Dollar-Crash (Update 22.12.2008)

Wir haben es kommen sehen und davor gewarnt: Der Dollar hat zu einem Sturzflug angesetzt, welcher noch länger anhalten könnte. Der Dollar-Kollaps ist das Resultat von Obamas Notenpresse und der Nullzinspolitik der FED. Damit geben die USA den Status des Dollars als Weltreservewährung auf. Mit unabsehbaren Konsequenzen.

Durch die historisch niedrigen Zinsen von quasi 0% ist der Dollar als Anlage sehr unattraktiv geworden. Dollar liegen praktisch unbegrenzt vor, weil sie kostenlos geschaffen werden können. Die normalerweise dabei anfallenden Kosten, die Zinsen, sind ja nun 0%. Das ist aber nicht nur unattraktiv für Investoren, sondern lädt auch zu Spekulationen ein. Hedgefonds können sich nun kostenlos Dollars leihen und sofort gegen Währungen mit höheren Zins tauschen. Bei diesen sogenannten Carry-Trades fällt die Währung mit den niedrigen Zinsen und die mit den hohen steigt: Das Resultat ist ein Dollar-Crash.

Ich habe Gründe zu glauben, dass die Spekulation gegen den Dollar bereits eingesetzt hat. Und es ist nicht nur eine Wette gegen Amerika, sondern auch ein Angriff auf die Währungsreserven der asiatischen Länder. Mit jedem Cent, den der Dollar fällt, schrumpfen in Asien die Ersparnisse von Dekaden zusammen, die als Währungsreserve bei den Zentralbanken schlummern. Irgendwann können die nicht mehr anders und werden auch Dollars auf den Markt werfen. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der in einem Dollar-Crash enden wird.

In welche Währung wandert das Kapital? Da das britische Pfund auch wankt, ist der Euro bevorzugt Anlagewährung. Damit können die Europäer Kriegsgewinnler sein. Der Schweizer Franken ist auch attraktiv, aber als Währung eines so kleinen Landes kann er nicht viel Kapital absorbieren.


Der Euro steigt gegenüber dem Dollar in den letzten Tag massiv.

Den Amerikaner drohen nun zweistellige Inflationsraten. Das kann auch schnell zu sozialen Unruhen führen, denn Inflation belastet in erster Linie die Armen und den ging es in den USA ja nicht mal zu Boomzeiten gut. Viele benötigen 2 Jobs, um genug zum leben zu verdienen. Auf drei Jobs lässt sich das ja schon deshalb nicht aufstocken, weil der Körper ja auch mal schlafen muss. Da einige Amerikaner – dies ist keine maßlose Übertreibung – Probleme haben werden nur die eigene Grundversorgung zu sichern, kann es auch Plünderungen von Lebensmittelgeschäften kommen.

Obama und die FED haben kaum noch Handlungsoptionen. Die ökonomische Vernunft gebietet es die Zinsen wieder anzuheben und es Peer Steinbrück nachzumachen und zu sparen. Politisch ist das kaum durchsetzbar. Eine Zinserhöhung hätte einen Börsen-Crash größten Ausmaß und noch stärkeren Verfall der (nominalen) Häuserpreise und höher Insolvenzquoten in der Wirtschaft zur Folge. Das wäre schrecklich, aber davon wäre eher die reicheren Teile der Bevölkerung betroffen. Möglicherweise also immer noch besser, als die nun drohende Massenarmut.

Update 19.12.2008:
Die EZB hat angekündigt den Zinskorridor zwischen der Einlage- und der Spitzenrefinanzierungsfazilität ab 19. Januar wieder auf 200 Basispunkte (2%) auszuweiten. Wenn sich Banken dann Geld von der EZB über Nacht leihen zahlen sie wieder 2% mehr Zinsen als wenn sie dort Geld über Nacht anlegen. Im Zuge der Lehmann-Pleite hatte die EZB den Korridor auf 100 Basispunkte verengt.

