Bofinger, Angebot and Nachfrage

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger gibt auf SPON ein Interview zur Schuldenbremse (hier der komplette Text) in dem er einige Einfache Dinge mit Angebot und Nachfrage durcheinander bringt. Er erklärt u.a.:

Die deutschen Haushalte sparen allein für ihre private Altersvorsorge netto 120 Milliarden Euro pro Jahr. Nach den schlechten Erfahrungen mit Lehman und Kaupthing wollen sie ihr Geld besonders sicher anlegen. Unternehmen fallen da zumeist aus, in Deutschland finanzieren sie ihre Investitionen ohnehin weitgehend aus eigenen Mitteln. Bleibt nur noch der Staat. Wenn sich nun Bund und Länder kein Geld mehr leihen dürfen, kommt nur noch der Kauf von amerikanischen Staatsanleihen in Betracht. Die Schuldenbremse führt also dazu, dass wir auf öffentliche Investitionen in Deutschland verzichten, um mit unseren Ersparnissen die Infrastruktur-Programme von Obama zu finanzieren. Ist das die „Wetterwende“, die unsere Politiker meinen?

So problematisch eine gesetzliche Verankerung der Schuldenlast auch ist, so windig sind Bofingers Argumente.

1.)Wenn deutsche Anleger tatsächlich so schlechte Erfahrungen mit Island und Investment-Banken gemacht haben, was sollte sie dann dazu verleiten, ihre Ersparnisse in Fremdwährung anzulegen?

2.) Nehmen wir an, es handelt sich um ein komplettes Verbot neuer Schulden. Also auch keine Kredite, deren Zins- und Tilgungslasten aus laufenden Einnahmen gedeckt würden. Der Staat hätte dann nach wie vor  die alten Schuldtitel ausstehen und müsste diese auch weiterhin bedienen. Bei erhöhter Nachfrage nach Staatsanleihen aber gleichbeleibendem Angebot steigt der Realzins, um Angebot und Nachfrage zur Deckung zu bringen. Da deutsche Schuldtitel sicher sind und wenn eine Nachfrage danach besteht, werden die Anleger diesen weiterhin US-Anleihen vorziehen.

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One Response to Bofinger, Angebot and Nachfrage

  1. […] Zunächst mal zum unwichtigsten Argument: Bofingers vierten Punkt teile ich überhaupt nicht. Zum einen haben wir in Deutschland so lange sichere Anlagemöglichkeiten, solange es staatlich garantierte Banken (Sparkassen) gibt. Zudem ist Kapitalexport nichts schlechtes per sé, sindern typischerweise das Ergebnis grösstenteils marktgetriebener Allokationsprozesse. Dass sich der Staat verschulden sollte, nur um Kapitalexport zu verhindern, sehe ich überhaupt nicht (ähnliche Kritik dazu bei Verlorene Generation). […]

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