Ausfallrate bei US-Immobilien steigt weiter

Wie erwartet sind die Ausfallraten bei US-Immobilienkrediten weiter gestiegen. Damit scheinen die Pessimisten bei der Bewertung der MBS wieder ein Stück Boden gewonnen zu haben.

Das WSJ schreibt:

More Americans struggled to pay their mortgage bills in the fourth quarter of 2008. A record 5.4 million U.S. homeowners with a mortgage, or nearly 12%, were either behind on payments or in foreclosure at the end of last year, according to an industry survey.

Das muss man zweimal lesen, um die Tragweite zu verstehen. Über 10% der Hypothekenschuldner sind im Zahlungsverzug oder bereits in der Zwangsversteigerung. Auf meine Strasse übertragen wären das alleine ungefähr 30 Wohnungsbesitzer.

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The percentage of loans at least 30 days past due rose to a record 7.88%, up from 6.99% in the third quarter and 5.82% a year earlier — the biggest quarterly jump for delinquencies since the survey began in 1972.

[..]

„The delinquency rates continue to climb across the board for prime fixed-rate and subprime fixed-rate loans, loans whose performance is driven by the loss of jobs or income rather than changes in payments,“ he said.

Mr. Brinkmann expects a continued shift from delinquencies due to the structure and underwriting quality of loans to delinquencies caused by job and income losses.

Genau diesen Anstieg der Ausfallraten im Prime-Segement durch Arbeitsplatzverlust hatte ich auch befürchtet. Damit wir nicht in den Ruf geraten immer nur alles schlecht darzustellen: Hier gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Zahl der Arbeitslosenerstanträge in den USA ist vergangene Woche leicht gesungen:

In the week ending Feb. 28, the advance figure for seasonally adjusted initial claims was 639,000, a decrease of 31,000 from the previous week’s revised figure of 670,000. The 4-week moving average was 641,750, an increase of 2,000 from the previous week’s revised average of 639,750.

Vielleicht stabilisiert sich der Arbeitslosenanstieg ja wenigstens. Dann würden auch die Ausfallraten nicht weiter steigen.

4 Antworten zu Ausfallrate bei US-Immobilien steigt weiter

  1. Marco sagt:

    Es müsste eigentlich heißen „nur 10 %“ das ist so gesehen nicht viel. Alles noch keine Grund zur Panik, solange es keinen Krieg gibt, kann ma auch daran gut verdienen.

    Gruß
    Marco

  2. ketzerisch sagt:

    Gut daran verdienen kann man nur, wenn man entsprechend hohe Margen verlangt. Nehmen wir mal an, dass die Bank 20% des Nominals verliert bei den Ausfällen. Dann müssten die eine Risikoprämie von 2% verlangen, d.h. 2% mehr Zinsen verlangen als sie selber zur Refinanzierung zahlen.

    Das ist eine Menge, so dass ich vermute es würde nicht zu besonders vielen Geschäftsabschlüssen kommen.

  3. decoien sagt:

    Schade, dass ich den Artikel nicht schon vorher beachtet habe. Das ist schon interessant. Allerdings sind die Zahlen über Ausfallquoten doch recht unterschiedlich oder. Eine Tabelle der FED (habe leider auf die Schnelle nicht den Link parat) spricht von niedrigeren Ausfallquoten und Verzögerungen.

  4. […] auf toxische Assets. Weiterhin halte ich die allgemein veröffentlichen Daten über Ausfälle an den realen Kreditmärkten für vergleichsweise gering, als dass sie die sehr hohen Abschreibungen auf “toxische […]

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