SPD schlachtet Opel populistisch aus

SPON berichtet:

Es ist ein internes Papier, doch es hat es in sich: Wirtschaftsminister Guttenberg hat in einem internen Vermerk die Zerschlagung des angeschlagenen Opel-Konzerns vorgeschlagen. Doch der Minister ahnt selbst: „Politisch ist die Liquidation nicht vermittelbar.“

Es gehört wenig Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass das interne Dokument von der SPD an die Presse lanciert wurde. Zu gut passt es in die aktuelle Kampagne gegen Herrn Guttenberg. Der dementiert: „Das Papier ist von Beratern erstellt worden.“

Die SPD legt dann auch gleich nach in dem Versuch Guttenberg als kalten Kapitalisten zu skizzieren, der sich einen Dreck um die Opel-Mitarbeiter kümmert. Das dabei vielleicht Opels Zukunft auf Spiel gesetzt wird, scheint eine Nebensache in dem Wahlkampf.

Im Papier steht wohl:

Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung.“ Allerdings ist auch dem Minister klar, dass eine Liquidation „politisch nicht zu vermitteln“ ist. Alternativ könne eine geordnete Insolvenz angestrebt werden.

Völlig richtig. Volkswirtschaftlich ist eine Liquidation kein Problem. Die Autoindustrie hat massive Überkapazitäten und wenn Opel liquidiert wird, dann gibt es davon weniger. Alle anderen Autohersteller, insbesondere wohl auch VW, profitieren. Aber trotzdem kann man natürlich versuchen Opel oder Teile davon zu erhalten. Nur sollte es zu Kosten geschehen, die akzeptabel sind. Davon sind alle mir bekannten Angebote weit entfernt. Das sehen wohl auch die Berater der Bundesregierung so.

Eine Insolvenz ist schon deswegen vorzuziehen, weil dann wenigstens nicht mehr GM bei der Lösungssuche eingebunden werden muss. Ohne Insolvenz wird sicher ein großer Teil der Staatshilfen als Kaufpreis an GM fließen.

Derweil gibt es ein viertes Angebot von BAIC, einer chinesischen Autofirma. Konkretes ist noch nicht durchgedrungen, aber es scheint sowohl was die Arbeitsplatzgarantien, als auch die benötigten Staatshilfen angeht, bislang das beste Angebot zu sein. Da die anderen drei völlig indiskutabel waren, heißt das aber noch nicht viel.

Eine Antwort zu SPD schlachtet Opel populistisch aus

  1. […] aber auch durch unpopuläre Meinungen […]

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