, er wird auch noch für dumm verkauft.

  3. nigecus sagt:

    Die Gläubiger haben die Mitteilung der EU-Kommission anscheinend bereits geahnt und die Verlängerung verweigert: Die Uhr läuft für Schickedanz/Oppenheim sich 1) neue Kreditnehmer zu besorgen, 2) schnelle operative Notmaßnahmen durchzuführen, 3) die Mietverträge nachzuverhandeln.

    Unsere Staatsinvestmentbanker sollten nicht versuchen mit der EU-Kommission anzulegen, weil die wollen „keinen Dammbruch in Europa“ haben.

  4. FFriend sagt:

    Also ich finde die Idee sehr gut, und beteilige mich sofort mit meinen Cargolifter Aktien.

  5. […] Anstatt die Frage zu stellen, wie das Daneaerangebot der Familie, ein Aktienpaket als Sicherheit zu hinterlegen, zu bewerten ist, betreibt die Zeitung emotionale Hofberichterstattung. Sieht so etwa der […]

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