Da hierdurch der Zinssatz auf Einlagen sinkt, verliert der Carry-Trade gegen den Dollar an Attraktivität. Entsprechend ging der Euro nach der Ankündigung auf Talfahrt und verlor mehr als 2,5%. An dem langfristig katastrophalen Bild für den Dollar ändert dies freilich nichts. Aber der Verfall wird etwas langsamer vonstatten gehen.

Update 22.12.2008:

Das der Dollar-Crash keine Einzelmeinung eines verwirrten Blogautors ist, zeigt auch ein Kommentar auf Prudent Bear von Peter Schiff. Und einer von Doug Noland vom December 18, 2008. Er schreibt:

The currency markets are shaping up as a major issue for the coming year.  The dollar rallied sharply during the fourth quarter, although much of this gain was recently wiped away in six tumultuous trading sessions.  I view the dollar’s recovery in the context of a bear market rally.  The dollar bear had become a crowded trade, and many were caught on the wrong side of various markets this year – certainly including the leveraged players in the currency markets („carry trades“ in particular).

There is a school of thought out there that the dollar bear has seen its lows.  A consensus view seems to be taking shape that, at the minimum, the dollar wins (by default) the near-term battle against most currencies.  Part of this analysis is the reasonable proposition that our currency benefits from the capacity of our policymakers to move earlier and more aggressively than their global counterparts.  The euro-zone, in particular, is seen hamstrung by the constraints of its strange political and monetary structure.

My analytical framework takes a different approach.  Especially after examining the most recent “Flow of Funds” report, I contemplate the dollar’s prospects from a global flow of funds perspective.  At this point I will presume that fiscal and monetary policies will succeed in generating $2.0 TN or so of new Credit in 2009 (Trillion dollar growth each in federal borrowings, the Fed’s balance sheet, and commercial bank Credit would push the system much of the way there).  In this scenario, the economy would nonetheless still likely be mired in recession, short-term rates would remain near zero, and our Current Account Deficit would remain in the $600bn to $650bn range.  Factoring in other financial outflows, the Rest of World would be called upon to purchase another Trillion or so of our financial claims next year – and for years on end.

I will posit that the 2002-2007 dollar bear market did not manifest into a full-fledged currency crisis simply because of the massive purchases of U.S. securities by the Chinese (and to a lesser extent OPEC, Russia, and India).  At this point, I would not want to count on the Chinese (or others) accumulating another Trillion of our IOUs anytime soon.  I don’t expect their appetite to return for U.S. securitizations, corporate bonds, and “repos” anytime soon (market perception of „moneyness“ has been lost).  Indeed, these IOUs have lost their acceptability as a means of global payment remuneration.  It also seems reasonable that this year’s market dislocations have reduced the appeal of the strategy of holding U.S. securities while hedging underlying currency exposure in the derivatives market.  And, at today’s pitiful yields, there would seemingly be little ongoing incentive to continue hording Treasuries.

It is impossible to know how much remains of the Crowded Dollar Bear Unwind. But if this dollar buying hasn’t yet about run its course, when it eventually does global markets will again face the specter of massive and seemingly unending dollar liquidity flows.  At the end of the day, I expect the dollar to suffer from its relative dismal position with respect to both financial flows and our economy’s deep structural maladjustment.  Years of egregious Credit and spending excesses have left an economic structure uniquely dependent upon, on the one hand, huge ongoing public sector Credit injunctions and, on the other, huge unending imports.  This is a terrible predicament for a currency.

3 Antworten zu Dollar-Crash (Update 22.12.2008)

  1. […] sieht noch jemand den Dollar-Crash: There will, before long (my best guess is between two and five years from now) be a global dumping […]

  2. […] werden, und ich bin da sicher nicht der einzige der da berechtigte Kritik anmeldet (siehe auch Verlorene Generation). Die Gründe für das Wiedererstarken sind wohl eher darin zu suchen, das die Finanzmarktakteure […]

  3. […] eine deutlich aggressivere Politik der Geldmengen-Lockerung als die EZB. Das Resultat ist eine Schwäche des Dollars und stark gestiegene Inflationserwartungen. Also genau das, was der Fed-Chef Bernanke erreichen […]

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