Treuhänder soll Opel retten

Die überraschende Nachricht vorab: Ich bin dafür! Natürlich nicht ganz so wie die Regierung, aber der Reihe nach:

Folgendes ist der offizielle Plan der „Großen“ Koalition*: Wenn GM pleite macht, dann springt der Staat ein und rettet GM Europe mit zunächst mehr als einer Milliarde Euro. Damit es keine Verstaatlichung ist, wird ein Treuhänder bestellt, der das Unternehmen verwaltet. Einziger offene Punkt: Wird der Treuhänder von der KfW gestellt oder ist ein beauftragter von KPMG oder anderen. Der Treuhänder soll in Ruhe mit Fiat und Co über einen Einstieg bei Opel verhandeln.

Folgendes ist der inoffizielle Plan der „Großen“ Koalition: Wenn GM pleite macht, dann wird GM Europe mit Staatsgeld am Leben gehalten. Weitere Ausgaben sind jedoch so unpopulär, so dass bis zur Wahl der Eindruck vermieden werden muss, das Geld werde nie zurück gezahlt. Ein Wort wie „Brückenfinanzierung“ ist da sicher hilfreich. Natürlich darf es daher auch nicht nach Verstaatlichung aussehen und daher sollte auch der Staat nicht das Unternehmen verwalten. Ergo die Treuhänderlösung. Der Treuhänder soll in Ruhe mit Fiat und Co über einen Einstieg bei Opel verhandeln. Der Staat unterstützt den Prozess in dem er mindestens auf Rückzahlung der Hilfen verzichtet und vielleicht noch mehr anbietet.

Einen Treuhänder kann man natürlich auch einfach bekommen: Der Staat setzt sich auf seine Hände. Dann geht nicht nur GM pleite und GM Europe gleich mit. Dann kommt der Treuhänder, der in Ruhe mit Fiat und Co verhandelt. Problem: Der Treuhänder heißt dann Insolvenzverwalter und das klingt nicht so gut in einem Wahljahr. Aber das wäre die Lösung, die ich präferiere.

*) Das Wort „groß“ hat bei dem Namen „Große Koalition“ aber eine gehörige Begriffserweiterung erfahren. „Größe“ musste man sich früher erarbeiten – so wie Karl oder Alexander. In die Liga wird diese Koalition nicht mehr aufsteigen. „Breite Koalition“ wäre passender.

Update:
Ein bisschen Vernunft ist noch zu hören. Herr Guttenberg meint:

Sollte Letzteres nicht der Fall sein [i.e. das Konzept ist nicht tragfähig] oder das Treuhandmodell von den Beteiligten nicht akzeptiert werden, kann auch eine geordnete Insolvenz ein Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Neuanfang für das Unternehmen Opel und seine Mitarbeiter sein

Genau!

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5 Responses to Treuhänder soll Opel retten

  1. […] Erbebnis sehe ich es ganz ähnlich wie verlorene Generation: lasst uns in einem sauberen Insolvenzverfahren mit ausreichend Zeit für Konzepte und […]

  2. Bjarne sagt:

    Na die geordnete Insolvenz ist nun ja erstmal vom Tisch und man konnte sich gleichzeitig auch ein wenig von General Motors lösen. Trotzdem halten die natürlich nach wie vor noch einigermaßen viele Anteile und die neuen Investoren aus Russland müssen sich auch erst noch als gute Partner beweisen, aber immerhin geht es ja erstmal überhaupt weiter, das scheint ja viele zu beruhigen. Ich hoffe mal nur, dass mit dieser Lösung ein Ende mit Schrecken nicht nur einfach noch weiter hinausgezögert wurde…

  3. Kimi sagt:

    In erster Linie spricht das ganze aber für sich, dass hier endlich eine Lösung herbeigeführt wurde. Egal in welche Richtung sie auch immer geht, schlimmer konnte es ja nicht werden, als u. a. die Beschäftigten in dieser Ungewissheit zu lassen. Wie das ganze sich entwickelt, wird man jedoch erst mit der Zeit sehen.

  4. […] hätte verwenden könenn. Und dank des Staatskredites ist Opel immer noch in GM-Hand Hätte man Opel gleich insolvent gehen lassen, so hätte GM den Deal gar nicht verhindern können – dann hätten die schon längst nicht […]

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