Mehr Kaufkraft für alle

Thomas Straubhaar hat eine prima Idee: Statt der Abwrackprämie für Autos sollte es eine Abwrackprämie auf alles geben – nur ohne Abwracken. Damit wären wir beim Konsumgutschein. Straubhaar nennt es einen „Kaufkraftgewinn für alle“. Wenn das nur so einfach wäre.

Spiegel-Online schreibt:

Nein, Deutschland braucht kein drittes Konjunkturpaket. Da hat die Bundeskanzlerin völlig recht. Mehr vom Gleichen wird keinen zusätzlichen Ertrag bringen. Gut, dass Angela Merkel den Forderungen der USA und Großbritanniens auf dem Krisengipfel der G20 in London widerstanden hat.

Richtig. Es wäre sogar schädlich. Es folgt erst eine skeptischer Teil gegenüber Konjunkturprogrammen, der nahtlos in ein Plädoyer für ein Notkonjunkturprogam als „Plan B“ übergeht. Mal abgesehen, dass sich Straubhaar verzählt hat – wir hatten schon zwei Konjunkturprogramme; es wäre also Plan C – Wie kann er erst korrekt darlegen, dass Japan seit gefühlten zwanzig Jahren vergeblich versucht mit Konjunkturprogrammen aus der Depression zu katapultieren, um dann im gleichen Atemzug zu fordern wir müssten auch noch ein Programm in der Hinterhand haben?

Was wir brauchen sind keine weiteren Programme, sondern Strukturreformen. Klar, damit macht man sich keine Freunde. Aber Straubhaar ist doch nicht mal Politiker. Der muss sich keine Freunde machen.

Bei allem Verständnis für einen Verzicht auf ein drittes Konjunkturprogramm der herkömmlichen Art wäre es sinnvoll, einen Plan B vorzubereiten. Dieser sollte auf mehr Kaufkraft für alle zielen.

Das ist die Lösung! Mehr Kaufkraft für alle! Juchu! Wir legen alle zusammen (über Steuern) und dann verteilen wir das Geld wieder (über Konsumgutscheine) und wir haben alle mehr Kaufkraft. Klasse!

Wie wär es stattdessen mal das Geld da auszugeben, wo es wirklich benötigt wird? Also bei den Armen. Die geben es auch garantiert sofort aus. Zugegeben nicht für Autos, Fernseher und was Herr Straubhaar noch so alles aufgezählt hat. Aber Nahrungsmittelerzeugung ist ja auch ein Wirtschaftszweig.

Auch wenn es keiner hören will und wir und lieber alle gegenseitig in die Tasche lügen: Wir müssen unseren Lebensstandard runterfahren. Das wird so oder so passieren. Entweder geordnet oder ungeordnet. Mir wäre geordnet lieber.

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One Response to Mehr Kaufkraft für alle

  1. Thomas sagt:

    Zitat: „Wie wär es stattdessen mal das Geld da auszugeben, wo es wirklich benötigt wird? Also bei den Armen.“

    Ja, genau. Wobei die durchaus auch Fernseher usw. davon kaufen würden. Tun ja inzwischen sogar schon chinesische Bauern (die von ihrer Regierung 13 % Rabatt auf Elektroartikel bekommen, und seitdem anscheinend ziemlich fleissig am Konsumieren sind…)

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