Wer die Keule rausholt…

… sollte besser vorher genau lesen.

Ich las gerade folgende Kritik über meinen Artikel zu den Sorgen von Paul Krugman, der leider meine Punkte gar nicht aufgreift.

So schreibt der Autor:

Fakt 1: Wie der Stimulus wirkt ist bisher gar nicht bekannt, da das Geld noch nicht geflossen ist. Etwas mehr Geduld ist hier sicherlich notwendig. Ebenso bei den Zinssenkungen und dem Easing der Notenbank. So etwas wirkt nicht sofort auf den Output. Auf den Geldmärkten wirkt es jedenfalls schon und das ist ein guter Anfang.

Das mag für die Milliarden des Stimulus gelten. Dabei übersieht der Autor aber zwei Dinge. Erstens richtet sich die Wirtschaft an den Erwartungen aus. Daher ist es unerheblich, ob die Milliarden schon geflossen sind, selbst die Kenntnis, dass sie fließen werden hat schon Auswirkungen auf die Wirtschaft. Zweitens beziehe ich mich in meinen Artikel gar nicht ausschließlich auf die Stimuli.  Die Milliarden in die Banken, Versicherungen und Agencies sind schon geflossen.

Wie dem auch sei, ich kritisiere (hier) nicht die Stimuli und Bankenrettungen, sondern nur die Tatsache, dass Krugman den Eindruck hinterlässt sich bereits davon zu distanzieren. Politisch sicher klug.

Fakt 2: So unschön es sein mag, man kann Krugmans Meinung tatsächlich nicht exakt widerlegen oder nachweisen. Dasselbe gilt allerdings auch andersherum. Das nennt man Identifikationsproblem und betrifft alle ökonomischen (Ein-)Schätzungen. Einfach zu sagen, dass Krugman unrecht hat, ist genauso unsinnig, wie zu sagen, dass er richtig liegt. Dazu muss man etwas tiefer graben und weitere Daten abwarten.Es wäre jedenfalls außerordentlich gewagt, zu erwarten, dass das Konjunkturprogramm gar keine Wirkung haben wird. So einen Unsinn erzählt kein seriöser Ökonom.

Ich bin zwar der Meinung, dass Krugman unrecht hat, aber das ist kein Punkt in meinem Post. Ich interpretiere lediglich das Dilemma, in dem sich Krugman befindet. Im Gegensatz zu Krugman bin ich mir übrigens nicht sicher, dass ich recht habe. Er aber macht jeden Kritiker polemisch nieder. Dabei hinterlässt er nicht den Eindruck von Unsicherheit über seine Meinung.

Ich kritisiere (hier) nicht Krugmans Vorschläge, sondern seine Art diese der Öffentlichkeit zu verkaufen.

Update 13.03.2009:

Dass der grenzwertige Ökonom nun alle Pingbacks meinerseits auf seinem Blog entfernt hat, deute ich mal als Rückzug. Eine Entschuldigung für unnötiges Rumpöbeln hätte aber auch nicht geschadet.

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2 Responses to Wer die Keule rausholt…

  1. […] Schnelle Antwort… Das Erwartungen wichtig sind, übersehe ich mit Sicherheit nicht. Die Aussage… […]

  2. Christoph Rohde sagt:

    Krugmans Stärke war die Verbindung von Politik und Markt in seiner Neuen Handelstheorie oder Strategischen Handelstheorie. In Bezug auf die Heilung der Krise mit der Akzeptanz der Geldmengenausweitung liegt er auch m. E.
    falsch.

    http://ethischer-realismus-workgroup.blog.de/2009/03/29/paul-krugman-neue-weltwirtschaftskrise-rezension-5851452/

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