Türkische Entschuldigung an die Armenier: Hier unterschreiben!

Es gibt sie noch die guten Nachrichten zwischen Finanzcrashes und Kriegsdrohungen (auch hier): Eine Menge türkischer Intellektueller hat eine Entschuldigungserklärung für den Völkermord an den Armeniern unterschrieben. Generell stehen die Zeichen auf Entspannung zwischen den Ländern.

Spiegel Online schreibt darüber. Von den Erstunterzeichner ist mir nur Cem Özdemir bekannt. Leider verschweigt Spiegel Online wo man das unterzeichnen kann. Das hohlen wir hiermit nach. Kurze Anleitung:

  • Adınız = Ihr Name
  • Soyadınız = Ihr Nachname
  • Mesleğiniz = Ihr Beruf
  • Şehir = Stadt
  • E-Posta adresiniz = Ihre Email-Adresse

Dann einfach auf „özür diliyorum“ (Es tut mir leid) klicken und schon ist die Erklärung unterschrieben.

Update 18.12.2008:
Die Reflexe der türkischen Rechten funktionieren noch. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Erklärung mit dem Worten zurückgewiesen: „Ich habe kein Verbrechen begangen, warum soll ich mich entschuldigen?“.

Auch armenische Nationalisten kritisieren die Erklärung, weil die Morde dort als „große Katastrophe“ und nicht als Völkermord bezeichnet werden. Entspannungssignale sind halt Gift für Nationalisten auf beiden Seiten. Wie soll man sich abgrenzen, wenn man sich am Ende noch versteht?

7 Antworten zu Türkische Entschuldigung an die Armenier: Hier unterschreiben!

  1. CcC sagt:

    Warum sollte man sich entschuldigen, wenn es keine 100% Beweise gibt!?
    Die Armenier sollten sich selber, für den Massaker an die Türken im Osmanischen Reich, entschuldigen. Die Armenier haben damals, mit der Unterstützung von anderen Ländern, türkische Dörfer und Städte überfallen und Menschen massakriert!

  2. ketzerisch sagt:

    Es gab nationalistische Armenier, die osmanische Dörfer im Osten des Reiches überfallen haben. Das stimmt. Es ist aber ein großer Unterschied, ob Morde von einer nationalistischen Terrororganisation ausgehen oder von einem Staat.

    Da kaum noch Täter und Opfer aus der Zeit leben dürften ist die Entschuldigung nur noch symbolisch. Wenn Du dich nicht entschuldigen willst und in guter Nachbarschaft mit den Armenier leben willst, dann lass es einfach. Trotzdem finde ich es gut, dass viele angesehene Türken diese Erklärung unterschreiben.

  3. Abdülkadir Sahin sagt:

    Seit neuem versuchen die Regierungen der beiden Länder mit einander Kontakt aufzubauen. Das Spiel zwischen Armenien und der Türkei war ein Zeichen dafür, dass die Eisberge langsam schmelzen. Aber das stört offentsichtlich ein paar Leute. Die Person, eine Journalistin, die die Seite gegründet hat, konnte sich aber für den angeblichen Völkermord in einer Sendung nicht entschuldigen, als der pensionierte Generalkonsul Sükrü Elekdag sie darum gebeten hat. Deswegen ist es mir nicht klar, was die Absicht von dieser ichentschuldigemich.com Seite ist. Für was entschuldigen sich diese Menschen! Vor allem wie unsicher ist die Seite, da kann jeder rein und die Namen von berühmten Personen reinschreiben. Man muss nur den Namen eintippen. Nehmen wir mal an „Tarkan“. Sein Name steht auch drin. Er aber behauptet im Fernsehen, dass er nicht unterschrieben hat. Image Schadenbei den Pro-Armeniern. Cem Özdemir hat unterschrieben. Image Schaden bei den anderen. Ne ganz gefährliche Spielchen ist das. Genau so wurden Seiten gegründet wie ozurdilemiyoruz.com (ichentschuldigemichnicht.com) Durch solche Aktionen wie dieser spannt sich die Lage in der Türkei wieder. Aber der armenische Präsident Sarkisyan hat Klug gehandelt und hat versucht die Lage wieder zu entspannen, in dem er gute Sachen aus der Vergangenheit gebracht hat. Erdbeben in Armenien im Jahre 1988, bei dem die Türkei seine Hilfsbereitschaft zeigte. Ich habe das gefühl, dass die beiden Völker in Armenien und in der Türkei diesen ganzen Prozess abschließen wollen. Aber die armenische Lobby im Ausland hört damit nicht auf die ganze Sache immer wieder aufzupuschen. Es geht denen gut im Ausland. Sie leben in Frankreich und in der USA kein verhungern. Aber wie geht es den Armeniern in Armenien? Das Volk in Armenien will, dass die Türkei die Grenzen aufmacht, damit es in ihrem Staat nen wirtschaftlichen Aufschwung gibt. Sobald es zwischen der Türkei udn Armenien in richtung gut geht, greift die armenischen Lobby in die Lage ein und schon ist das ganze Friedensprozess kaputt… Über diesen angeblichen Völkermord sollten die Geschichtler, Juristen bestreiten und nicht andere! Politiker, Schriftsteller, Stars, Sportler und die Bürger der beiden Staaten besitzen kein Wissen über dieses Thema. Sie sind nicht die Richtigen, die über das Thema entscheiden können. Wir alle sollten erstmal die Beziehungen zueinander aufbauen. Ich hoffe, dass die jetzige Regierung in Armenien wieder an die Sptize kommt und die nächste in der Türkei Pro-Armenisch ist. Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit. Wir sollten versuchen gemeinsam zu leben. Frohe Weihnachten

