Bankenlügen und Steuergelder

Unser Bankensystem ist schon länger auf Lügen über die verwalteten Werte aufgebaut. Die Aktiva in den Bankbilanzen sind regelmäßig überbewertet. Jeder weiß, dass die Banken insolvent sind. Aber es soll keiner wissen.

Die Banken sollen es nicht sagen, dass sie pleite sind. Sie sollen behaupten sie seien solvent, also ändert man flux das Bilanzrecht. Die Verluste sind freilich auch da, wenn keiner es zugibt. Das einzige, was die Verantwortlichen gewinnen ist Zeit, Zeit die Verluste noch jemand anderem zu zuschieben. Aktuell ist dieser jemand der Steuerzahler:

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will angeschlagene Banken nun doch mit Hilfe von Staatsgeld von ihren faulen Wertpapieren befreien. Dazu wird nach SPIEGEL-Informationen der Sonderfonds Finanzmarkstabilisierung (Soffin) 200 Milliarden Euro aus seinem Bürgschaftsprogramm bereitstellen.

Dem Plan zufolge soll jedes betroffene Kreditinstitut seine wertgeminderten Anlagen in eine eigene Bad Bank ausgliedern. Weil die Bad Banks nicht als Kreditinstitute geführt werden, gelten für sie andere Bilanzregeln. Sie dürfen die faulen Papiere bis zu deren Fälligkeit zum Buchwert führen, was sie von dem Zwang befreit, die Anlagen auf den niedrigeren Marktwert abzuschreiben.

Da ist er wieder, der Plan mit der Lüge. Warum zugeben, dass die Dinger wenig wert sind? Dann kann man sie ja nicht mehr teuer verkaufen. Kann man so auch nicht, glaubst Du? Weit gefehlt:

Sollten die Papiere am Ende der Laufzeit weniger wert sein als in den Büchern steht, trägt der Soffin den Verlust.

Klasse, oder? Die Abschreibungen landen 1:1 beim Staat. Wirtschaftlich sofort. Buchhalterisch erst, wenn wir eine neue Regierung haben, die das dann bequem auf die Vorgängerregierung schieben kann.

Die Regierungschefin hatte sich vor wenigen Tagen für eine „faire Lastenteilung“ bei der Entsorgung giftiger Wertpapiere ausgesprochen. Es müsse darauf geachtet werden, dass im Sinne der Gerechtigkeit die schlechten Risiken nicht beim Steuerzahler landen und privat agierende Banken am Ende die guten Chancen haben, sagte Merkel auf einer Veranstaltung des Bankenverbandes.

Das wird aber genau mit dem System nicht erreicht. Im Gegenteil, der Staat übernimmt mit der Garantie nur das Risiko. Sollten die Dinger wider erwarten viel Geld abwerfen, dann landet das natürlich bei der Bank. So ist das bei Garantien.

Mit Blick auf die Staatshilfen forderte Merkel die Banken damals auf, nach Überwindung der Krise „einen Teil des Guten wieder an den Steuerzahler“ abzugeben.

Soll ich jetzt lachen oder weinen?

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6 Responses to Bankenlügen und Steuergelder

  1. MaxR sagt:

    Früher hat man solche Probleme gelöst, indem man einen Krieg begonnen hat ….

  2. Daniel sagt:

    Dabei hab ich mich schon so gefreut als ich die Überschrift von dem Spiegelartikel gelesen hab: Steinbrück will für Bad Banks bürgen.

    Aber das war wohl ein schlechter Witz.

  3. Daniel sagt:

    Natürlich muss der Steuerzahler bürgen und nicht Steinbrück.

  4. […] wenn es keiner hören will und wir und lieber alle gegenseitig in die Tasche lügen: Wir müssen unseren Lebensstandard runterfahren. Das wird so oder so passieren. Entweder geordnet […]

  5. […] gibt keine Unsicherheit über die “Werthaltigkeit von Bankbilanzen”. Jeder weiß, dass die Banken insolvent sind und die Bankschulden die Aktiva überschreiten. Deswegen leiht den Banken ja auch keiner mehr was, […]

  6. […] trifft auch meine Einschätzung: Die deutschen Banken sind de-facto insolvent. The IRA: Of […]

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