Opel: Auf ins Millardengrab

Die Regierung gerade beschlossen hat, zunächst 1,5 Milliarden an Opel zu verleihen, die dann im zweiten Schritt auf 4,5 Milliarden aufgestockt werden soll. Damit wird wohl leider das Eintreten, wovor ich schon von Anfang an gewarnt habe:

Zwar ist eine gesellschaftsrechtliche Trennung von Opel und GM möglich, aber eine wirtschaftliche Trennung wohl kaum. Opel bezieht eine Reihe von Bauteilen, Lizenzen und anderen Leistungen von GM. Auf diese wäre Opel auch dann angewiesen, wenn GM nicht mehr die Mutter ist. Nun kann sich jeder Ausmalen, was passiert wenn Deutschland Eigentümer von Opel wäre: GM würde sofort drastisch die Preise erhöhen und Deutschland muss zahlen. Der Staat wäre sogar ein denkbar leichtes Opfer für GM, denn die Politiker sind erpressbar. Kein Politiker würde jemals zugeben, dass der Staatseinstieg (oder auch irgendeine andere seiner Handlungen) ein Fehler war. Das wäre politischer Selbstmord. Da ein Konkurs von Opel nach Staatseinstieg aber ein eben solche Eingeständnis wäre, kann GM die Preise auch weit über jede wirtschaftliche Vernunft hinaus erhöhen – Deutschland würde trotzdem zahlen.

Aber zur Wiederwahl in 2009 könnte es reichen…

Nun ist die Lage sogar so, dass nicht nur GM die Preise erhöhen wird, sondern es alle Zulieferer von nicht ersetzbaren Teilen versuchen werden. Allen voran natürlich Magna. Deren Engagement sowieso butterweich ist. Sie investieren gerade mal 500 Millionen – verteilt über fünf Jahre. Über die Investitionen der anderen Neueigentümer ist noch nichts bekannt geworden.

6 Antworten zu Opel: Auf ins Millardengrab

  1. Thomas sagt:

    Ich finde folgenden Satz aus dem von Dir gelinkten Artikel besonders lustig:

    „Im Moment bringe jeder Tag drei Millionen Euro Verlust. «Das muss so schnell wie möglich aufhören», wird Koch zitiert“.

    Wo er Recht hat, hat er Recht. Nur sagt er komischerweise nicht dazu, was man denn tun kann, damit es bald aufhört…

  2. godwi sagt:

    Das Risiko für Magna ist überschaubar gering, denn seine Einlage ist vom Staat gedeckt. Ich finde es aber sehr merkwürdig, dass alle immer nur von Magna reden. Der eigentliche Investor ist Russland. Mehr dazu steht auf meinem Blog:

    http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/05/31/opel-rettung/

    Godwi

  3. ketzerisch sagt:

    @godwi:

    Stimmt. Russland wird über die Sberbank zusammen mit GM der größte Anteilseigner. Allerdings habe ich noch nirgendwo gelesen, wie viel Geld sie dafür investieren.

    Nach den neusten Meldungen (siehe verlinkte Artikel im Beitrag) ist die Magna-Einlage aber ungedeckt. Alles andere wäre auch völlig absurd – was ja nicht heißt, dass es nicht möglich wäre.

  4. […] Keine Gegenleistung von Magna Die Rettung von Opel könnte noch teurer werden als gedacht: Wie der Spiegel heute meldet, hat Magna gar nicht investiert. Nur kurz zwei Meldungen von heute, […]

  5. […] läuft, dann besichertes Fremdkapital und die Verluste sind beim Steuerzahler. So hatte ich mir das vorgestellt. Ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey im Auftrag der hessischen Landesregierung hält […]

  6. […] 31.05.2009: 1,5 Milliarden Kredit + 3 Milliarden Zusagen (Quelle) […]

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