  4. ketzerisch sagt:

    Die Seite ozurdilemiyoruz.com hat meiner Meinung nach zwei Ziele: Zum einen hatten da eine Reihe von Personen den Wunsch sich für die Geschehnisse im Osmanischen Reich zu entschuldigen. Das finde ich eine große Geste und das sollte man für sich so stehen lassen und denen nicht unterstellen eine Entspannung untergraben zu wollen. Das ist sicher nicht bezweckt und wird damit auch nicht erreicht.

    Zum anderen hat dies in der Türkei natürlich eine innenpolitische Komponente. Es ist ein Signal für sein Recht auf freie Meinungsäußerung einzutreten (zu mindestens von den in der Türkei lebenden Unterzeichnern). Es ist ein Signal gegen türkischen Nationalismus der sich quer durch viele Parteien zieht. Es ist ein Signal an Erdogan es weiter zu treiben mit den Reformen und den geradezu Merklischen Stillstand aufzubrechen.

    Sicher ist es möglich dort alle möglichen Leute unterschreiben zu lassen. Wie wärs mit Enver Pasa, dem Hauptverantwortlichen der Tötungen? Aber diese Problem tritt doch generell bei allen Listen auf, bei denen sich jeder eintragen kann. Das ist bei Unterschriftensammlungen in BRD nicht anders. Bei der letzten US-Wahl hatte sich ein gewisser Herr Mickey Mouse in die Wahllisten eingetragen. Deswegen muss man die Listen nehmen für das was sie sind: Ein Signal und nicht mehr.

    • Köksal Bozkir sagt:

      Wer treibt hier sein Unwesen und vertreibt Nachrichten dieser Art.
      Jeder weiß, daß es nie ein Massenmord an Armenier gegeben hat.
      Eher ist der umgekehrte Fall die Realität,

      Armenier, die Türken in Azerbeycan umgebracht haben ist keine Seltenheit ohne grausame Einzelheiten zu nennen.
      Wer recherchiert bekommt mit seiner Unwissenheit auch diese Fakten heraus.
      Außerdem ist ein Thema zwischen den Staaten Türkei und Armenien.
      Immer wieder betont die Türkei, daß Sie bereit wären ihre Geschichtsbücher zu öffnen, und daß die Historiker sich zusammensetzen sollten.
      Noch immer wartet die Türkei darauf.

      Aber die Türkei, die ja bekanntlich nicht der Schuldige Staat, versucht die Situation zu klären, weil die EU dieses Thema als Druckmittel benutzt.
      Es durfte nie und nimmer eine Rolle bei der Aufnahme spielen.
      Aber da die Türkei ein sehr souvärenes Land ist und lückenlose Geschichte hat auf die sie gern zurückschaut, hat die Türkei ein Freundschaftzeichen gesetzt und bei dem Fußballspiel Armenien – Türkei die den Neuversuch einer Versöhnung mit dem Besuch des Staatspräsidenten Gül unterstrichen.

      Propagandisten, die mit dieser Unterschriftenaktion diese Art von Versöhnung stören, sollten sofort damit aufhören und Politik in die Hände der Politiker und Geschichte in die Hände der Historiker überlassen.

  5. ketzerisch sagt:

    @Köksal Bozkir

    Ich finde nicht, dass Unrecht des einen gegen das des anderen aufrechnen kann. Das die Armenier in Nagorny Karabach seit Jahren aserbaidschanisches Gebiet besetzt halten ist Unrecht. Was im osmanischen Reich im ersten Weltkrieg passiert ist ebenso.

    Es gibt, wie ich auch oben schreibe, Entspannungen zwischen Armenien und der Türkei. Das finde ich gut. Und die Unterschriftenaktion wird diese nicht topedieren. Ich kenne auch viele Türken, die die Massentötungen und Vertreibungen als Fakt sehen. Auch Attatürk selbst bezeichnete sie so weit ich weiß als „Schande“ für sein Land. Nur nachfolgende Regierungen gingen zur Leugnung über und unterrichteten dieses Geschichtsbild über Jahrzenhte in der Türkei. Ich kann nur spekulieren warum. Es mag auch die Angst vor finanziellen Forderungen zur Wiedergutmachung sein.

    Wie man auch die Geschichte sieht. Ich finde Geschichte viel zu wichtig, um sie den Historikern zu überlassen. Es ist wichtig, dass im eigenen Volk eine Debatte über die Vergangenheit erfolgt. Nur so lernt man aus seinen Fehlern.

  6. michele sagt:

    öffne zuerst deine geschichtsbücher armenien, dann schauen wir weiter!

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