Update Top-10 des Länderrisikos

Über die Feiertage hatte ich mal wieder Zeit die Tabelle mit den Länderrisiken zu aktualisieren.Verglichen mit dem 12.12.2008 sind viele Spreads leicht gesunken. Einige Länder haben sich trotzdem dem Abgrund näher gebracht. Insgesamt ist die Unsicherheit aber geringer geworden und hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Länder mit einem Spread unter 1.000 zahlen im Schnitt nun 10% weniger Risikoprämie, die darüber im Schnitt 15% mehr. Die Spreu hat sich also ein wenig vom Weizen getrennt. Hier die Einzelkritik.

  • Ecuador hat Zahlungen auf eine Anleihe eingestellt. Damit ist das Kreditereignis eingetreten und das Land offiziell im Ausfall. Allerdings hat es inzwischen schon eine neue Anleihe begeben; freilich nicht am internationalen Kapitalmarkt. Aber die Kreditrisikoprämie (10jähriger Credit Spread = 4100-> 5700, 10jährige PD=100%) zeigt ein Restvertrauen. Das Land bleibt aber Spitzenreiter, auch wenn Verfolger Argentinien (3650->4440) nah dran bleibt
  • Venezuela, ein enger Verbündeter Ecuadors, nähert sich schnell dem Abgrund. Spread steigt von 2300 auf 3150. Das reicht für den 3. Platz – verschlechtert vom 5.
  • Kasachstan fällt von 13 auf 10
  • Brasilien fällt trotz verbesserter Prämie (367->353) von 29 auf 25. Andere haben sich stärker verbessert.
  • Polen verbessert sich erfreulich von 36 auf 39. Spread 266 auf 229.
  • Gegen den Trend zur leichten Verbesserung fällt Australien von 51 auf 47, bei hoher Spreadausweitung von 128 auf 142.
  • Etwas aufatmen können unser österreichischen Freunde: Der Spread fällt von 153 auf 135. Das bringt 2 Plätze.

Die Liste mit allen Ländern ist hier.

Auch in den Medien kommen warnende Stimmen mehr zur Geltung. Aktuell warnte der Chef der Allianz, Michael Diekmann:

Es heißt immer nur, die Konjunkturprogramme seien zu klein dimensioniert. Aber keiner hinterfragt, ob solche Programme überhaupt wirken und ob wir sie uns leisten können.

und

Staatsanleihen von Italien werden am Markt schon so gehandelt wie Papiere eines mittelmäßig kreditwürdigen Unternehmens. Das ist ein Alarmsignal. Wenn Staaten sich am Markt nicht mehr das nötige Geld besorgen können, bricht die letzte Bastion. Und dann haben wir ein wirklich fundamentales Problem.

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