Putin beliebt zu scherzen

Es gibt Schlagzeilen, da kann man nur laut lachen. Diese zum Beispiel: „Putin warnt vor zu viel Staatshilfe„. Wir sind gespannt, wie der Herr der Zwangsverstaatlichung der russischen Ölindustrie aus der Nummer rauskommt.

Wladimir Putin hat vor zu starken Staatseingriffen in der Wirtschafts- und Finanzkrise gewarnt. „Ausuferndes Eingreifen in die wirtschaftliche Tätigkeit und das blinde Vertrauen in die Allmacht des Staates wären weitere mögliche Fehler“

Der Gute hat ja recht, aber bei mir verursachen solche Wort aus Putins Mund trotzdem einen Knoten im Gehirn.

Zwar sei eine wachsende Rolle des Staates in einer Krise eine natürliche Reaktion wenn die Märkte versagt hätten. Aber anstatt die Marktmechanismen anzupassen, seien einige versucht, die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft so weit wie möglich auszuweiten. „Im 20. Jahrhundert machte die Sowjetunion die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion haben wir teuer bezahlt“, sagte Putin.

Auch richtig. Dem wäre nur noch hinzuzufügen: „Im 21. Jahrhundert machte Russland die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion werden wir teuer bezahlen.“

Putin forderte außerdem, die Welt brauche eine Reihen von Reservewährungen und mehr politische Offenheit in jenen Ländern, die diese Währungen herausgeben. Die Abhängigkeit von nur einer Währung als Reservewährung sei ei Risiko. Es sei Zeit, die Möglichkeiten verschiedener starker Währungen zu diskutieren.

So bleibt es an uns zu spekulieren, was er uns hiermit sagen wollte: „die Welt brauche eine Reihen von Reservewährungen“ und „Die Abhängigkeit von nur einer Währung als Reservewährung sei ein Risiko.“: Mir war so, als ob es mit dem Dollar und dem Euro schon zwei gibt. Oder hat Putin den Dollar schon abgeschrieben?

Klarer ist, was er hiermit meint: „Putin forderte außerdem, [..] mehr politische Offenheit in jenen Ländern, die diese Währungen herausgeben“. Er meint, dass die Welt sich Rubel in den Safe legen soll. Denn Russland könnte mehr politische Offenheit ganz gut gebrauchen.

Er schlug vor, alle faulen Kredite und Wertpapiere in den Bilanzen der Finanzinstitute offenzulegen und abzuschreiben. Dies werde zwar ein extrem schmerzhafter Prozess werden. Ohne eine Bereinigung werde sich die Krise aber nur verlängern.

Auch völlig richtig. Nur wird er wenig Zustimmung geerntet haben. Schließlich haben die anderen gerade genau das Gegenteil in die Wege geleitet.

Update 01.02.2009:

In Russland mehren sich die Proteste gegen die Krisenpolitik der Regierung. Insbesondere die Errichtung von Handelsbeschränkungen und die daraus resuliterende Inflation erregt Unmut. Einen Weg, den die USA auch gerade beschreiten will. Sie sollte es besser lassen.

Eine Antwort zu Putin beliebt zu scherzen

  1. sehrzynisch sagt:

    Aus Schmidt & Pocher vom 29.01.08
    Harald Schmidt: „Präsident Putin warnt vor zu starken Eingriffen des Staates in die Wirtschaft. Da hab ich mir überlegt: Schreibt er das selber, oder hat er Leute, die solche Gags sich für ihn ausdenken?“

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: