Volk

S-Bahn gefahren, Bild-Zeitung gelesen, Sorgen gemacht: Das Volk kehrt zurück in der Reklame. Adrette junge Menschen, kaum zu überbieten in ihrer schlichten Gefälligkeit, schreiend normal, gähnend langweilig, preisen „Volks“-Produkte an. Und was für welche: Da hätten wir die Volkszahnbürste (kein Witz!) und die Volkswaschmaschine (auch kein Witz). Die Bild gibt es uns: Ein Volk, ein Land, eine Zahnbürste. (Wann kommt das Volksklopapier?)
Aber was heißt das jetzt? Ist das die Vorwegnahme des Einheitsgedankens? Ein Produkrt für alle?  Eine neue Form des Sozialismus? Wohl nicht, schließlich gab es ja auch mal die Volksaktie und den Volkskredit, eher untypisch für den Sozialisten. Aber halt: fast alle Banken sind ja nun Volks(eigene)banken und mit dem Rettungschirm werden demnächst auch die Unternehmen zu Volksbetrieben. Wenn die Bild dann erst Werbung für das Volksradio macht, wissen wir auch wo wir wieder gelandet sind. Willkommen im Volksstaat mit einheitlichen Volksprodukten.

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