Nationalismus und Sozialismus im Trend

Diese Weltwirtschaftskrise, gerne als „Finanzkrise“ verharmlost, ist nicht wie die anderen Nachkriegsrezessionen. Schon jetzt ist absehbar, dass unvorstellbar große Werte vernichtet werden, bzw. deren Nichtexistenz offenbar wird. Die Reaktion der Politik besteht aus Abwälzen der Verluste auf die Arbeiter und Angestellten – vorzugsweise via Inflation. Das führt auch zu einem neuen Aufblühen von Nationalismus und Sozialismus. Ob sie wieder eine unheilvolle Symbiose zum Nationalsozialismus eingehen werden ist noch offen.

Das der Nationalismus wieder en vouge ist, sieht man aller Orten in der Presse. Da fordert Gordon Brown etwa: „Britische Jobs für britische Arbeiter„. Ein Slogan der dankbar von protestierenden Arbeitslosen aufgenommen wird. In Amerika sind die Verhältnisse ähnlich. Gerade wurde die unsägliche „Buy American„-Klausel etwas runtergedampft, da fordern zwei Senatoren das US-Unternehmen keine Ausländer mehr einstellen dürfen, wenn sie Staatshilfe in Anspruch nehmen. Die Liste lässt sich freilich beliebig fortsetzen. Spiegel-Online hat hier einen schönen Hintergrundsartikel.

Das Aufstreben des Sozialismus kann man damit verglichen nicht so leicht erkennen. Offenbar hat der Staat weniger Hemmungen in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen, als noch vor zwei Jahren; aber gleich Sozialismus? Gefühlt muss man sagen, dass in den Foren und Blogs, den Stammtischen der Moderne, sich die Abgesänge auf den Kapitalismus mehren. Die Altkommunisten haben Aufwind. Aber auch viele unidioligische Mitbürger fragen sich, ob die Marktwirtschaft nicht jede Glaubwürdigkeit verspielt hätte und ob es nicht neue Formen des Wirtschaften gibt und übersehen dabei, dass Marktwirtschaft in erster Linie ein Resultat persönlicher Freiheit ist und nicht nur ein Wirtschaftssystem.

Ein Indiz für die stärkere Verbreitung des Sozialismus in den Köpfen der Menschen ist die Verwendung des Begriffs in den Medien. Schauen wir uns mal an, wie oft der Begriff im Laufe der Jahre verwendet wurde:

Verwendung des Begriffs "socialism"

Verwendung des Begriffs "socialism" im Laufe des letzten Jahrhunderts

Deutlich erkennbar hatte der Sozialismus seine „besten Jahre“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Mit einzelnen Spitzen bei der Oktoberrevolution und im Nationalsozialismus deutscher Prägung. Nach dem zweiten Weltkrieg, als sich Sozialismus und Marktwirtschaft als Gegner positionierten, sowie zu Zeiten der 68er gab es noch Zwischenhochs. Danach verflachte der Begriff immer mehr bis, ja, bis er plötzlich Ende 2008 wieder die Schlagzeilen bestimmte. Die westlichen Staaten haben begonnen die Marktwirtschaft aufzugeben. Fast möchte man meinen, dass die Sowjetunion durch ihren Untergang ihren größten Triumph einfahren wird.

Zurecht treten viele Mitbürger für die informationelle Selbstbestimmung ein, gegen BKA-Gesetze, Bundestrojaner und andere Überwachungsmethoden, die am Ende des Tages die persönliche Freiheit eines jeden Einzelnen bedrohen. Ich würde mir wünschen, dass diese Mitbürger mit der gleichen Leidenschaft für die Marktwirtschaft eintreten. Und zwar für eine, in der der Staat nicht die Verluste sozialisiert.

2 Antworten zu Nationalismus und Sozialismus im Trend

  1. Michael sagt:

    Woher hast Du die Grafik? Kann man die für andere Worte auch machen?

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