Augenblick verweile doch…

…du bist so stumpf. Klick. Und wieder ein Foto in einer dieser Kästen, zusammengesetzt aus Nullen und Einsen. Die Grenzkosten eines zusätzlichen Fotos gehen gegen Null, also noch eins! Die Anschaffungskosten der Kamera werden immer geringer, ein Knipskasten findet sich in jeder Tasche, das nächste bitte. Wieviel Millionen Fotos mit angetrunkenen oder volltrunkenen Menschen, kurz PartyPics, wird es mittlerweile geben? Wieviele Fotos sich sinnlos umarmender grinsender Menschen? Greise? Kinder? Was versuchen die Menschen dort festzuhalten? Den peinlichsten niedrigsten Augenblicke? Das Banale, das Einfache, das Natürliche? Oder haben sie schlicht Angst? Angst, vor dem dahinfließen, vor der Zeit, die die Augenblicke mit sich reißt? wird darum alles in digitale Fotos gebannt?  Sind die Leute nicht mehr fähig, den Augenblick, das Ereignis rein zu genießen, zu leben? Warum wollen Sie alles festhalten, können nicht loslassen, müssen digitalisieren?

Ein anderes Ärgernis schreitet mit der Knipsinflation einher. Man ändert sein Verhalten. Unterwirft sich der Diktatur der DigiCam. Schließlich muss man jederzeit damit rechnen, dass man digitalisiert wird. (Früher hieß es ablichten, ein Hinweis auf den Abglanz vom Wahren, den ein Foto ist). Dass die meisten Knipser kein Auge für Fotos haben, steht auf einem anderen Blatt.

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