Staatsbankrott und Hyperinflation

In den Medien und Blogs liest man in letzter Zeit wieder vermehrt Warnungen vor einem Staatsbankrott und einer damit einhergehenden Hyperinflation. Daran glaube ich nicht.

Die Staaten bürden sich viel Schulden auf. Zuviel meiner bescheidenden Meinung nach. Das kann zu einem Staatsbankrott führen. Das kann auch zu Hyperinflation führen. Aber in einem Land, dass sich in der eigenen Fiat-Währung verschuldet kann es unmöglich zu beidem gleichzeitig führen, denn die Hyperinflation führt zur Entschuldung des Staates.

Letztlich ist es ein Frage, wie Unabhängig die Zentralbank ist. Ob es einen Staatsbankrott oder Hyperinflation gib, dass ist zu einem nicht unwesentlichen Teile eine Frage der Zentralbankpolitik. Die Fed scheint mit der Geldmengenlockerung eher Richtung hoher Inflation zu tendieren. Die Bank of England ebenso. Die EZB hält sich noch tapfer, ob das so bleibt ist aber fraglich. Trotzdem ist ein Staatsbankrott im Euroraum noch am wahrscheinlichsten. Denn die Euroländer haben keine eigene Geldpresse mehr und sind auf Unterstützung der EZB angewiesen und die ist sicher die unabhängigste Zentralbank der Welt.

Anders stellt sich das natürlich für Länder mit Fremdwährungsschulden dar. Die können sehr wohl in Hyperinflation bankrott gehen. Das ist in der Geschichte auch schon öfters passiert.

Update:

Die Inflationserwartung in den USA ist in der vergangenen Woche übrigens stark gestiegen. Aktuell liegt sie bei 1,3%. Noch vor einem Monat lag sie bei 0,6% für die kommenden zehn Jahre.

Marktinflationserwartung

Marktinflationserwartung

3 Antworten zu Staatsbankrott und Hyperinflation

  1. Michael sagt:

    „Hyperinflation führt zur Entschuldung des Staates.“
    Klingt logisch, ist aber falsch:
    http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Der-Kapitalismus.pdf

  2. ketzerisch sagt:

    Ich kann in dem Werk von PCM kein Argument finden, warum Hyperinflation nicht zur Entschuldung des Staates führen sollte. Welche Stelle meinst Du?

  3. […] So wie die britische Zentralbank Geld druckt gehe ich nicht von einer Staatspleite aus. Im Gegenteil: die Schulden sollen offenbar weginflationiert werden. So wie Milliarden in die Wirtschaft pumpen und das Pfund abwerten, wird es Inflation gegeben, Armut, versäumten Strukturwandel und anämisches Wachstum, aber keinen Staatsbankrott. […]

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