Rettung der Banken ohne Staatsgeld (3)

Der Vorschlag Banken ohne Staatsgeld zu retten erhält nun weitere Unterstützung.In einer abgewandelten Form spricht sich auch Harvard-Professor Kenneth Rogoff im Spiegel-Interview dafür aus.

Ein paar Auszüge aus dem Interview:

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem klingt das sehr drastisch: Sie wollen die Banken bankrott gehen lassen.

Rogoff: Was ich fordere, ist nicht radikal. Ich würde sogar sagen, dass die Forderung nach solchen Konkursen inzwischen common sense unter Wissenschaftlern ist. Ich weiß, das klingt unvorstellbar. Aber das, was gerade vor sich geht, ist unvorstellbar.

Ich bin sehr froh, dass sich auch die Herren Top-Ökonomen entsprechende Einsicht gewonnen haben. Bleibt zu hoffen, dass es auch im Team-Obama mal ankommt. Und in unsere Großen Koalition, die sich noch mit wirkungslosen und teuren Bad-Bank-Konzepten aufhält. Auch da hat Rogoff die gleiche Meinung wie die Autoren dieses Blogs:

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem berichtet das „Wall Street Journal“, die Obama-Administration wolle es vorerst mit einem neuen Rettungspaket für die Banken versuchen – unter anderem solle eine sogenannte Bad Bank geschaffen werden, die den Geldinstituten ihre Giftpapiere vorläufig abkauft. Reicht das nicht als erster Schritt?

Rogoff: Mit einer Bad Bank würde man den Banken Tonnen an Steuergeld schenken. Vielleicht 700 oder 800 Milliarden Dollar. Das Problem ist: Das Loch im Finanzsystem ist viel größer. Wenn davon aber nur ein Teil aufgefüllt wird, werden die Banken nicht anfangen, wieder Geld zu verleihen. Zumindest nicht genug. Und darum geht es: Derzeit haben kleine und mittlere Unternehmen große Schwierigkeiten, Geld aufzutreiben.

Hier eine Sammlung weiterer Stellungsnahmen zu dem Thema

Dafür sind

Dagegen sind

3 Antworten zu Rettung der Banken ohne Staatsgeld (3)

  1. […] Rettungsaktionen im Finanzsystem sind stümperhaft geblieben. Wir haben aufgezeigt, dass man auch ohne das Verbrennen gigantischer Mengen von Staatsgeld Banken rekapitalisieren kann. Eine neue Variante wird jetzt von Willem H. Buiter vorgeschlagen: Die […]

  2. […] Idee eines schnellen Insolvenz mit Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital anzubringen, wie es dieser Blog und verschiedene renommierte Wirtschaftswissenschaftler vorgeschlagen haben. Spiegel-Online schreibt: Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg […]

  3. Die „Rettung“ der Banken soll vor der „Rettung“ der Staaten kommen, solange die dazu noch in der Lage sind, ja?

    Mal schoen langfristig gucken, wie ketzerisch das ja prima macht:

    * die erste Staatsschuld wurde m.W. mit £1.2 Millionen zu 8% mit der Gruendung der Bank of England geschaffen

    Bis dahin hatte der Koenig sein Geld selbst „gedruckt“. 1913 kam die Federal Reserve daher, als Gruppe PRIVATER Banker, und wurde federfuehrend in Sachen „Globalisierung“.

    ALLE Staaten sollten sich ihrer Power bewusst sein, Geld selbst zu drucken. Stattdessen ueberlassen sie es „ihrer“ Zentralbank. Der Unterschied besteht aber in den Zinsen, d.h. den Zinsempfaengern, die im einen Fall profitieren und im anderen nicht.

    Na ja, auf http://NationaleSchulden.eu befasse ich mich mehr mit den langfristigen Ursachen als mit den Symptomen, die kurzfristig auftreten muessen.

    Das Traurige ist m.E., dass das Ganze ’ne langfristig geplante Strategie ist, die auf Weltregierung mit Weltwaehrung und mehr und mehr Konzentration auf weniger und weniger Konzerne hinaus laeuft. Dank Netz und Blogs wie diesem wird’s vielleicht nicht ganz so schlimm wie geplant.

    Hoffen wir das Baste fuer 2010!

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