Inflation oder nicht?

Eine der großen Fragen für die zukünftige Entwicklung unseres Wohlstandes ist die nach der Inflation. Wird es starke Inflation geben, wie es durch die Geldmengenausweitung der Zentralbanken möglich scheint? Oder ist alles halb so wild, weil die das Geld ja nicht im realen Wirtschaftskreislauf ankommt? Anlässlich eines Artikels zum Thema in der FTD, in dem herausgestrichen wird, dass auch Ökonomen in dieser Frage uneins sind, hier noch mal das Marktorakel:

Tips vs. Nominale Anleihen der USA

Die Grafik zeigt die Marktinflationserwartung (grüne Linie) der nächsten fünf Jahre für die USA. Errechnet aus den normalen Staatsanleihen (rote Linie) und den inflationindizierten Anleihen (blaue Linie)

Leider kann ich die Grafik nur für die USA produzieren, weil der Markt für inflations-indizierte Anleihen in Europa vergleichsweise eng ist. Für die USA ergibt sich eine implizite Inflationsrate von derzeit 0,6% pro Jahr. Also noch kein Grund zu Sorge, wenn die Sorge Hyperinflation gewesen sein sollte. Die Markterwartung ist seit Anfang Februar weitgehend stabil, nachdem es in den Monaten davor zu starken Schwankungen kam.

Aber da sich auch in der Ökonomenzunft keine Einigkeit abzeichnet, erwarte ich, dass es im Bezug auf die Inflationserwartung es auch in Zukunft noch Änderungen geben wird. Aktuell scheint der Markt jedenfalls den Zentralbanken zu glauben, dass sie nur versuchen den Preisverfall aufzuhalten und nicht die Schulden weg zu inflationieren. Bedauerlich nur, dass eine Inflationsrate von 0% natürlich nicht heißt, dass sich die Preise nicht ändern. Die Häuserpreise in den USA fallen trotzdem, nur steigen dafür die Lebensmittelpreise und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Oder wie man so schön sagt:

Inflation ist, wenn alles was Du besitzt billiger wird und alles was Du verbrauchst teurer.

6 Antworten zu Inflation oder nicht?

  1. kroesus2 sagt:

    Wird nicht der Zins für die inflationsindizierten Anleihen aus dem *aktuellen Verbraucherpreis-Index ermittelt und nicht aus einer prognostizierten Inflationsrate für die nächsten 5 Jahre ?

  2. ketzerisch sagt:

    Nein. Der Zins wird nicht berechnet, sonder ist der in der Grafik angegebene. Der Unterschied ist das Nominal. Bei inflationsindizierten Anleihen erhält man nicht das Nominal zurück, sonder ein um die Inflation während der Laufzeit adjustiertes Nominal.

    Also, wenn die Anleihe ein Nominal von 100 hat und in den zehn Jahren Laufzeit ist der CPI von 20 auf 30 gestiegen, dann erhält man am Ende der Laufzeit 150 zurück.

  3. Daniel sagt:

    Führt Verschuldung zu Inflation?

    Die Verschuldungsdynamik hat diejenige des Jahres 1932 erreicht. 1932 war das Jahr, in dem die US-Inflationsrate einen wichtigen Tiefpunkt markierte – übrigens auch die US-Aktienmärkte. Hinzu kommt, dass eine Geldmengenausweitung wie aktuell üblicherweise kaum Deflation zulässt. Wir schließen aus den oben genannten Charts, dass die aktuellen Maßnahmen von US-Zentralbank und der US-Regierung durchaus das Potential haben, der Deflation Einhalt zu gebieten. Verschuldung hat historisch betrachtet einen positiven Einfluss auf die Inflationsrate.

    Insgesamt wird die Steuerung jedoch schwieriger, die Gefahr einer überschießenden Inflation bei zuviel Stimulus größer. Das Kernproblem: Niemand weiß, wann zuviel zuviel ist. Bernanke nicht, Geithner nicht, Obama nicht. Deshalb geben sie an dieser Stelle soviel Gas wie nur irgend möglich. Bremsen kann man später immer noch.

    Hier noch mehr dazu:

    http://www.sharewise.com/news_articles/4178-Staatsverschuldung-Geldmenge-Inflation

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