Krise befeuert Nationalismus

Die gefährlichste Frucht einer Wirtschaftskrise ist aufkeimender Nationalismus. Vor allem in den Vereinigten Staaten mehren sich Rufe nach einer Protektionistischen Politik; das „Buy American“ ist dort die Botschaft der Stunde. Schlimmer noch ist es, wenn sich die Ungewissheit der Arbeiter über die eigene Zukunft, die Angst vor dem Verlust der Arbeit in Ressentiments gegen Ausländer niederschlägt. Bis jetzt hört man in dieser Richtung glücklicherweise wenig. Heute berichtet allerdings das Abendblatt, dass in Grobritannien mehrere 1000 Arbeiter gegen die Beschäftigung von Italienern und Portugiesen beim Bau von neuen Kraftwerken protestieren.  Dies läuft nicht nur der Idee eines gemeinsamen europäischen Marktes zu wider, es zeigt auch exemplarisch, vor welche Versuchung Politiker gleich welcher Couleur in nächster Zeit gestellt werden. Ich hoffe sehr, dass wenigstens in diesem Punkt aus den Fehlern der 20er gelernt wurde und das gemeinsame Europa von politischen Brandstifetrn nicht aufs Spiel gesetzt wird. Wenn für kurzfristige Beschäftigungserfolge der gemeinsame Markt geopfert wird, sind die politischen Kollateralschäden nicht absehbar. Die Absatzkrise würde sich dann auf Jahre hinziehen; die Gefahr politischer Krisen steigen.

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