Schweinegrippe

Der Welt bleibt auch nichts erspart. Wie schon in der letzten Wirtschaftskrise sucht uns auch diesmal eine tödliche Krankheit heim. Während es 2003 SARS war, eine tödliche Krankheit mit relativ kleiner Ansteckungsgefahr, ist es nun die „Schweinegrippe“ mit umgekehrten Attributen. Ungefährlicher ist sie dadurch aber sicher nicht.

Wie ansteckend die Grippe ist, wird uns jedes Jahr vor Augen geführt. Das ist bei der Schweinegrippe sicher nicht anders. Unangenehm wird es dadurch, dass bei der Schweinegrippe ca. 10% aller Infizierten sterben (103 Tote bei 1614 Erkrankten – Zahl natürlich noch sehr unsicher) – und nicht „nur“ Kinder, Alte und Kranke, sondern auch Zwanzig- bis Vierzigjährige.

Die Behörden in Mexiko und anderswo tuen alles, um die Grippe einzudämmen. Das sie damit Erfolg haben ist mehr als fraglich. Die Grippe ist zu ansteckend und im Übrigen schon weit verbreitet. Gerade ist der erste Fall in Europa gemeldet worden.

Eine medizinische Katastrophe kann man aber eher in den Entwicklungsländern erwarten. Die üblichen Grippemittel scheinen nämlich zu helfen und in den westlichen Ländern gibt es davon – danke Vogelgrippevirus H5N1 – große Lager. In den ärmeren Ländern kann die Krankheit zu vielen Toten führen. Andererseits ist natürlich auch immer eine Mutation möglich, welche die Wirkung der Medikamente verringert.

Wie dem auch sei, ich gehe nicht von einer zweiten „Spanischen Grippe“ aus. Wenn es doch dazu kommen sollte, hier ein paar Verhaltensregeln, die helfen könnten:

Alle typischen Infektionskanäle schützen. Das sind Hände, Mund, Nase und Augen. Also

  • Atemschutzmasken tragen (FFP3)
  • Handschuhe tragen (die guten aus Latex)
  • Schutzbrille (einfache Schwimmbrille reicht. Nase ist ja von der Atemmaske bedeckt)

Dann sind viele Dinge, die man von außen nach hause bringt oft kontaminiert. Das betrifft besonders Kleidungsstücke und Lebensmittel und wo sonst noch gerne drauf genießt wird.

  • Keine neue Kleidung kaufen. Geschäfte zu betreten ist sowie ein unnötiges Risiko. Grippeviren sterben übrigens bei Kochwäsche. Also nicht bloß 30 Grad.
  • Lebensmittel: keine frischen Waren und wenn sofort von der Einkaufstüte in den Kochtopf. (nicht braten oder andere Dinge tun, die die Viren verteilen statt sie zu töten). Dosenessen ist auch lecker. Aber Achtung. Die Dosen können auch kontaminiert sein. Hier hilft Sagrotan.
  • Außer Haus essen verbietet sich von selbst. Ebenso wie Pizzaservice oder ähnliches.

Weitere Verhaltensmaßnahmen

  • Keine Besuche. Seine Liebsten kann man auch in Videotelefonie sehen.
  • Kinder: Fernsehen als Freitbeschäftigung ist besser als sein Ruf. Jedenfalls besser als der Spielplatz.
  • Orte typischer Kontanmination sollten regelmäßig desinfiziert werden, z.B. mit Sagrotan: Also Garderobe, Bad, Toilette, etc.
  • Wäsche trocknet auch in der Wohnung, das Risiko einer Balkonbetretung ist zu vermeiden.
  • Voratskäufe: Eine typische Grippewelle dauert ein halbes Jahr. Solange hält sich auch die H-Milch. Dosenessen sowieso. Nudeln, Reis, Vitaminpräperate.
  • Die deutschen Tamiflu-Vorräte reichen gerade für die Politiker und Privatpatienten. Kassenpatienten sollten sich besser jetzt privat eindecken.
  • Wer ganz sicher gehen will, erschießt sich gleich

Update:

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7 Responses to Schweinegrippe

  1. Daniel sagt:

    und nicht “nur” Kinder, Alte und Kranke, sondern auch Zwanzig- bis Vierzigjährige.

    Das war bei der Spanischen Grippe auch so, die hat hauptsächlich junge Menschen erwischt … weil deren Immunsystem durchgedreht ist.

    Ob die Ansteckungsgefahr so hoch ist, würde ich übrigens bezweifeln: Tierkrankheiten „funktionieren“ normalerweise bei Menschen nicht so gut.

    Sonst halte ich das aber — wie ihr doch selber feststellt — primär für Panikmache. Hygiene und Grippemittel sollten das bei uns schon regeln.

  2. Thomas sagt:

    Ich denke auch, daß Tamiflu & Co zumindest die Zahl der Todesfälle in Grenzen halten sollten.

    Warum es die jüngeren Leute stärker erwischt, habe ich nicht so ganz verstanden. Kann man das mit dem überreagierenden Immunsystem irgendwie nachlesen? Würde mich rein aus intellektueller Neugierde interessieren.

  3. ketzerisch sagt:

    Das größte Risiko ist meiner Meinung nach, dass diese Form der Grippe ein dauerhafter Begleiter der Menschheit wird. Wäre auch keine Katastrophe, könnte aber ein Stimulus für die Grippemittelhersteller sein.

  4. Thomas sagt:

    Wenn man das so liest, macht man sich so langsam doch Gedanken: In Mexico gibt es laut BBC inzwischen 149 Todesfälle. Jeder einzelne von diesen war angeblich 20-50 Jahre alt. Keine Kinder, keine alten Leute.

  5. ketzerisch sagt:

    Die jetzigen Toten haben das Pech gehabt, sich zu infizieren bevor die Gefährlichkeit der Grippe erkannt wurde. Inzwischen bekommen alle Tamiflu, sobald sie nur Grippesymptome aufweisen. Das sollte die Letalität senken.

  6. […] Schweinegrippe: WHO erhöht Gefahrenlevel “Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Pandemie-Warnstufe um eine Stufe erhöht. Sie liegt auf der sechsstufigen Skala nun bei vier. Das bedeutet laut WHO, dass das Risiko einer weltweiten Pandemie deutlich gestiegen ist.”, meldet SwissInfo. Ich halte eine Spanische Grippe Reloaded weiterhin für unwahrscheinlich. […]

  7. […] der antiviralen Medikamente nicht zu einem Massensterben kommen wird, hatte wir schon von Anfang an vermutet. Nun scheinen auch die ursprünglichen miexikanischen Zahlen über die Anzahl der Infektionen und […]

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