Aus dem Leben eines Bafinmitarbeiters

Das Leben eines Bafinangestellten kann ganz schön langweilig sein. Man sitzt in stickigen Büros, brüttet über Zahlenkolonnen und sieht den Politikern neidisch dabei zu, wie sie freihändig und ohne Fachwissen den eigenen Zahlen neue Bedeutung beimessen. Die Politiker sonnen sich im Glanz der Aufmerksamkeit, während der arme Bafinangestellte weiter Statisken zusammentragen darf. Einem muss dieses Dasein zu wenig gewesen sein: vielleicht hat er sich mit einer adretten Journalistin im Berliner Cafe Einstein getroffen, um auch ein wenig von der Zuneigung und Aufmerksamkeit der blonden Öffentlichkeit zu zehren. Er musste natürlich auch etwas anbieten, einen Hammer, einen Scoop, wie es journalistisch heisst. Und da war ja diese Liste, die er in den letzten Nächten zusammengestellt hatte. Das Exposure der Banken ist darin aufgeführt. Alles mal zusammengerechnet, was passiert, wenn überhaupt kein geld mehr rein kommt. Nach einem angeregten Gespräch hatte Sie ihn soweit: er schob ihr die Liste zu, der kleinen Journalistin, die gerade mit dem Germanistikstudium durch war und sich über 3 Redaktionspratika nun in die Wirtschaftsredaktion einer großen sueddeutschen Zeitung verirret hatte, weil dem Ressortleiter ihr lächeln gefiel. Der Bafin-Mitarbeiter machte sich Hoffnung auf mehr, doch die kleine Journalsitin verzog sich sehr schnell nachdem sie die Liste hatte und begann noch in der Nacht in die Tasten zu hauen…so oder so ähnlich könnte es gewesen sein. Nur vielleicht hätte der Bafin-Mitarbeiter seine Aufstellung jemandem geben sollen, der die Zahlen auch versteht (gut, dafür ist die SZ per se ne schlechte Adresse). Nur ein Beispiel:Für die HSH stehen da etwa 105 Mrd. Euro. das ist die Hälfte der Bilanzsumme und die besteht nicht, wie häufig von verschiedenen Medien berichtet, nur aus „toxischen Assets“. Die machen nämlich nur 33 Mrd Euro aus. Die Zahlen wurden, vor allem in den ersten Tagen nach bekanntwerden, immer wieder übertittelt mit schlagzeilen wie: Fast eine Billion toxische Assets in den Bilanzen deustcher Banken. Das ging so nie aus der Liste hervor und war absolute Panikmache. Ein Szenario, bei dem tatsächlich solche Verluste eintreten sieht so aus:

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