Gold@1000$

Ben Bernanke kämpft mit allen Mitteln gegen die drohende Deflation. Es sieht so aus, als ob er besser sein Löschwasser besser für einen Waldbrand aufgehoben hätte, statt es zur Bekämpfung einer Überschwemmung einzusetzen. Die USA laufen in eine Zeit hoher Preissteigerungen.

Viele habe davor gewarnt. Peter Schiff zum Beispiel oder auch wir (auch hier und hier). Nun tritt es ein, was grundlegende öknomische Überlegungen nahelegen: Der Dollar entwertet. An zwei Dinge kann man das ablesen. Der Goldpreis ist heute erstmals seit März 2008 wieder über kurzzeitig 1000$ pro Feinunze und die Kerninflationsrate der USA lag im vergangenen Jahr bei 1,7%. Obwohl der Kreditmarkt total zusammengebrochen ist und im großen Stil deleveraging stattfindet.

1000$ pro Feinunze ist viel Geld. Wenn man bedenkt, dass der Preis über Jahre hinweg immer 35$ gewesen ist. Bis Bretton-Woods beendet wurde und die Weltwährungen als Fiat-Geld ihren Sinkflug ansetzten. Aber ich darf hier die Prognose wagen, dass wir in 5 Jahren noch an die Zeit denken werden, als man für 1000$ noch eine Feinunze Gold kaufen konnte. Die Geldentwertung ist noch lange nicht vorbei. 70er-Jahre sind nicht nur in der Mode wiedererweckt, sondern auch in Sachen Inflation. Ich schliesse zweistellige Inflationraten im Dollarraum keinesfalls aus. Moment an ist die Markterwartung bei 1% im Schnitt für die nächsten 10 Jahre. Das bleibt m.E. so nicht.

Implizite Inflationsrate für US-Dollar. Errechnet aus der Zinsdifferenz von inflationsindizierten und nominalen Staatsanleihen.

Implizite Inflationsrate für US-Dollar. Errechnet aus der Zinsdifferenz von inflationsindizierten und nominalen Staatsanleihen.

Für den Euro ist die Sache schwieriger in der Prognose. Viel hängt von den Politikerenscheidungen ab und davon, ob die EZB die Eier hat die Zinsen weiter hoch zu halten. Inflationstechnisch sind die Zinsen in Europa schon eher zu niedrig. Aber der politische Druck sie trotzdem weiter zu senken nimmt zu. Senkt die EZB weiter oder beginnt auch mit dem Gelddrucken („Quantitative Easing“ oder „Geldmengenlockerung“), dann ist der Euro auch im Wert gefährdet. Der Markt scheint von diesem Szenario auszugehen, denn auch in Euro gemessen ist der Goldpreis auf neuen Höchstwerten.

In diesem Blog geben wir keine Investmenttips. Aber es sei verraten, dass die Autoren Geld in Gold angelegt haben. Dies keinesfalls aus Angst, dass alles zusammenbricht, sondern „nur“ um die Geldentwertung zu umgehen.

Update:

Auch Zentralbanken sichten ihre Reserven von Dollar in Gold um. Russland hat beispielsweise in den vergangenen 15 Monaten 90 Tonnen Gold eingelagert. Alexei Ulyukayev, Vize der russischen Zentralbank, sagt:

We are buying gold. The bank is under orders from the Kremlin to raise the gold share of foreign reserves to 10%.

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